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Formel 1-Technik

So wurde Ferrari zum Mercedes-Jäger

Formel 1 - F1 - Ferrari - Ferrari SF15-T - Piola Animation - GP Australien 2015 Foto: Piola Animation 36 Bilder

Ferrari war beim GP Australien die zweite Kraft hinter Mercedes. Zwar mit deutlichem Abstand, doch klar besser als im Vorjahr. Wir zeigen Ihnen, wie Ferrari den neuen Rennwagen von Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen flott machte.

19.03.2015 Andreas Haupt

Ferrari hat sich von der Pleiten-Saison 2014 mit nur zwei Podestplätzen erholt. Der neue Capo Sergio Marchionne und Neu-Teamchef Maurizio Arrivabene räumten über den Winter im Designbüro und in der Motorsport-Abteilung auf. Und siehe da: Die Scuderia zeigte sich beim Saisonauftakt in Australien rundum verbessert.

Formel 1 - F1 - Ferrari - Ferrari F14-T - Vergleich - SF15-T - Piola Animation
Formel 1-Technik: Ferrari SF15-T 2:26 Min.

Ferrari die Nummer zwei im Feld

Im Qualifying reichte es zu Platz vier und fünf. Zwei Ferraris unter den besten fünf Fahrern im Zeittraining: Das hatte es zuletzt beim GP Italien 2013 gegeben. Im Rennen kletterte Sebastian Vettel noch einen Rang nach oben und stieg mit den beiden Mercedes-Piloten auf das Podium. Einziger Wermutstropfen: Der Ausfall von Kimi Räikkönen nach einer Boxenstopp-Panne.

Das Ergebnis bestätigte die guten Eindrücke aus den Wintertests. Ferrari ist die Nummer zwei im Formel 1-Feld. Vor Williams. Aber weit hinter Mercedes. Im Qualifying fehlten 1,430 Sekunden auf die Pole-Zeit von Hamilton, im Rennen über 34 Sekunden nach 58 Runden.

Den größten Sprung im Vergleich zum Vorjahr machte Ferrari beim Motor. Der V6-Turbo ist stärker, fahrbarer und spritsparender geworden. Experten glauben, dass Ferrari beim Verbrennungsmotor nicht mehr viel auf Mercedes fehlt. Dafür aber beim Einsatz der Hybridpower. Und in der Aerodynamik.

SF15-T ein klarer Fortschritt

Der Ferrari SF15-T ist der erste echte Ferrari unter der Regie von Technik-Direktor James Allison, der 2013 von Lotus nach Maranello kam. Das Auto zeigt sich gutmütig und vernünftig ausbalanciert. Im Vergleich zu Mercedes fehlt jedoch Abtrieb. Trotz der großen Änderungen, die Ferrari über den Winter und während den Vorsaisontests vorgenommen hat.

Die technischen Updates betreffen den gesamten Rennwagen. Im Gegensatz zum F14-T fällt die Nase des SF15-T in einem Schwung bis zur Spitze ab. Das hat Reglements-bedingte Gründe. Wie 2014 muss der vordere Chassis-Schott, genannt A-A-Sektion, 525 Millimeter über der Referenzebene liegen. Die Ingenieure nutzen diese Höhe voll aus, weil sie so viel Luft wie möglich unters Auto gen Diffusor führen wollen. Neu ist jedoch, dass das Chassis erst auf den nächsten 35 Zentimetern in Richtung Cockpit auf eine Höhe von 625 Millimeter anwachsen darf. 2014 gab es diese Vorschrift nicht. Daher fällt die hässliche Stufe in der 2015er Saison weg.

Der Ferrari SF15-T geht gegen den allgemeinen Nasentrend. Ferrari setzt auf eine Langnase. Wie McLaren-Honda und Sauber. Anders als Mercedes, Red Bull und Williams. Da Mercedes das beste Auto im Feld hat, darf man davon ausgehen, dass eine kurze Nase mehr Vorteile bringt. Allerdings kommen die Ingenieure aus Maranello noch auf keinen grünen Zweig mit der Kurzlösung.

Ferrari mit neuem Frontflügel

Den neuen Frontflügel brachte Ferrari zum finalen Test nach Barcelona. Er zeichnet sich durch ein geändertes Profil, Hauptelement, eine neue Kaskade und ein zusätzliches Luftleitelement an den Endplatten aus. Die Vorderradaufhängung gestaltete Ferrari neu. Weiterhin setzt die Scuderia als einziges Team im Feld auch vorne auf eine Pullrod-Aufhängung, die die Feder- und Dämpferelemente aktiviert. Querlenker, Lenkstange und Co. wurden im SF15-T zu einem Flügelprofil nach Mercedes-Vorbild zusammengeführt.

Ähnlich wie Mercedes befestigt Ferrari die Kameras auf der Nase. Sie wachsen nicht mehr wie zwei Ohren aus der Verkleidung, sondern werden durch einen vertikalen und horizontalen Steg im rechten Winkel angebracht. Weil die technischen Deligierten gegen die ursprüngliche Lösung Einspruch einlegten.

Nach der Animation unseres Experten Giorgio Piola ist der Radstand des Ferraris von 3.450 auf 3.500 Millimeter gewachsen. Dadurch erhofft man sich, die Luft zwischen den Achsen besser führen zu können. Die Seitenkästen sind im Vergleich zur Vorjahresversion bauchiger. Zumindest, wenn man von vorne auf sie schaut. Weil die Kühleinlässe größer geworden sind. Auch im Seitenprofil zeigen sich die Seitenkästen verändert.

SF15-T bekommt anderes Heck

Im Heck räumte Ferrari auf. Alles dem Ziel unterworfen, mehr Anpressdruck zu erzeugen, gleichzeitig aber nicht zu viel Luftwidestand zu erzeugen. Die Motorhaube hat eine andere Kontur und umschlingt das Auspuffendrohr enger. Anders gestaltet wurden der Monkey-Seat und die zentrale Heckflügelbefestigung.

Neu sind auch die Heckflügelendplatten. Sie weisen auf der Unterseite nicht mehr acht vertikale Finnen auf, sondern vier vertikale und acht horizontale Schlitze auf. Nach Australien brachte Ferrari ein weiteres Update. Die Endplatten zeigten sich am oberen Ende etwas anders geformt, dazu gab es nur noch einen Schlitz unter dem Hauptblatt.

In unserer exklusiven Animation von Formel 1-Experte Giorgio Piola sehen Sie die technischen Updates am Ferrari SF15-T. In der Bildergalerie erklären wir Ihnen die Veränderungen im Detail.

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