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Richtlinien für Concorde-Abkommen

Zu viele Bezahlfahrer im Feld

Motor Racing - Formula One World Championship - Korean Grand Prix - Practice Day - Yeongam, Korea 65 Bilder

In einer Pressemitteilung hatte die FIA die Präsentation der neuen Richtlinien für das Concorde Abkommen als Erfolg gefeiert. Die meisten Teams teilen diese Meinung nicht und wollen eine Nachbesserung. Enttäuschung herrscht vor allem darüber, dass die Kostenbremse unter den Tisch zu fallen scheint. Das ist angesichts der finanziellen Notlage vieler Teams ein Fehler. Bestes Indiz dafür ist der hohe Stand an Bezahlfahrern im Feld.

26.10.2012 Michael Schmidt

Am Montag den 22. Oktober bilanzierte die FIA das Treffen zwischen Präsident Jean Todt, Bernie Ecclestone und den Teamchef mit den Worten: "In einem konstruktiven Treffen haben Jean Todt und Bernie Ecclestone den anwesenden Formel 1-Teamchefs die Richtlinien des neuen Concorde Abkommens ab 2013 präsentiert. Alle wollten im Rahmen einer hilf- und ergebnisreichen Debatte Klarheit über die künftigen Strukturen. Als wichtiger Schritt wurde die Zukunft der Formel 1-WM gesichert. In den kommenden Wochen wird es zu einer Einigung der FIA, der Inhaber der kommerziellen Rechte und der Teams kommen."

Fällt Kostenbremse unter den Tisch?

Die meisten Teamchefs drückten hinter vorgehaltener Hand Enttäuschung über das aus, was ihnen da unter die Nase gehalten wurde. Es beginnt bei den deutlich höheren Einschreibegebühren. 500 000 Dollar Fixum pro Team und 5000 Dollar pro Punkt (der Weltmeister bezahlt 6000 Dollar pro Punkt). Es geht weiter beim Regelfindungsprozess, der Bernie Ecclestone alle Macht in die Hände spielen könnte und hört auf bei der Kostenbremse, die unter den Tisch zu fallen scheint.

Kein Wort davon, dass die Ressourcenbeschränkung in das sportliche Reglement oder gar das Concorde Abkommen mit aufgenommen wird. Bernie Ecclestone schlug eine Budgetdeckelung von 250 Millionen Dollar vor, die auch die Fahrergehälter mit einschließt. Das ganze soll 2014 beginnen und ein Jahr später auf 150 Millionen reduziert werden. Eine Lex Red Bull, sagen die Kritiker. 250 Millionen seien exakt das, was der Rennstall der Weltmeister gerade ausgibt.

Talent zählt nicht mehr

Zehn von zwölf Teams sind diese Beträge zu hoch, und sie kommen zu spät. Es ist kein Geheimnis, dass nur Red Bull, Ferrari, McLaren und Mercedes finanziell gesund sind. Alle anderen sind von einer Geldquelle, vom Placet eines Mäzens oder der Sponsormitgift ihrer Fahrer abhängig. "Wenn da nur ein Dominostein umfällt, gibt es bei acht der zwölf Teams ernsthafte Probleme. Und wenn mal ein Team stirbt, kann das schnell zur Epidemie werden", warnt ein Teamchef.

McLaren-Direktor Martin Whitmarsh fürchtet, dass der hohe Stand an Bezahlfahrern ein schlechtes Bild für die Königsklasse abgibt. "Es scheint, dass rund 40 Prozent der Piloten Geld oder Sponsoren mitbringen müssen, um fahren zu dürfen. Aus den Nachwuchsklassen kommt kaum noch einer allein aufgrund seines Talents nach oben. Das ist eine ungesunde Entwicklung."

Whitmarsh hat Recht. Bei vielen Teams hängt die Verpflichtung des Fahrers heute schon von seinem Geldbeutel ab. 2013 könnten es noch mehr werden. HRT braucht Narain Karthikeyan und seine Tata-Millionen, um zu überleben. Bei Marussia soll Max Chilton den Franzosen Charles Pic ablösen. Weil Chilton offenbar noch mehr Geld mitbringt.

Kovalainen Wackelkandidat

Caterham könnte dazu gezwungen sein, im nächsten Jahr mit zwei Bezahlfahrern anzutreten, denn dem Rennstall von Tony Fernandes droht der Verlust von Platz zehn in der Konstrukteurs-WM an Marussia. Da sind gleich zehn Millionen Dollar weniger in der Kasse. Die Verpflichtung von Charles Pic gilt als sicher. Die letzten Gerüchte sprechen davon, dass der Platz von Heikki Kovalainen wackelt. Der Finne verdient angeblich drei Millionen Dollar pro Jahr. Bruno Senna würde eine zweistellige Millionensumme mitbringen. Er ist nun Favorit für das zweite Caterham-Cockpit.

Bottas hat Chancen bei Williams

Bei ToroRosso fahren mit Daniel Ricciardo und Jean-Eric Vergne zwei Piloten von Red Bulls Gnaden. Für das zweite Sauber-Cockpit neben Nico Hülkenberg qualifiziert sich möglicherweise der Fahrer, der den attraktivsten Sponsor im Gepäck hat. Die GP2-Fahrer stehen Schlange in Hinwil. Das Rennen wird aber wohl Esteban Gutierrez machen. Der hält den mexikanischen Sponsor Telmex bei Laune. Wenn Hülkenberg Force India verlässt, dann kann das Team aus einer Liste mit Adrian Sutil, Sebastian Buemi, Jaime Alguersuari und Jules Bianchi auswählen. Eine Stimme aus dem Team: "Ein bisschen Sponsorgeld im Gepäck könnte nicht schaden."

Pastor Maldonado erhält Williams schon seit zwei Jahren am Leben. Der Obolus der venezolanischen Ölindustrie soll im nächsten Jahr auf 51 Millionen Dollar belaufen. Da kann man sich dann sogar das finnische Talent Valtteri Bottas als Nummer zwei leisten.

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