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Formel 1-Überholstatistik 2014

601 Überholmanöver in 12 Rennen

Vettel vs. Magnussen - GP Belgien 2014 Foto: xpb 36 Bilder

Die Formel 1 musste sich in diesem Jahr bereits viel Kritik anhören. Ein Argument ist bereits mehrfach widerlegt. Die neue Königsklasse ist nicht langweilig. Eher das Gegenteil. Zuletzt gab es PS-Krimis am Fließband. 601 Überholmanöver in den ersten 12 Grand Prix des Jahres belegen das.

03.09.2014 Michael Schmidt

Die Pessimisten haben vor dieser Saison gewarnt. Große Zeitdifferenzen zwischen den Guten und den Schlechten, weniger Wirkung vom Klappflügel, kein direkter Boost wie beim alten KERS. Man sagte der Saison 2014 viele langweilige Rennen voraus, und die ersten beiden Grand Prix des Jahres schienen den Kritikern Recht zu geben.

In Melbourne gab es 35 Überholmanöver, in Sepang 42. Das war nicht viel weniger als im Vorjahr (Melbourne 58, Sepang 46), aber in der allgemeinen Hysterie reichte das aus, der Königsklasse ein böses Ende vorauszusagen.

Dann kam Bahrain und die Wende. Überall im Feld tobte der Zweikampf. Lewis Hamilton und Nico Rosberg führten zu ersten Mal ihr teaminternes Duell um den WM-Titel auf. Dahinter kämpften sich die Red Bull-Fahrer und Force India-Piloten durch das Feld. Das resultierte in 78 Überholmanövern.

Die Kritiker waren verstummt, vor allem als der gute Eindruck von Bahrain in Barcelona und Monte Carlo bestätigt wurde. Barcelona sah 43 Überholmanöver und ein elektrisierendes Finale. In Monte Carlo gab es 34 Positionswechsel. 12 mehr als im Vorjahr, jeweils 11 mehr als 2012 und 2011.

Selbst in Budapest wurde 57 Mal überholt

Inzwischen kann sich die Formel 1 vor PS-Krimis gar nicht mehr retten. Montreal, Silverstone, Hockenheim, Hungaroring und Spa: Zweikämpfe, wohin man schaut, Rad an Rad mit und ohne Feindkontakt. Da geriet ein guter Grand Prix wie der am Red Bull-Ring mit 58 Überholmanövern schon fast zur Normalkost.

Selbst in Budapest wurde in diesem Jahr fleißig überholt. 57 Mal, zählte die Statistik. 2013 waren es 31, 2012 nur 19 Überholmanöver. Nur 2011 steht mit 75 Überholvorgängen am Hungaroring besser da. Vor drei Jahren regnete es in Ungarn. Das hilft immer.

Wie werden Übermanöver gezählt? Mercedes nutzt dabei die Rundentabellen, die GPS-Signale und auch TV-Aufnahmen. Ein Platztausch in der ersten Runde wird nicht mitgezählt, genau wie Überrundungen oder Positionswechsel, bei denen eines der beiden Autos aus technischen Gründen langsam geworden ist.

Die erste Runde ist naturgemäß die intensivste im ganzen Rennen. Nur ein Beispiel. In Silverstone kam es bei der diesjährigen Ausgabe zwischen Start und der ersten Zielpassage zu 39 Positionsverschiebungen. Im Rest des Rennens nur zu 31.

Rekordhalter ist Hockenheim mit 87 Überholmanövern

Insgesamt wurde bei den ersten zwölf Grand Prix 601 Mal überholt. Macht einen Schnitt von 50,1 Überholmanövern pro Rennen. Der Anteil der Manöver mit Hilfe von DRS schwankt je nach Strecke. In Bahrain kam es zu 54 "normalen" Überholmanövern und zu 24 mit DRS. Umgekehrte Verhältnisse in Hockenheim: 34 "normale" Überholvorgänge, 53 mit dem Klappflügel.

Rekordhalter ist Hockenheim mit 87 Überholmanövern. Am wenigsten wurde in Silverstone überholt. Nur 31 Mal. Gefühlt war es häufiger. Aber Überholen ist nicht mehr so einfach wie in den Jahren zuvor.

Der Top-Speed-Gewinn mit geöffneten DRS ist geringer, weil die Autos generell effizienter geworden sind. Die Pirelli-Reifen sind auch nicht mehr eine Wundertüte wie 2011, 2012 und zu Beginn der Saison 2013. Dafür stattet die Rennleitung die Fahrer seit dem GP Österreich mit mehr Freiheiten aus. Es wird nicht mehr jeder Bagatellfall bestraft. Die Folge: Die Fahrer trauen sich mehr.

Die schlechtesten Jahre waren 2000 und 2008

Wer die alten Zeiten heroisiert, der schaut mit verklärtem Blick auf die Vergangenheit. Überholstatistiken werden seit 1981 geführt. Die wenigsten Überholmanöver gab es 2000 und 2008. Insgesamt 137 über die gesamte Saison. 2000 hat das bei 17 Rennen einen Schnitt von 8,1 Überholmanöver pro Rennen ergeben. 2008 schneidet mit 18 Grand Prix und einem Schnitt von 7,6 Überholvorgängen noch schlechter ab.

Als beste Jahre stellten sich 2011 mit 1.306 Positionswechseln in 19 Rennen und 2013 mit 1.404 Überholvorgängen in 20 Läufen heraus. Macht 68,7 respektive 70,2 für jeden Grand Prix. Die Erklärung ist einfach: Es waren die ersten beiden Jahre mit Pirelli, die auf Anordnung von Bernie Ecclestone kurzlebige Reifen lieferten. Da kam es 2011 selbst im Barcelona zu 83 Überholmanövern. Und beim Chaosrennen in Montreal, das Jenson Button 2011 mit sechs Boxenstopps gewann, sogar zu 176.

Der allgemeine Überholtrend zeigt jedenfalls wieder nach oben und bestätigt damit auch die Regelhüter. In den frühen 80er Jahren lag er zwischen 40 und 42 Überholmanövern pro Rennen. Dann stürzten die Werte bis 1995 dramatisch ab. Zwischen 1995 und 2009 froren die Durchschnittswerte zwischen 8 und 13 Überholmanövern pro Grand Prix ein. Es gab einen einzigen Ausreißer mit durchschnittlich 20 Positionswechseln – das Jahr 2003. Seit 2010 geht es steil bergauf. Dass die Kurve in der zweiten Hälfte 2013 und 2014 wieder etwas gefallen ist, liegt an den verlässlicheren Reifen.

Grand PrixÜberholmanöver
GP Australien35
GP Malaysia42
GP Bahrain78
GP China45
GP Spanien43
GP Monaco34
GP Kanada47
GP Österreich58
GP England31
GP Deutschland87
GP Ungarn57
GP Belgien44
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