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Formel 1-Tests in Mugello

Großes Wettrüsten für Mugello

Ferrari Auspuff Jerez Test 2012 Foto: xpb 27 Bilder

In Mugello beginnt die Formel 1-Saison noch einmal neu. Was können wir von den drei Testtagen in der Toskana erwarten? Vielleicht sogar eine neue Hackordnung? Besonders Ferrari steht auf dem Prüfstand. Die Team halten sich über Details ihrer Ausbaustufen ziemlich bedeckt. Wir sagen Ihnen, was Sie wissen müssen.

29.04.2012 Michael Schmidt

Mugello ist die Generalprobe. Die Premiere folgt zehn Tage später beim GP Spanien in Barcelona. Alle Formel 1-Teams werden dann mit mehr oder weniger großen Ausbaustufen antreten. Der Großteil davon wird in Mugello getestet. Es ist der zweite große Entwicklungsschub nach den Präsentationen der neuen Autos. Der erste kam zum Saisonstart in Melbourne. Der für Barcelona soll noch größer ausfallen.

Hoffen bei Ferrari

Für Ferrari wird Mugello zur Nagelprobe. Fernando Alonso setzt große Hoffnungen in das Technikpaket: "Barcelona wird für uns das wichtigste Rennen des Jahres. Ich hoffe, die Weltmeisterschaft beginnt dort noch einmal neu für mich." Technikchef Pat Fry ergänzt: "Wir arbeiten an allen Fronten. Ich hoffe, wir werden bald die Resultate dafür sehen. Das wird nicht leicht sein, weil auch die Konkurrenz Fortschritte machen wird. Wir müssen einfach besser sein als sie."

Über den Umfang der Runderneuerung wird allenthalben viel gerätselt. Ferrari bestreitet die meisten der Gerüchte, die durch das Fahrerlager schwirren. Nein, es wird kein neues Chassis geben. Nein, auch die Pullrod-Vorderachse bleibt dem Auto erhalten. Nein, auch an der Anordnung der Kühler ändert sich nichts. Sicher ist, dass Ferrari sein Auspuffsystem komplett umgestellt. Damit werden die seitlichen Ausleger in den Seitenkästen verschwinden. Es wurde ja allenthalben vermutet, dass sie die Anströmung zu Heck stören. Die Anwinkelung der Seitenkästen soll noch extremer sein. Außerdem soll es eine neue Nase samt neuem Frontflügel geben. Man erzählt sich, dass Ferrari zu den Teams zählt, die kürzlich einen Nasen-Crashtest absolviert haben.

Neue Auspuff- und Flügel-Lösungen

Red Bull hat ein Mammutprogramm verabschiedet. Das Team reist mit der doppelten Mannschaftsstärke nach Mugello. "Wir haben nicht nur viele neue Teile im Gepäck", verspricht Teamberater Helmut Marko. "Zum ersten Mal seit langer Zeit werden wir auch wieder der Fahrzeugabstimmung mehr Aufmerksamkeit schenken. Es gibt immer noch Verständnislücken."

McLaren hatte einen Teil des Facelifts am MP4-27 schon in China und Bahrain vorgezogen. Neuer Front- und Heckflügel, modifizierter Unterboden. Die Daten wiesen vier Zehntel Fortschritt aus. Nicht alles kam auf der Strecke an. "Teil zwei folgt in Barcelona", verspricht Teamchef Martin Whitmarsh. Der neue Frontflügel brachte offenbar nicht ganz das gewünschte Ergebnis. Lewis Hamilton war in Bahrain auf ein älteres Modell umgestiegen.

Mercedes kündigt ein "großes" Paket an. Ein Teil davon wird ein neues Karbon-Getriebe sein. Das reduziert nicht nur das Gewicht im Heck, um die Hinterreifen zu entlasten. Es schafft auch mehr Freiheiten bei der aerodynamischen Gestaltung der Heckpartie. Dort sind auch die größten Änderungen zu erwarten. Die Mercedes-Techniker haben auch neue Auspufflösungen durchgespielt, waren aber nicht hundertprozentig überzeugt, ob die McLaren-Variante der Weisheit letzter Schluss ist. "Wir sehen immer noch die Gefahr, dass die Auspuffgase die Hinterreifen aufheizen", erzählt Ross Brawn. Möglicherweise gibt es noch einige weitere unsichtbare Entwicklungen am Silberpfeil. Ross Brawn und Norbert Haug tun jedenfalls ziemlich geheimnisvoll.

