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Formel 1-Testbilanz

Ferrari und McLaren haben die Nase vorn

Michael Schumacher Foto: Wolfgang Wilhelm 40 Bilder

Sieben von 15 Testtagen sind abgespult. Am Mittwoch (17.2.) beginnt in Jerez die dritte Testwoche. Wegen der großen Unterschiede beim Tankinhalt sind Analysen ein bisschen Kaffeesatzleserei. Es scheint jedoch so, dass Ferrari und McLaren die Nase leicht vorne haben.

16.02.2010 Michael Schmidt

Wer ist schnell, wer nicht? Diese Frage stellen sich auch die Beteiligten im Fahrerlager. Sieben Testtage sind gelaufen, aber ein klares Bild gibt es noch nicht. "Das werden wir erst beim letzten Test in Barcelona bekommen", glaubt Mark Webber. Vom 25. bis zum 28. Februar sind alle Autos mit der letzten Aerodynamikspezifikation unterwegs. Und dann wird jeder einmal probieren, wie sich das Auto mit leeren Tanks anfühlt.

Niemand weiß genau, wieviel Sprit an Bord ist

Die einzige Chance, die Autos miteinander zu vergleichen, sind die Runden, in denen wenig Benzin im Tank ist. "Und selbst dann sprechen wir immer noch von einer Spanne zwischen zehn und 40 Kilogramm", warnt Mercedes-Rennleiter Norbert Haug. 30 Kilogramm Differenz macht in Jerez fast eine Sekunde in der Rundenzeit aus. Wenn die Autos zu Dauerläufen ausrücken, ist die Spanne noch gewaltiger. Von 80 bis 165 Kilogramm Startgewicht ist da alles möglich. Man sieht den Autos zwar an, dass viel Benzin an Bord sein muss, doch keiner weiß, wie viel. Sebastian Vettel gibt zu: "Du müsstest schon den ganzen Tag vor dem Zeitcomputer hocken, damit du ungefähr eine Ahnung bekommst, wer welches Programm fährt. Und selbst dann ist da noch viel Spielraum."
 
Manchmal hilft einem das Schicksal. Als Michael Schumacher am letzten Testtag in Jerez auf der Strecke ausrollte, sinnigerweise kurz vor der Stelle, wo er 1997 mit Jacques Villeneuve im WM-Finale kollidierte, da war der Tank leer. Die Teams machen das absichtlich, um die Genauigkeit ihrer Spritanzeige zu checken. Als Schumacher stehen blieb, war das die elfte Runde nach Verlassen der Box. Sechs Runden zuvor war er mit 1.20,613 Minuten seine persönliche Bestzeit gefahren. Wenn man einen Spritverbrauch von 2,2 Kilogramm pro Runde zugrundelegt, müssen bei der Abfahrt aus der Box mindestens 24 Kilogramm Benzin im Tank gewesen sein. Die schnelle Runde fuhr der Ex-Champion also mit einem Spritgewicht von rund 13 Kilogramm. Lewis Hamilton war am gleichen Tag am Abend noch einmal auf drei schnelle Runden ausgerückt und hatte mit 1.19,583 Minuten die absolute Bestzeit markiert. Man kann also davon ausgehen, dass der McLaren im Augenblick noch schneller ist als der Mercedes GP, zumindest mit wenig Sprit an Bord.

Die Reifenmischung ist eine weitere Unbekannte
 
Hier kommt nämlich eine weitere Unbekannte hinzu, die den Vergleich verwässern könnte. In Jerez waren drei Reifentypen im Angebot: soft, medium und hart. Wäre Schumacher auf hart, Hamilton auf soft gefahren, macht das gleich eine halbe Sekunde aus. Auch die Bestzeiten von Jaime Alguersuari (ToroRosso, 1.19,919 min), Kamui Kobayashi (Sauber, 1.19,950 min), Adrian Sutil (Force India, 1.20,180 min), Rubens Barrichello (Williams, 1.20,341 min) und Robert Kubica (Renault, 1.20,358 min) wurden vermutlich mit weniger als 30 Kilogramm Benzin im Tank gefahren. Norbert Haug schließt daraus: "Jeder spricht nur von den Top 4-Teams Ferrari, McLaren, Red Bull und Mercedes. Aber da können leicht noch ein, zwei dazukommen, so eng wie es derzeit aussieht."
 
Ferrari und Red Bull beteiligten sich in Jerez nicht an der Zeitenjagd. Beide waren damit beschäftigt, Dauerläufe abzuschrubben. Besonders beeindruckend war dabei eine GP-Simulation von Fernando Alonso am zweiten Testtag. Michael Schumacher sah im Vergleich dazu gar nicht so schlecht aus. Das lässt vermuten, dass der Mercedes GP W01 im Renntrim bereits bei der Musik ist, in Qualifikationsabstimmung vielleicht aber noch etwas zulegen muss. Haug notierte zufrieden: "In Jerez war die Balance des Autos schon klar besser als in Valencia." Auch die Red Bull-Boys waren zufrieden. "Das erste Gefühl stimmt", sagten Webber und Vettel im Gleichklang. "Wir spüren beide das gleiche, das ist ein gutes Zeichen", schiebt Vettel nach.

Die Zwischenbilanz der Formel 1-Tests: Ferrari und McLaren vorn
 
Nach sieben von 15 Testtagen lässt sich also folgendes Zwischenresultat ziehen: Ferrari ist stark im Dauerlauf, McLaren gut auf einer Runde, Mercedes GP holt auf, und Red Bull hat seine Karten noch nicht aufgedeckt. Für eine Überraschung könnten ToroRosso und Sauber sorgen. Die beiden Außenseiter fahren nicht nur Showzeiten, sie sind konstant schnell. Sebastien Buemi strahlte vor seiner Abreise über das ganze Gesicht: "ich habe ein gutes Gefühl. Das Auto ist unter allen Bedingungen schnell."

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