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Angst vor FOTA-Aussteigern

Hersteller sichern sich gegen Abgänge ab

FOTA Monaco Foto: dpa 32 Bilder

Zuerst scherte Williams aus dem FOTA-Kurs aus. Als nächstes wird sich Force India freischwimmen und sich ohne Bedingungen für die Formel 1-WM 2010 einschreiben. Um weitere Abgänge zu verhindern, haben die fünf Hersteller nun einen Pakt geschlossen.

05.06.2009 Michael Schmidt

Noch wähnt sich die FOTA in einer starken Position. Die Alleingänge von Williams und Force India schaden zwar der eigenen Sache und sie tragen auch nicht unbedingt zur Entspannung im Ringen um ein neues Formel 1-Regement bei, doch die großen Namen unter den Teams haben sich weiter gegenseitige Treue geschworen.

So ganz traut man sich offensichtlich trotzdem nicht über den Weg. Jetzt ist durchgesickert, dass sich die fünf Hersteller Ferrari, BMW, Mercedes, Renault und Toyota mit einem separaten Pakt untereinander abgesichert haben. Angeblich muss jeder Hersteller, der aus der FOTA ausschert, den anderen eine Strafe von jeweils 50 Millionen Euro bezahlen. Das Abkommen gilt nur vorübergehend.

BMW kämpft gegen Spaltung

Den Wunsch einer solchen Absicherung soll BMW eingebracht haben. Offenbar konnte Mario Theissen seinem Vorstand die von der FOTA bei FIA-Präsident Max Mosley deponierten Garantien im Falle einer Einigung nur unter der Bedingung verkaufen, dass auch die anderen Hersteller im Boot bleiben. Experten des englischen Rechts behaupten allerdings, dass so ein Abkommen illegal sei.

Auch die FIA erhöht den Druck, seine Truppen zusammenzutrommeln. Verweigerer werden mit den Konsequenzen konfrontiert, die bei einer Spaltung der Lager drohen könnte. Wer von einer Piratenserie träumt, dem erklären die FIA-Lobbyisten, dass dies ein Hirngespinst sei. Der Verband würde einer Konkurrenzserie zwar notgedrungen ihren Segen geben, doch sei es völlig unrealistisch, davon auszugehen, dass eine Meisterschaft neben der Formel 1 durchführbar sei.

Ferrari vertraglich gebunden

"Das scheitert schon daran, dass Ferrari bei uns fahren muss oder nirgendwo. Ohne Ferrari stehen die anderen Rebellen chancenlos da", sagt ein FIA-Mann und beruft sich darauf, dass Ferrari sowohl mit der FIA als auch mit dem Rechteinhaber einen Vertrag bis 2012 habe. Maranello steht auf dem Standpunkt, dass dieser Vertrag von der FIA längst gebrochen wurde, somit hinfällig ist.

Dem widersprechen die Juristen in Paris. Als Antwort auf die einstweilige Verfügung von Ferrari hatte ein französisches Gericht erst vor zwei Wochen festgestellt, dass besagter Vertrag nach wie vor intakt sei. Die Verfügung von Ferrari war damals nur abgelehnt worden, weil die Italiener ihr eingeklagtes Veto-Recht bei zwei Gelegenheiten zuvor nicht wahrgenommen hatten.

Gemeinsames Handeln führt zum Ziel

Im Fahrerlager geht zunehmend die Angst um, dass die handelnden Personen sich emotional so weit voneinander entfernt haben, dass eine Einigung kaum noch möglich ist, und das obwohl sie in der Sache fast gleicher Meinung sind. Mercedes-Rennleiter Norbert Haug beschwört die Vernunft: "Es wird doch genügend Leute in diesem Fahrerlager geben, die an einer Lösung interessiert sind."

Zum Thema Sparen, meint Haug, habe man ja dank gemeinsamer Anstrengung der Hersteller schon unheimlich viel erreicht: 2008 kostete ein Kundenmotor noch 15 Millionen Euro. 2010 wird der Preis bei fünf Millionen liegen. Für ein Team wie Force India, die mit uns einen Fünfjahresplan unterzeichnet haben, bedeutet das eine Ersparnis von 50 Millionen Euro über diesen Zeitraum. Es muss doch möglich sein, das auch in anderen Bereichen zu erreichen."

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