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F1-Teamnoten - Teamzeugnis Bahrain

Ferrari erhält als einziges Team die Bestnote

GP Bahrain 2010 Foto: xpb 62 Bilder

Dem ersten Formel 1-Rennen der Saison ging ein großes Rätselraten voraus. Wer fährt vorne, wer hinten? Wie gut schneidet Michael Schumacher ab? auto-motor-und-sport.de checkt ab, wer die Erwartungen erfüllt hat und wer nicht.

18.03.2010 Michael Schmidt

Ferrari: 10/10 Punkte
So gut wie erwartet. Die Roten haben alles richtig gemacht. Das Auto schont die Reifen, es ist auf eine Runde und auf die Distanz schnell. Einziger Schwachpunkt ist die Kühlung. Da bewegt sich Ferrari am Limit. Deshalb die Motorwechsel vor dem Start. Das könnte bei Hitzerennen noch Probleme geben. Alonso und Massa verdienen sich Bestnoten. Trotz Alonsos Sieg darf man Massa nicht aus dem Auge verlieren. Der Brasilianer zählte bei den Saisonprognosen nicht zu den 1A-Favoriten. Vielleicht ein Fehler. Seine Trainingsleistung hat gezeigt, dass der Name Massa bei der Titelverteidigung eine Rolle spielen wird.

Red Bull: 9/10 Punkte
Das schnellste Auto im Feld. Die Show von Vettel wiegt umso schwerer, da Bahrain für den Red Bull nicht mal der ideale Streckentyp war. Alonso warnte nicht ohne Grund: "Red Bull ist uns einen Schritt voraus." Vettel hat seine Favoritenrolle mit einer absolut fehlerfreien Vorstellung von Freitag bis Sonntag bestätigt. Webber muss seine Antipathie gegen langsame Kurven zügeln. Prompt unterlief ihm in einer der engen Kurven ein Fehler. Das darf man sich heute nicht mehr erlauben, wenn die Qualifikation für das Endergebnis so wichtig geworden ist. Einziges Manko des Red Bull RB6-Renault: er ist immer noch nicht kugelsicher. Eine defekte Zündkerze kostete Vettel den Sieg.
 
McLaren: 8/10 Punkte
Schwach im Training, stark im Rennen. Das gilt allerdings nur für Lewis Hamilton. Button muss Gas geben, wenn er kein persönliches Fiasko erleben will. Der McLaren MP4-25 ist noch nicht ganz ausgereift. Das haben Revolutionen so an sich. Doch in dem Auto steckt mehr Potenzial als in den Konkurrenzprodukten. Es kann noch ein paar Rennen dauern, bis die Ingenieure den Heckflügel-Trick optimal umsetzen. Man muss den Strömungsabriss ja nicht immer in Topspeed investieren. Hätte McLaren in Bahrain statt acht km/h mehr Höchstgeschwindigkeit eine Stufe mehr Abtrieb gewählt, wäre am Ende mehr dabei herausgekommen.
 
MercedesGP: 7/10 Punkte
Das Problem, das Mercedes lösen muss, ist eine größere Baustelle. Die Fahrzeugbalance hat zu starke Ausschläge, je nach Streckentyp und Setup mal ins Untersteuern, mal ins Gegenteil. Das macht die Abstimmung zum Geduldsspiel. Eine günstigere Gewichtsverteilung kann wahrscheinlich erst ab dem GP Spanien erzielt werden. Bis dahin müssen Schumacher und Rosberg hoffen, dass der Rennstreckentyp ins Profil des Autos passt. In Melbourne sollte das der Fall sein. Sepang und Shanghai könnte problematisch werden. Schumacher hat ein Comeback abgeliefert, das hoffen lässt. Es wird noch ein, zwei Rennen dauern, bis er seinen Rhythmus gefunden hat, bis das Auto so getrimmt ist, dass es zu seiner Fahrweise passt. Teamkollege Rosberg ist dabei der beste Motivator. Bis jetzt hat Schumacher am Ende der Saison noch jedes Teamduell gewonnen. Das wird auch diesmal sein Ziel sein. Rosberg hat die Chance seines Lebens mit beiden Händen ergriffen. Sein Marktwert ist in Bahrain steil in die Höhe gestiegen.
 
Force India: 7/10 Punkte
Best of the rest. Zugegeben, der Streckentyp passte dem Auto ins Profil. Doch die Zwischenzeiten in den kurvigen Abschnitt des Kurses zeigen, dass Force India in punkto Abtrieb dazugelernt hat. Sutil und Liuzzi landeten im Sektor 2 unter den Top Ten. Sutil überzeugte im Training, Liuzzi im Rennen. Testpilot di Resta macht den beiden Force India-Kutschern Beine. Doch endlich haben sie das Auto, mit dem sie zeigen können, was sie wert sind. Force India ist auch für die nächsten Rennen ein heißer Kandidat für den besten Platz hinter den Top 4.
 
Williams: 6/10 Punkte
Das Traditionsteam aus Grove wird wohl eine weitere Saison auf seinen 114. GP-Sieg warten müssen. Auch wenn Williams in Bahrain unter Wert agierte, weil die Fahrzeugbalance nicht passte, hat man schon eine Vorahnung, wie die Saison laufen könnte. Wieder mal im Mittelmaß. Den einen Punkt von Bahrain verdankt Williams der Erfahrung von Rubens Barrichello. Nico Hülkenberg ist noch eine Spur zu ehrgeizig. Kein Mensch erwartet von ihm, dass er gleich im ersten Rennen den WM-Dritten des Vorjahres und einen elffachen GP-Sieger bügelt.
 
