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Formel 1: Williams beim GP Monaco

Kanaldeckel schuld an Barrichello-Crash?

Williams, Rubens Barrichello, GP Monaco Foto: dpa 30 Bilder

Experten der FIA haben den Unfall von Rubens Barrichello beim GP Monaco untersucht. Offenbar steht jetzt fest, dass ein loser Kanaldeckel den linken Hinterreifen aufgeschlitzt hat. Williams verlor in Monte Carlo gleich zwei Autos durch Highspeed-Unfälle.

21.05.2010 Michael Schmidt

Für Rubens Barrichello war es ein Schlag aus heiterem Himmel. "Irgendetwas muss links hinten gebrochen sein", berichtete der Brasilianer gleich nach dem Rennen. In der 31. Runde war der GP-Veteran auf der Steigung zum Casino spektakulär in die Leitplanken geflogen. Mittlerweile ist man schlauer. Der linke Hinterreifen ist explodiert. Doch es war kein normaler Reifenplatzer.

Kanaldeckel im Verdacht

Ein scharfkantiges Objekt hat den Reifen aufgeschlitzt. Da kommt jener Kanaldeckel in Verdacht, der in den Runden 44 und 45 des GP Monaco die dritte von vier SafetyCar-Phasen auslöste. Die Rennleitung musste den Grand Prix neutralisieren, um den Streckenposten Gelegenheit zu geben, den Abwasserdeckel fest im Boden zu verankern.
 
Experten der FIA und von Williams haben versucht, den Unfallhergang zu rekonstruieren. Offenbar ist folgendes passiert: Barrichello kam mit dem linken Vorderreifen auf den Kanaldeckel, der dann durch den Unterdruck, den das Auto produziert, hochgesaugt wurde und dabei den Hinterreifen zerstörte.Das würde bedeuten, dass die Drainagevorrichtung nicht ordnungsgemäß verschraubt war. Die Telemetrie zeigte 260 km/h, als der Williams mit Barrichello als hilflosem Passagier vor der Massenet-Kurve plötzlich nach links abbog. Das einzige, was am Auto heil blieb, waren Chassis und Motor.
 
Der Cosworth V8 wird aus Sicherheitsgründen bei künftigen Veranstaltungen nur noch im Freitagstraining eingesetzt. Das Getriebe ersetzt Williams, obwohl es vermutlich gerettet hätte werden können. Aufhängungen, Flügel, Bremsen, Unterboden und die Verkleidung sind Schrott.

Auch Nico Hülkenberg hatte beim GP Monaco einen Crash

Gleiches gilt für den anderen Williams von Nico Hülkenberg. Der Deutsche war in der ersten Runde in die Tunnelmauer eingeschlagen. Auch dieser Unfall ist geklärt. Hülkenberg, der wegen eines Kupplungsproblems von ganz hinten starten musste, traf in der Startrunde das Heck von Bruno Sennas HRT. Dabei ging die rechte Frontflügelaufhängung zu Bruch. Auch der andere Pfeiler hatte einen Kratzer abbekommen. Weil fünf extrem langsame Kurven folgten, merkte Hülkenberg nichts von dem Schaden. Der Flügel hing nur noch an einem defekten Pfeiler. Der brach dann bei einem Tempo von 250 km/h unter dem Anpressdruck auch noch ab. Ohne Frontflügel ging es für den Deutschen schnurstraks in die Mauer.
 
Williams wird für das Crashfestival noch in Istanbul bezahlen. Den neuen Frontflügel gab es nur in zwei Exemplaren. "Wir können ihn nicht bis zum nächsten Rennen reproduzieren", bedauert Technikchef Sam Michael. Es wäre mit Kopfständen in der Fabrik vielleicht möglich gewesen, "aber dann hätten wir nicht mehr die nächste Evolution für Montreal geschafft." Da der kanadische Kurs ein spezielles Aerodynamik-Paket verlangt, musste Williams für Istanbul Kompromisse eingehen. Der Rückgriff auf die Barcelona-Version kostet ungefähr ein Zehntel in der Rundenzeit. Beim Heckflügel und Diffusor, die in Monte Carlo ebenfalls neu waren, können bis zum GP Türkei dagegen wieder je zwei neue Exemplare gefertigt werden.

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