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Formel 1 vor Verkauf?

Wer kauft eine Serie die "Mist" ist?

Formel 1-Flagge - 2015 Foto: xpb 41 Bilder

Die Financial Times meldet, dass sich Investoren aus den USA und Katar für die Formel 1 interessieren. Doch wie passt das damit zusammen, dass Formel 1-Chef Bernie Ecclestone in Spielberg sagt: "Die Formel 1 ist Mist"? Und Red Bull-Chef Dietrich Mateschitz schlug in die gleiche Kerbe.

25.06.2015 Michael Schmidt

Verkaufsgerüchte um die Formel 1 tauchen in regelmäßigen Abständen auf. Mal ist es Medien-Mogul Rupert Murdoch, mal sein US-Kontrapart John Malone, mal Red Bull und jetzt eine Gruppe von Investoren aus den USA und Katar. Die Financial Times meldet, dass RSE Ventures-Chef Stephen Ross und die Qatar Sports Investment Group ein Angebot abgegeben hätten, das zwischen 7 und 8 Milliarden Dollar liegt.

Der Kaufpreis bezieht sich auf 100 Prozent der Anteile. Dem einzigen stimmberechtigten Aktionär CVC gehören aber nur 35,1 Prozent. Bernie Ecclestone selbst hält 5,3, der Bambino Trust 8,5 Prozent. Der größte Anteilseigner, der keine Stimmrechte besitzt, ist derzeit Waddell & Reed mit 20,9 Prozent.

Trotz der anhaltenden Kritik an der Königsklasse brummt das Geschäft. Die jährlichen Einnahmen liegen bei rund 1,5 Milliarden Dollar. CVC ist jedoch nervös geworden. Das Interesse an der Formel 1 sinkt. Es gibt noch kein tragfähiges Zukunftskonzept. Die anderen Investoren wollen bis 2017 die versprochene Rendite sehen. Immer wieder ist zu lesen, dass CVC verkaufen oder an die Börse gehen will. Das geht aber nur mit positiven Nachrichten. Die muss man derzeit mit der Lupe suchen.

Wer kauft die Formel 1-Katze im Sack?

Immer wenn die Formel 1 vor dem Verkauf steht, ist Wachsamkeit angesagt. Derlei Gerüchte werden gezielt gestreut, um irgendetwas zu bewegen oder zu verhindern. Laut dem Bericht der Financial Times gibt es noch keine fixe Offerte. Bernie Ecclestone wird mit den Worten zitiert: "Mir ist nicht bekannt, dass ein Angebot auf dem Tisch liegt". CVC verweigert jeden Kommentar. Die FIA hat noch keine Anfrage erhalten, den künftigen neuen Besitzer zu genehmigen.

Aus der Sicht von CVC könnte man die Dringlichkeit eines Verkaufs verstehen. Besser verkaufen, solange die Ware noch etwas wert ist. Doch ist sie das überhaupt noch? Auch die angeblichen Interessenten dürften verstanden haben, dass die Formel 1 in Problemen steckt.

Noch kennt keiner den Plan für 2017. Noch kann keiner abschätzen, ob ein neues Reglement, wie immer es aussieht, den Sport auch tatsächlich wiederbelebt. Würden Sie die Katze im Sack kaufen? Für die Kleinigkeit von 8 Milliarden Dollar?

Die genannten Investoren machen nicht zum ersten Mal Geschäfte. Sie werden angesichts der fallenden Kurse warten, bis der Preis stimmt. Es wäre Geldverschwendung, jetzt einzusteigen. Außer sie müssten Angst haben, dass es Mitbieter gibt. Aber die stünden vor dem gleichen Problem. Deshalb ist es eher unwahrscheinlich, dass bei den vielen offenen Fragen irgendeiner blind ein Produkt mit unsicherer Zukunft kauft.

Ist Ecclestones Nestbeschmutzung Kalkül?

Der größte Widerspruch zu dem kolportierten Verkauf ist das Verhalten von Bernie Ecclestone. Der Formel 1-Chef gab beim GP Österreich erneut ein vernichtendes Gesamturteil ab: "Die Formel 1 ist Mist." Alles Kalkül, um für RSE Ventures und die Kataris den Preis zu drücken? Noch ist Bernie Ecclestone ein Angestellter von CVC. Die würden sich bedanken, wenn sie nach dieser Aussage einen schlechteren Preis bekommen.

Komischerweise zog auch Red Bull-Boss Dietrich Mateschitz im Vorfeld seines Heimrennens über die Formel 1 und ihre Regeln her. Auch das ist keine Werbung für ein Produkt, das verkauft werden soll. Es sei denn, die potenziellen Käufer sind aus Sicht von Mateschitz die falschen. Man sagt dem Softdrink-Zar aus Salzburg ja nach, dass er selbst Interesse daran hätte, die Rechte an dem Sport zu erwerben. Dann gilt: je billiger, umso besser.

Der Doppelpass, den Mateschitz mit Ecclestone spielt, geht nun schon verdächtig lange. Meistens taucht die Kritik an der Formel 1 von den beiden ziemlich zeitgleich auf. Als hätte man sich abgesprochen. Die Rücktrittsdrohungen von Red Bull müssen auf Stephen Ross und sein Gefolge abschreckend wirken. Das Feld wäre weniger attraktiv ohne die beiden Red Bull-Teams. Aber vielleicht war genau diese Message die beabsichtigte Abschreckung für Kaufinteressenten, die Ecclestone und Red Bull nicht genehm sind.

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