Renault: 6/10 Punkte
Das privatisierte Werksteam wurde ganz klar unter Wert geschlagen. Ohne die Kollision beim Start hätte Robert Kubica der beste Platz hinter der Topliga gehört. Der zunächst geschmähte Renault R30 hat sich deutlich gesteigert. Das Auto hat eine gute aerodynamische Stabilität und ist wegen des kurzen Radstandes sehr wendig, was ihm auf Buckelpisten wie Monte Carlo, Montreal oder Budapest helfen wird. Die Steigerung seit dem ersten Test in Valencia zeigt, dass die Renault-Ingenieure auf dem richtigen Weg sind. Kubica ist auch in seinem neuen Team eine feste Größe. In Topform könnte er nach derzeitigem Stand sogar die Silberpfeile ärgern. Petrov enttäuschte im Training, machte aber durch 13 starke Runden im Rennen die Enttäuschung aus der Qualifikation wieder wett. Wenn der Russe sich an die besonderen Gesetze der Formel 1 gewöhnt hat, wird er seine Nominierung rechtfertigen.
 
Sauber: 4/10 Punkte
Der Auftritt war eine Enttäuschung. Die Autos waren zu langsam und obendrein unzuverlässig. Das ist in einer Phase, in der es um Sponsorsuche geht, nicht hilfreich. Offensichtlich hat der Sauber C29 extrem viel Abtrieb, aber nur in einem kleinen Fenster. Fordert die Strecke viel Federweg, ist der Sauber nur schwer fahrbar. Das Auto ist viel in der Luft, das reduziert die Reifentemperatur und damit den Grip. Steuert man mit noch mehr Abtrieb gegen, fällt der Topspeed in ungesunde Bereiche. Die zwei Hydraulikdefekte sind untypisch für ein Team, das für seine Standfestigkeit und Präzision bekannt ist. Dass bei Sauber Profis arbeiten, zeigen die Boxenstopps. Pedro de la Rosa wurde in 4,2 Sekunden abgefertigt. Schneller war nur noch Red Bull mit 3,5 Sekunden für Vettel.
 
ToroRosso: 4/10 Punkte
Wie Sauber konnte auch ToroRosso nicht die Versprechen aus dem Testwinter einlösen. Vielleicht lag es daran, dass die Autos tendenziell übersteuern, was auf einer Strecke, die Übersteuern provoziert, fatal ist. Dann gehen die Hinterreifen noch mehr in die Knie. Jaime Alguersuari war weder im Training noch im Rennen eine Offenbarung. Sebastien Buemi fiel kurz vor der Zielflagge mit einem Elektrikdefekt aus. Er muss sich nicht ärgern. Von WM-Punkten war er meilenweit entfernt.
 
Lotus: 5/10 Punkte
Von einem Team, das sich in sechs Monaten neu erfunden und nebenbei auch noch zwei Autos auf die Räder gestellt hat, kann man nicht mehr erwarten als eine Zielankunft und eine Beinahe-Zielflagge. Lotus ist unwesentlich langsamer als VirginF1, doch deutlich standfester. Und die Truppe von Mike Gascoyne hat viel mehr in der Hinterhand. Der Lotus von Bahrain war ein Basisauto. Das Aero-Paket von Barcelona soll mindestens eine Sekunde bringen. Die Fahrer setzen das um, was mit dem Auto möglich ist. Die Entscheidung von Lotus, mit Trulli und Kovalainen auf bewährte Kräfte zu setzen, war goldrichtig. So weiß man, woran man ist.
 
VirginF1: 2/10 Punkte

Jetzt fahren die optisch wunderschönen Autos schon seit Anfang Februar auf der Rennstrecke, und immer noch geht viel zu viel kaputt. Timo Glocks Bestzeit im Club der Neulinge ist zwar ein Fingerzeig dafür, dass man vielleicht doch ein Auto ohne Windkanal bauen kann, doch die vielen Defekte lassen eine eindeutige Bewertung des Virgin VR-01 gar nicht zu. Das Auto konnte mangels Kilometern nie optimal angestimmt werden. Bevor man den nächsten Entwicklungsschritt einfließen lässt, müssen dringend die Fehler abgestellt werden. Alles andere ist Zeitverschwendung.
 
HRT F1: 3/10 Punkte
Bei einem Team, das in 16 Tagen aus Einzelbausteinen zwei Autos aufgebaut hat, die dann tatsächlich aus eigener Kraft gefahren sind, kann man die Rundenzeiten nicht als Maßstab nehmen. Was HRT F1 in Bahrain gemacht hat, waren Gehversuche. Die insgesamt 54 Runden von Bruno Senna zählen wie ein kleiner Sieg. Wegen der kurzen Abstände der Überseerennen wird das spanische Team auch noch in Melbourne und Sepang damit beschäftigt sein, Fehlerquellen auszumerzen. Eine objektive Beurteilung ist erst beim Europadebüt in Barcelona möglich.

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