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Formel 1 trotzt Finanzkrise

Foto: dpa

Das Erdbeben in der Finanzwelt bekommt auch die Formel 1 zu spüren.Doch die Erschütterungen werden das PS-Imperium nicht zum Einsturz bringen. Dafür hat Bernie Ecclestone schon (vor-)gesorgt.

29.09.2008

Mit seinem Drang gen Osten hat der abwechselnd als "Pate", "Godfather" oder "Formel-1-Herrscher" bezeichnete Brite längst der Hochgeschwindigkeits-Branche neue Märkte erschlossen.

Der 77 Jahre alte ehemalige Gebrauchtwagen-Händler mit dem untrüglichen Instinkt fürs Geschäft hat früh erkannt, wo die Zukunft seines Zirkus’ liegt. Südostasien und der Mittlere Osten sind in, Europa ist out. "Seit Jahren sage ich schon, wir müssen nach Osten, nicht nach Westen", wiederholte der Multi-Milliardär in Singapur.

Mit der asiatischen Millionen-Metropole als Standort des ersten Nacht-Grand Prix der Formel 1 ist dem kleinen Ecclestone einer seiner größten Vermarktungs-Coups gelungen. 100 Millionen Euro und zehn Monate Arbeit hat es gekostet, um die PS-Show mit ihren spektakulären Bildern in das rechte Licht unter 1.500 Scheinwerfern zu rücken. Singapur sei schon jetzt "mehr oder wenige das Kronjuwel der Formel 1", sagte Ecclestone, der mit den Organisatoren in dem autokratischen Stadtstaat einen Fünf-Jahres-Vertrag hat.

"Bernie ist älter als viele Leute, aber in seinen Visionen ist er 20, 30 Jahre jünger", sagt Katja Heim, die mit ihrer Agentur KHP mehrere Formel-1-Strecken unter anderem in Bahrain vermarktet. "Wir müssen uns daran gewöhnen, gerade in Europa, dass die Formel 1 noch internationaler wird." Die Formel 1 sei nunmal "die größte und beste Business-Plattform".

In den vergangenen Jahren kamen Malaysia, Bahrain, China, die Türkei und Singapur neu auf die Formel-1-Landkarte. Ab 2009 ist Abu Dhabi dabei, Indien soll 2010 folgen, auch Korea ist fester Kandidat. Japan und Australien zählen schon seit langem dazu. Europa verlor hingegen Rennen, auch weil sich diese wirtschaftlich nicht mehr rechneten. Allerdings: Die Zuschauer in den neuen Formel-1-Ländern haben die Grand Prix’ längst noch nicht angenommen.

BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen sieht den Aufbruch nach Osten ebenfalls als "richtigen Zug" an. Natürlich sei dies keiner, der sich innerhalb von zwei, drei Jahren auszahle. Infrastruktur und Verständnis für die Formel 1 müssten wachsen. Aber: "Die Formel 1 wäre schlecht beraten, wenn sie sich dieses Feld nicht erschließt." Das werde nicht nur Publikum generieren, "sondern auch Wirtschaftskraft für die Formel 1", sagt der Chef des BMW-Sauber-Teams. "Denn in dem Maße, wie sich das Publikum für die Formel 1 interessiert, werden sich auch asiatische Unternehmen interessieren und damit als Partner infrage kommen."

Ganz kann sich die "Königsklasse" aber nicht von weltweiten Entwicklungen abkoppeln. So hat der Zusammenbruch der Investmentbank "Lehman Brothers", die Anteile an den Vermarktungsrechten hatte, Folgen für die Formel 1, wenn auch keine dramatischen. Doch selbst die Teams bekommen die abkühlende Wirtschaft zu spüren. "Die Formel 1 ist von dieser Welt und kann sich solchen weltweiten Einflüssen nicht entziehen", weiß Theissen. "Das spürt man sowohl in der wirtschaftlichen Situation der eigenen Firma als auch natürlich in der der Partner, die auch davon betroffen sind."

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