Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Formel lautlos

Keine Elektrofahrt in der Boxengasse

Foto: Lotus 44 Bilder

Das neue Motorenreglement für 2014 beinhaltet nicht nur 1,4 Liter V6-Turbo-Motoren mit Direkteinspritzung und Hybridantrieb. Es sieht auch vor, dass die Autos dann nur noch mit Elektroantrieb durch die Boxengasse fahren. Mercedes, Ferrari und Renault haben die FIA gebeten, auf diesen Passus zu verzichten. Wegen der hohen Extrakosten.

14.10.2012 Michael Schmidt

Mercedes, Ferrari und Renault haben an die FIA einen Brief geschrieben. Sie wollen Präsident Jean Todt umstimmen. Das neue Motorenreglement für 2014 schreibt vor, dass in der Boxengasse nur noch mit Elektroantrieb aus der KERS-Reserve gefahren werden darf. Das aber kostet Geld. Die Motoren sind ohnehin schon teuer genug. Die drei Hersteller haben für die Entwicklung des 1,6 Liter V6-Turbos mit Direkteinspritzung und Hybridantrieb 15 Monate vor der Einführung jeweils schon über 90 Millionen Euro investiert.

Hersteller befürchten hohe Zusatzkosten

Wenn die Autos künftig lautlos durch die Boxengasse fahren sollen, werden weitere Entwicklungskosten fällig. Es müssen Systeme entwickelt werden, die die Schmierung und Kühlung der kurzfristig abgeschalteten Motoren weiter sicherstellen. Außerdem ist ein großer elektronischer Aufwand dafür nötig, dass der Motor exakt an der Boxenausfahrt wieder anspringt und volle Power abgibt. Mercedes hat dafür bereits drei Millionen Euro budgetiert. Ferrari rechnet mit Anlaufkosten von 1,7 Millionen Euro und einer Million zusätzlich jedes Jahr.
 
Die Hersteller bitten Todt nun das Projekt aufzugeben. Todt ist offenbar dazu bereit, würde es aber vorziehen, die Einführung der elektrischen Boxendurchfahrt bis auf 2017 zu verschieben. Das aber würde kein Geld sparen, denn die Hersteller müssten dann parallel weiterentwickeln.

Formel lautlos gefährlich

Kritiker halten den Elektrozauber in der Boxengasse nicht nur für unnötig teuer, sondern auch gefährlich. Ohne Motorenlärm wären die Mechaniker in der Boxengasse nicht mehr gewarnt, wenn ein Auto kommt. Keiner kann ausschließen, dass sich ein Auto aufgrund Verkettung unglücklicher Umstände selbst in Bewegung setzt.

Außerdem müsste KERS permanent eingeschaltet sein. Bei einem Problem mit den Batterien herrscht die Gefahr, dass sich jemand beim Anfassen des Autos einen Schlag bekommt. Die gespeicherte Energiemenge wird ab 2014 das Zehnfache des augenblicklichen Wertes betragen, also vier Megajoule. Zurzeit wird KERS aus Sicherheitsgründen automatisch für die Zeit abgeschaltet, in der sich das Auto in der Boxengasse befindet.

Hybrid-Motor ohne Energiespar-Nutzen

Die ganzen Elektro-Öko-Pläne sind sowieso nur eine Augenwischerei. Bei der Boxendurchfahrt wird kaum Sprit verbraucht. Mit Energiesparen hat das nichts zu tun. Der wirklich grüne Aspekt des neuen Motorenreglements liegt darin, dass auf einen Renndistanz 30 Prozent weniger Kraftstoff verbrannt werden wird. Die Tanks dürfen dann maximal noch 100 Kilogramm Benzin (135 Liter) fassen.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden