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Formel 1-Wahnsinn Monaco

"Da hilft nur noch beten"

Kimi Räikkönen Foto: dpa 45 Bilder

Gäbe es in einem Formel 1-Auto einen Beifahrersitz, hätten die Passagiere nach einer Monte Carlo-Runde viel zu erzählen. Fernando Alonso und Co. berichten, welche Stellen für den größten Adrenalin-Kick sorgen.

24.05.2009 Michael Schmidt

Eigentlich ist es ein Widerspruch. Mit 750 PS durch die Stadt. Das ist wie ein Elefant im Porzellanladen. Oder wie Nelson Piquet senior einmal so schön sagte: "Wie Hubschrauberfliegen im Wohnzimmer." Eine Mitfahrt im Cockpit wäre auf dem Stadtkurs in Monaco ein einmaliges Erlebnis. Möglicherweise aber ein Erlebnis mit psychologischen Spätfolgen. Die Grand Prix-Asse berichten, wo dem Beifahrer das Herz in die Hose fallen würde.

Blind über die Kuppe

Für Fernando Alonso ist das Anbremsen der Hafenschikane der spektakulärste Teil einer Runde in Monte Carlo. "Du fährst am Ausgang des Tunnels mit 295 km/h über eine Kuppe blind auf die Schikane zu, siehst weder den Bremspunkt noch die Kurve und gehst im letzten Augenblick voll in die Eisen. Spätestens da würde dein Beifahrer anfangen zu beten."
 
Nico Rosberg glaubt, dass die Massenet-Linkskurve am Ende des Bergaufstücks den größten Mut verlangt: "Du kommst mit Vollgas die Steigung hoch und siehst einen Augenblick nur Himmel. Trotzdem lässt du über die Kuppe voll stehen. Da wird das Auto ganz leicht, und plötzlich taucht wie aus dem Nichts diese Linkskurve auf. Da würde dir als Mitfahrer das Herz für zwei Schläge aussetzen."

Es rüttelt und schüttelt

Sebastian Vettel bezeichnet die Passage zwischen Massenet und Mirabeau als den Punkt, bei dem Nicht-Formel 1-Fahrer den Atem anhalten würden. "Alle Ecken sind blind. Erst kommst du über die Kuppe und es geht unheimlich schnell nach links. Du fährst über einen Buckel, das Auto wird leicht, wieder siehst du die Kurve nicht und es geht scharf nach rechts am Casino vorbei. Dann fällt die Straße extrem steil ab, du musst voll in die Eisen, es ist fast kein Sturzraum da, und es rüttelt und schüttelt, weil es da so viele Bodenwellen gibt. Ich glaube, da würde ein Beifahrer am meisten nervös."

Die vielen Steigungen, Abfahrten und blinden Kurven werden auf den Fernsehbildern kaum deutlich. Auch die Onboard-Perspektive kann nur einen abgeschwächten Eindruck von der Achterbahnfahrt im Hafen des Fürstentums bieten. Nur in einem einzigen Punkt hat Monaco nicht ganz so viel zu bieten: "Die Fliehkräfte sind hier nicht das schlimmste Problem, weil die ultraschnellen Kurven fehlen", erklärt Vettel den Unterschied zu reinen Rennstrecken. Für Nicht-Rennfahrer dürfte aber auch das keinen großen Unterschied mehr machen.

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