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Formel 1-WM-Dreikampf in Brasilien

Vettel gewinnt, doch der Sieger heißt Webber

Mark Webber Foto: xpb 36 Bilder

Sebastian Vettel holt in Sao Paulo seinen vierten Saisonsieg. Doch Mark Webber hat immer noch sieben Punkte Vorsprung auf ihn. Und nur acht Zähler Rückstand auf Spitzenreiter Fernando Alonso. Diese Konstellation macht Webber zum heimlichen Sieger von Interlagos.

07.11.2010 Michael Schmidt

Jetzt wird gerechnet. "Ich habe es am einfachsten", rekapitulierte Fernando Alonso seinen dritten Platz hinter den Red Bull-Piloten Sebastian Vettel und Mark Webber. "Wenn ich Zweiter werde, bin ich Weltmeister. Egal was passiert." Bei Red Bull müssen sich die Teamverantwortlichen nach dem Kater der Konstrukteurs WM-Party den Kopf zerbrechen. Vettel kann nur Weltmeister werden, wenn Alonso in Abu Dhabi auf Platz fünf oder schlechter ins Ziel kommt.

Für Webber reicht es nur ab Platz drei für Alonso. Dann muss er das Saisonfinale entweder aus eigener Kraft gewinnen oder auf Vettels Hilfe hoffen. Lewis Hamilton bräuchte mit 24 Punkten Rückstand ein Erdbeben oder einen Wolkenbruch in der arabischen Wüste. Beides kommt dort höchst selten vor.

Red Bull muss Machtwort sprechen

Webbers bester Verbündeter ist Alonso. Es ist kaum anzunehmen, dass der Ferrari-Pilot bei normalem Rennverlauf schlechter als auf Platz vier klassiert wird. Damit wäre Vettel aus dem Titelrennen. Und damit wäre Red Bull gezwungen, ein Machtwort vom Kommandostand zu sprechen, sollte Vettel vor Webber liegen. Der Australier wirkte nach dem GP Brasilien erleichtert. Er hält jetzt die besseren Karten in der Hand. Bis zum vorletzten Rennen konnte Red Bull seine Fairplay-Masche durchziehen, doch wenn es im Finale ans Eingemachte geht, dann liegt bei diesem Szenario ein Platztausch auf der Hand.

Webber prophezeit bereits: "Die WM entscheidet sich in der letzten Runde." Wer zwischen den Zeilen liest, weiß was das bedeutet. Der WM-Zweite erwartet im Ernstfall, dass Vettel zur Seite rückt. Der ziert sich, natürlich auch um den Teamkollegen in Unsicherheit zu wiegen. "Ich bin zur Schule gegangen", erwidert Vettel die obligatorische Frage nach einer Stallregie. "Wenn es soweit ist, werde ich eine Entscheidung treffen. Was genau das heißt, da müsst ihr bis Abu Dhabi zappeln."

Hilfe für Webber würde Vettel Sympathien bringen

Vettel weiß auch, dass es für sein Image kein Ruhmesblatt wäre, wenn er seinem Team einen Fahrertitel vereitelt. Chefdesigner Adrian Newey lässt keinen Zweifel daran, was er erwartet, wenn der entscheidende Funkspruch kommt. "Dann sollte der entsprechende Fahrer den Hinweis befolgen."

Vettel weiß, dass ihm die Schützenhilfe für Webber einen Sympathiebonus einbringen wird, sollte er selbst chancenlos sein. Was um so mehr zählt, da jeder weiß, dass Webber und Vettel seit der Kollision beim GP Türkei nicht mehr die besten Freunde sind. Am Ende wird es für Webber mit Vettels Hilfe immer ein bisschen wie ein geschenkter Titel aussehen. Dazu war die zweite Saisonhälfte des Deutschen zu stark.

Red Bull beginnt zu rechnen

Sollte Vettel den letzten Grand Prix des Jahres anführen, dann wird er das bis zur vorletzten Runde tun. Weil immer noch eine Konstellation eintreten könnte, die ihn zum Weltmeister macht, oder bei der Webber den Titel sowieso abschreiben muss. Zum Beispiel wenn sich Lewis Hamilton auf Platz zwei zwischen die beiden Red Bull-Piloten schiebt. Mit einem dritten Platz könnte Webber Alonso nicht überholen, vorausgesetzt der würde auf Rang vier rangieren.

Red Bull-Berater Helmut Marko wollte in der Feierstimmung um den Konstrukteurs-WM-Titel keine Stallregie-Überlegungen anstellen: "Heute wird gefeiert, morgen gerechnet." Landsmann Niki Lauda höhnte: "Es lebe der Sport. Wie lange wollt ihr das noch durchhalten?" Marko gibt siegestrunken zurück: "Da wird uns bis nächste Woche schon etwas einfallen."

Alonso will Titel aus eigener Kraft

Alonso sieht seine Chancen noch intakt. Der Spanier glaubt, dass er auch aus eigener Kraft auf Platz zwei fahren kann. "Die Red Bull werden in Abu Dhabi stark sein. Vielleicht stärker als in Brasilien. Aber ich sehe zwei Gelegenheiten, zwischen die beiden zu fahren. Eine Superrunde in der Qualifikation oder ein Superstart." Mit anderen Worten: Bin ich einmal an einem der beiden vorbei, bleibe ich auch dort.

Vom Top-Speed her kann es der Ferrari allemal mit Red Bull aufnehmen. Alonso kennt sich aus mit engen Titelentscheidungen: "Red Bull muss viel rechnen. Liege ich auf Platz fünf, kann Vettel Weltmeister werden. Bin ich Dritter oder Vierter hat nur noch Webber eine Chance. Ich dagegen habe einen klaren Plan."

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