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Formel 1 Technik

Keine Einstimmigkeit bei Höhenverstellung

Red Bull Malaysia 2010 Foto: Red Bull 63 Bilder

Das Thema einer automatischen Höhenverstellung lässt der Formel 1 keine Ruhe. Vor allem in England werden Gerüchte geschürt, Red Bull fahre mit einem solchen System. Die FIA hat bei einer unangemeldeten Kontrolle nichts gefunden.

09.04.2010 Michael Schmidt

Der Vorschlag, im Parc fermé eine Änderung der Bodenfreiheit zu erlauben, fand bei den Teams keine Einstimmigkeit.

Red Bull bestreitet die Vorwürfe

Es ist wie ein Feuer, das immer wieder aufflackert. In England werden weiter Gerüchte geschürt, dass Red Bull mit einer automatischen Höhenverstellung fahre, die es erlaubt, das Auto zwischen Qualifikation und Rennstart auf geheimnisvolle Weise anzuheben, um mit 160 Kilogramm Kraftstoff an Bord genügend Bodenfreiheit zu generieren. Red Bull-Technikchef Adrian Newey bestreitet diesen Vorwurf vehement: "Wir haben weder ein illegales automatisches System noch ein legales, das es uns wie Ferrari erlauben würde, die Bodenfreiheit beim Boxenstopp zu justieren."
 
Weil die Spekulationen nicht enden wollten, starteten die FIA-Kommissare am Samstagabend in Malaysia einen Überraschungsangriff. Sie tauchten bei Red Bull, McLaren und Force India unangemeldet in der Boxengarage auf und inspizierten die Aufhängung bis ins Detail. Sie suchten nach geheimen Kammern mit Gas, Flüssigkeit oder Wachs, das sich über Nacht verflüchtigt oder verändert, um das Fahrzeug über ein kompliziertes Hebelsystem ein paar Millimeter anzuheben. Sie fahndeten auch nach einer physischen oder elektrischen Verbindung zwischen den vier Dämpfer/Feder-Einheiten. In allen Fällen gab es Fehlanzeige.

Teams wurden nach ihrer Meinung gefragt

Um sämtlichen Entwicklungen in diese Richtung den Wind aus den Segeln zu nehmen, wurden die Teams gefragt, ob sie damit einverstanden wären, wenn man im Parc fermé eine Änderung der Bodenfreiheit gestatten würde. Damit wäre jede automatische Vorrichtung überflüssig. Und so könnte man die Teams davor bewahren, viel Geld in eine solche Technologie zu investieren, die am Ende dann doch jeder hätte. Für die Durchsetzung einer solcher Regel bräuchte die FIA Einstimmigkeit unter den Teams. Bei Anfragen kündigten zwei Teams an, dass sie dagegen stimmen würden. Eines davon ist Red Bull.
 
Dass ausgerechnet die Siegertruppe von Malaysia dagegen ist, werden die Zweifler als weiteres Indiz für ihren Verdacht werten. Red Bulls Veto gegen ein Nachjustieren der Bodenfreiheit hat andere Gründe. Die Aerodynamik des RB6 funktioniert in einem großen Fenster an Bodenfreiheiten. In dieser Disziplin sind nur der Ferrari F10 und der Renault R30 auf einem vergleichbaren Niveau. McLaren dagegen muss einen Tod sterben. Entweder man legt das Auto für die optimale Qualifikationsrunde tief, doch dann würde der MP4-25 mit vollem Tank dauernd aufsetzen. Oder man trimmt das Fahrzeug auf die optimale Rennabstimmung, dann verliert man im Qualifikationstrimm das eine oder andere Zehntel, weil das Auto zu hoch steht.

Flüssigkeiten zur Veränderung des Fahrwerks sind nicht gestattet
 
Warum sollte Red Bull diesen strategischen Vorteil aufgeben und durch Zustimmung einer Bodenfreiheitsänderung im Parc fermé seinem direkten Konkurrenten einen Ball in den Garten spielen? Die FIA hat den Teams mittlerweile klargemacht, dass sie keinerlei System duldet, dass die Bodenfreiheit über Nacht adaptiert. Auch Flüssigkeiten, die durch Veränderung ihrer Dichte helfen, das Auto anzuheben, werden nicht mehr akzeptiert. Man könne zwar argumentieren, dass auch Motor- und Getriebeöle im Parc Fermé ihre Viskosität verändern, doch das lassen die Regelhüter nicht mehr als Ausrede gelten. Jeglicher Versuch, eine Flüssigkeit dazu zu nutzen, um Veränderungen am Fahrwerk vorzunehmen, ist nicht gestattet. Hier wird also nicht der Einsatz von sich verändernden Flüssigkeit bestraft, sondern das, was man damit erreichen will.

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