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Formel 1 McLaren

Wurde Hamilton von Button ausgetrickst?

Formel 1 GP Türkei 2010 Highlights Foto: xpb 29 Bilder

Die McLaren-Fahrer Lewis Hamilton und Jenson Button boten beim GP Türkei einen tollen Zweikampf. Danach befahl McLaren beiden Piloten Sprit zu sparen. Aber eigentlich hätte es zu diesem Duell gar nicht kommen dürfen. Darauf deuten neue Mitschnitte vom Bordfunk hin.

07.06.2010 Michael Schmidt

Es passierte am Ende der 48. Runde. Jenson Button attackierte Lewis Hamilton auf der Außenseite von Kurve 12. Durch die nächsten beiden Kurven kämpften sich die beiden McLaren-Piloten im Parallelflug. Als das Duo in die Zielgerade einbog, hatte Button die Nase vorne. Doch Hamilton konterte am Ende der Zielgeraden. Er bremste die erste Kurve später an als sein Teamkollege.

McLaren wollte das gleiche Desaster wie bei Red Bull vermeiden

Button erklärte hinterher: "Ich war beim Beschleunigen in die Zielgerade auf der schlechteren Spur." Danach hatte der McLaren-Kommandostand genug vom Zweikampf seiner Weltmeister. Button bekam den Befehl: "Du musst noch mehr Sprit sparen. Der Verbrauch ist kritisch.
Schone die Reifen in Kurve 8." Da Button bereits zuvor kräftig Benzin gespart hatte, war diese Anweisung überflüssig. Sie bedeutete übersetzt: "Lass Hamilton in Ruhe."

McLaren wollte einer Wiederholung der Red Bull-Pleite vorbeugen. Mark Webber und Sebastian Vettel hatten zuvor gezeigt, wie man es nicht macht. Die beiden Red Bull-Piloten fuhren sich ins Auto. Inzwischen entstehen aber auch Zweifel an der Version, die McLaren nach dem Rennen zum Besten gab. Auf der offiziellen Formel 1-Website formula1.com sind Mitschnitte vom Bordfunk zu hören, der in der offziellen TV-Übertragung offenbar weggedrückt wurde. Und daraus muss man schlussfolgern, dass McLaren nach dem Ausfall von Vettel und dem Boxenstopp von Webber das Rennen offenbar in Ruhe nach Hause schaukeln wollte.

Neuer Erkenntnisse durch den Boxenfunk

Hamilton rechnete nicht mit dem Angriff seines Stallgefährten, was er in der Pressekonferenz nach dem Rennen auch in einem Nebensatz andeutete. "Ich war überrascht, dass mich Jenson überholt hat." Hamilton wurde bereits früh angewiesen, Sprit zu sparen. Das erste Kommando erhielt er bereits zwei Runden vor der Kollision der Red Bull-Fahrer. Womit die These, dass Vettel unter Druck von Hamilton gewesen sei, viel von ihrer Plausibilität verliert. Zu dem Zeitpunkt war Hamilton keine Gefahr für Vettel mehr.

Hamilton wurde instruiert, dass auch sein Verfolger Button in einem Spritsparmodus fahre. Als die McLaren bequem in Führung lagen, kam es zwischen Hamilton und seinem Renningenieur Phil Prew zu folgendem Funkkontakt. Hamilton an Box: "Jenson kommt näher an mich heran, Jungs." Box an Hamilton: "Wir haben verstanden, Lewis." Hamilton an Box: "Wenn ich Tempo rausnehme, wird mich Button dann angreifen?" Box an Hamilton: "Nein Lewis, nein."

Daran schließt sich die Frage, ob Button die gleichen Instruktionen hatte wie sein Landsmann. Offenbar nicht, denn Button hätte gegen die Anweisung seines Teams und seines Renningenieurs Jakob Andreasen nie gewagt, den Teamkollegen in ein riskantes Duell zu verwickeln. Hamilton wiederum ging davon aus, dass er an der Spitze nichts zu befürchten habe. Button hat es ihm bei seinem Gegenangriff allerdings nicht besonders schwer gemacht und relativ früh gebremst. Verschwörungstheoretiker vermuten, dass der Titelverteidiger auf der Zielgerade möglicherweise den Befehl erhalten hat, zurückzustecken. Es wird viel zu erklären geben, beim kommenden GP Kanada in Montreal. Nicht nur im Lager von Red Bull.

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