Auch Lotus zählte zu den Teams, die bereits in China mit einer Ausbaustufe aufgetaucht waren. Zunächst mussten bis auf den Heckflügel und die hinteren Spurstangen alle neuen Teile zurückgezogen werden, weil sich der prognostizierte Abtriebsgewinn nicht einstellen wollte. In Bahrain kamen die Modifikationen an den Leitblechen, dem Unterboden und der Motorabdeckung wieder dran. Nur der neue Frontflügel blieb in der Kiste. Technikchef James Allison will in Mugello weitere Neuheiten nachschieben. Auch einen neuen Auspuff? "Wir sind mit unserem Auspuff sehr konservativ. Natürlich haben wir die Varianten von Red Bull und McLaren im Windkanal erprobt, kamen aber bis jetzt auf keinen grünen Zweig damit." Das kann sich aber noch ändern.

Auch die kleinen Teams legen nach

Sauber wird in Mugello mit 90 Prozent der Evolutionsstufe fahren, die für Barcelona geplant ist. Technikchef Matt Morris spricht von zufriedenstellenden Windkanaldaten. "Wir sollten auf jeden Fall das Entwicklungstempo unserer Gegner halten können." Force India muss aufholen, auch wenn Paul di Resta in Bahrain acht Punkte auf das Teamkonto gefahren hat. Die meisten Änderungen werden im Heck erwartet. Man hört, dass der Auspuff nach Vorbild von Sauber, McLaren und Red Bull nach außen blasen soll. Technikchef Andy Green hatte sich beim Basisauto für den konventionellen Weg entschieden. "Wir können nicht wie die großen Teams Parallelprojekte fahren, sondern müssen uns für eine Lösung entscheiden", erklärt Nico Hülkenberg. Es sind jedoch Zweifel angebracht, ob der Auspuff tatsächlich so eine große Bedeutung hat. Williams hält mit einer stinknormalen Version, die nach innen auf das untere Heckflügelelement zielt, gut mit. ToroRosso will trotz neuer Seitenkästen, Leitbleche und Flügel in Bahrain ein zweites Paket nachschieben. Was zeigt, dass man sich auch im Mittelfeld nicht ausruhen kann.

Selbst am Ende des Feldes wird fleißig entwickelt. Marussia schiebt weitere Modifikationen nach. "Es ist noch nicht ganz klar, wie viel wir von unserem Barcelona-Paket wir fertigkriegen. Man darf nicht vergessen, dass wir immer noch ein kleines Team sind", erklärt Timo Glock. Die Politik der kleinen Entwicklungsschritte hat sich bewährt, auch wenn die in Bahrain präsentierten Leitbleche offenbar nicht den erwünschten Erfolg gebracht haben. Glock: "Bei den großen Upgrades besteht die Gefahr, dass du nicht verstehst, wenn etwas nicht funktioniert." Bei Caterham hofft Heikki Kovalainen, dass die Arbeit im Windkanal von Williams endlich anschlägt. "Uns fehlt generell noch Abtrieb. Ich verliere beim Bremsen und Einlenken zu viel Zeit. Das Untersteuern wurde zwar reduziert, aber nur durch mechanische Tricks. Da muss noch etwas von der Aerodynamik kommen." HRT F1 fehlt in Mugello. Trotzdem will der spanische Rennstall in Barcelona mit einer Ausbaustufe antreten. "Der Umzug in unsere neue Fabrik, Testfahrten in Mugello und die Fertigstellung der neuen Teile wäre für uns zu viel gewesen", erklärte Teamchef Luis Perez-Sala.

auto motor und sport wird wie bei den Winter-Testfahrten alle drei Tage in Mugello dabei sein und Sie mit unserem Live-Ticker und allen News versorgen. Außerdem werden wir sie über alle technischen Updates informieren.

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