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FOTA-Entscheidung

Teamvereinigung schließt Williams aus

Nico Rosberg Foto: dpa 143 Bilder

Williams wurde vorübergehend aus der Teamvereinigung FOTA ausgeschlossen. Der englische Rennstall steht trotzdem zu seiner Nennung für die Formel 1-WM 2010. Das teilte Williams am Mittwoch (27.5.) selbst mit.

27.05.2009 Michael Schmidt

Am Sonntag hatten sich die zehn Formel 1-Teams in Monte Carlo auf eine gemeinsame Linie im Ringen um eine Lösung der Formel 1-Zukunft geeinigt. Das Schreiben war im Punkt der Einschreibung für 2010 allerdings sehr vage gefasst. Es stand nicht explizit in dem Papier, dass es den Teams verboten sei vor Ablauf der Einschreibefrist am 29. Mai eine Nennung abzugeben.

Große Teams setzen sich durch

Deshalb brach Williams aus der Front aus und schickte bereits einen Tag später seine Nennung an die FIA. Trotz der Drohung, dass Streikbrecher für 2010 keine Motoren aus dem FOTA-Pool erwarten könnten. Der englische Rennstall wurde bei dem FOTA-Treffen am Mittwoch (27.5.) in London vorübergehend von der Vereinigung der Teams ausgeschlossen. Die großen Teams setzten sich damit gegen die Bedenken der kleinen durch. Ross Brawn hatte sich geweigert, Williams vor die Türe zu setzen. Force India-Chef Vijay Mallya war bei der Abstimmung noch nicht vor Ort, weil sein Flug nach London Verspätung hatte. BMW-Rennleiter Mario Theissen fehlte bei der Sitzung.
 
Frank Williams zeigte sich wenig überrascht und entschuldigte seinen Schritt damit, dass sein Rennstall vertraglich bis 2012 an die FIA und die kommerziellen Rechteinhaber gebunden sei. Mit dem Ausschluss von Williams hat die FOTA einen Präzedenzfall geschaffen. Findet sie keinen Kompromiss mit der FIA-Linie müsste sie folgerichtig jeden weiteren Rennstall suspendieren, der seine Nennung nach Paris schickt. Es gibt aber Stimmen, die wissen wollen, dass innerhalb der nächsten 48 Stunden zwei weitere Teams ihr Einschreibeformular abschicken wollen.

Stufenmodell zum Budgetlimit

Nach der Suspendierung von Williams wollten die Teams einen Kompromissvorschlag von Mercedes diskutieren, der darauf hinzielt, die Budgetgrenze schrittweise zurückzuführen. Von 100 Millionen Euro 2010 auf 45 in der Saison 2011. McLaren-Mercedes spielt in den Streit die Rolle des Vermittlers. In Stuttgart ist man seit den Ausstiegsforderungen des Betriebsrates gewarnt. Wenn man nicht sichtbar die Kosten reduziert, hat das Formel 1-Engagement bei der Nobelmarke mit dem Stern einen schweren Stand. "Mittelfristig müssen wir dazu kommen, dass wir mit der Formel 1 Geld verdienen", sagt Rennleiter Norbert Haug. Das würde auch die internen Kritiker ruhigstellen.

Der Vorschlag mit den 100 Millionen ist als Brücke für die Teams gedacht, die sich partout nicht mit einem Budgetlimit anfreunden können. Zählt man Fahrergagen, Motorenkosten, Marketingetat, Gehälter für Teamchefs und Abschreibungen hinzu, ist man schnell wieder bei 200 Millionen angelangt. Trotzdem tun sich manche Herren schwer, sich mit dieser Lösung anzufreunden. Das lässt interessante Schlussfolgerungen zu.

Anzeichen für Toyota-Ausstieg

Bei Toyota deutet immer mehr auf einen Ausstieg hin. Der Streit ist eine willkommene Ausrede für längst beschlossene Dinge. Dafür spricht auch, dass sich Williams nicht an dem Motorenembargo für die Teams, die aus der FOTA ausscheren, stört. Einerseits läuft der Motorenvertrag mit Toyota noch bis 2010, andererseits ginge bei einem Rückzug der Japaner die Welt nicht unter. Cosworth und Mercedes stünden als Alternativen bereit.

Bei Mercedes will man sich an den Erpressungsversuchen der FOTA-Rädelsführer nicht beteiligen. Aus Prinzip und aus rechtlichen Bendenken. Überraschend ist der Widerstand von Renault-Teamchef Flavio Briatore. Er war der erste, der vor der Kostenexplosion warnte. Bereits vor drei Jahren wies Briatore darauf hin, dass man 700 Leute und 300 Millionen Euro pro Jahr brauche, um zwei Autos an den Start zu bringen. Inzwischen kämpft der Italiener Seite an Seite mit Ferrari, zu denen er sonst eine eher weniger herzliche Beziehung pflegt.

Renault F1-Übernahme durch Briatore?

Insider glauben, dass auch Briatore das Chaos ganz gelegen kommt. Es könnte Renault einen Grund geben auszusteigen und das Team nach dem Modell Honda und Brawn GP ihrem charismatischen Frontmann für einen Nuller plus Abfindung zu überlassen. Auch bei BMW muss man sich wundern. Mario Theissen hatte mehrmals erklärt, dass er mit einem Budgetlimit leben könne, wenn es schrittweise eingeführt würde und die Einstiegssumme auf einem Niveau liege, auf das man von einem Jahr auf das nächste ohne Probleme umstellen könne. Da müsste BMW der Vorschlag mit den 100 Millionen eigentlich ganz gut ins Konzept passen.

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