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Formel 1: Willy Rampf nimmt Abschied von Sauber

Statt F1-Autos baut er nun eine Garage

Willy Rampf Foto: Sauber 20 Bilder

Willy Rampf, Technischer Direktor bei Sauber, nimmt beim Formel 1 Grand Prix von China Abschied von der Königsklasse des Motorsports. 14 Jahre lang war er in Diensten von Sauber unterwegs, nun will er einen Gang zurückschalten.

18.04.2010 Bianca Leppert

Die meisten Menschen gehen mit 65 Jahren in Rente, bei Willy Rampf muss man diese Zahl einmal drehen. Der 56-Jährige legt seinen Posten als Technischer Direktor bei Sauber nieder und will sich nun mehr um seine Familie kümmern. Als Ruhestand kann man diesen Abtritt allerdings nur bedingt bezeichnen, schließlich will Rampf irgendwann wieder eine neue Aufgabe übernehmen. Vielmehr setzt er andere Prioritäten.

Mehr Zeit für die Familie

"Ich will mehr Zeit für mich und meine Frau haben", sagt Rampf. "Ich habe eine Familie mit drei Kindern und habe die in den letzten Jahren vernachlässigt. Nachholen kann man nichts, aber ich will die Zeit wenigstens jetzt nutzen, das zu machen, was ich mir schon lange vorgenommen habe."
 
Das erste Projekt, das auf der Agenda steht, ist der Bau einer Garage für das Auto seiner Frau. "Den Garten habe ich schon umgegraben, das ist erledigt", witzelt Rampf. "Ich brauche aber eine neue Garage. Ich reiße die aktuelle ab und baue eine große Doppelgarage. Dieses Projekt muss ich heuer noch verwirklichen, bevor der Winter kommt. Denn derzeit steht das Auto von meiner Frau im Freien und die hat keine Freude daran, wenn sie im ganzen Winter das Auto abkehren muss und mein Lambo steht in der Garage und wird nicht benutzt."

Abschied war lange geplant

Rampfs Abschied kommt nicht überraschend. Bereits seit einem Jahr hat er den Rückzug geplant. Für Teamchef Peter Sauber sicher keine leichte Trennung. "Willy hat viele Stärken", lobt er seinen Techniker. "Er fing bereits vor 14 Jahren als Renningenieur bei uns an." Beim Grand Prix von China ist Rampf das letzte Mal auf einem Rennen dabei, Ende des Monats packt er auch im Büro seine Sachen in einen großen Karton.

Sentimental wird Rampf deshalb nicht - noch nicht. "Ich habe mich und das Team schon länger darauf vorbereitet", sagt Rampf. "Ich denke die größere Überraschung und die Frage ob es wirklich richtig war, kommt erst danach."

Rampf muss seinen Nachfolger nun einarbeiten

Viel Zeit den schönen Zeiten nachzuweinen hat Rampf momentan ohnehin nicht. Er muss seinen Nachfolger James Key einarbeiten, der in China zum ersten Mal für Sauber im Einsatz ist und vorher bei Force India war. "Es wird sicher nicht einfach für Key, das Team nun zu übernehmen", prophezeit Sauber und spielt dabei auch auf die Probleme an, mit denen sich die Schweizer Mannschaft momentan herumschlägt. Ärgert es Rampf da nicht, ausgerechnet jetzt zu gehen, wo ihn sein Ehrgeiz packen müsste? "Es wäre sicher schöner, wenn man erfolgreicher ist", meint Rampf. "Aber mein Ego verträgt das. Es war ja schon lange geplant."

Nun muss Key die gebeutelte Sauber-Besatzung als neuer Steuermann sicher durch den Sturm lotsen. Keine leichte Aufgabe. "Ich habe viel über das Auto gehört, aber es jetzt zum ersten Mal aus der Nähe gesehen", meint Key über den Sauber  C29, der noch aus BMW-Feder stammt. "Es ist ein sehr sauber gebautes Auto, aber es gibt einige Stellen, wo wir ansetzen müssen."
 
Key blickt positiv in die Zukunft. "Wir können das gleiche Entwicklungstempo gehen wie Force India. Vielleicht muss ich andere Prioritäten setzen, aber die Technik und das Budget dazu sind da. Force India muss unser Ziel sein. Es gibt keinen Grund, warum wir sie nicht einholen sollten." Bleibt für Sauber zu hoffen, dass er Recht behält.

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