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FOTA-Pläne

Kürzere Rennen und neues Punktesystem

FOTA Meeting Genf Foto: FOTA 32 Bilder

In Genf hat der Verband der F1-Teams (FOTA) seine Zukunftsvisionen präsentiert. Danach sollen künftig die Kosten gesenkt, die Show verbessert und die Wertschöpfung erhöht werden.

05.03.2009 Michael Schmidt

Die erste Pressekonferenz der Teamvereinigung FOTA begann mit einer Panne. Der einleitende Film brach drei Mal ab. Dann stellten FOTA-Präsident Luca di Montezemolo und die Repräsentanten der Arbeitsgruppen Technik, Sport und Finanzen ihre Roadmap für die Zukunft vor. Ferrari-Chef di Montezemolo begann mit einem Vergleich. "Seit ich 1973 in die Formel 1 gekommen bin, habe ich es noch nie erlebt, dass sich die Teams so einig waren."

Von der Gründung im September 2008 bis heute habe die Interessensgemeinschaft der Teams ein Sparprogramm auf die Beine gestellt, das die Gesamtkosten bis 2010 im Vergleich zu 2008 um 50 Prozent reduzieren wird. Die Charts zeigen im Detail folgende Einsparungen:

Motorkosten: 2009 um 50 Prozent, 2010 noch einmal um 37,5 P billiger.
Getriebekosten: 2010 um 60 Prozent billiger als 2009.
Testbudget: 2009 um 50 Prozent gegenüber Vorjahr reduziert, 2010 noch einmal um 30 Prozent
Chassiskosten: 2010 um 30 Prozent im Vergleich zu 2009 geringer.
Aerodynamikkosten: 2009 um 20 Prozent geringer als 2009 und 2010 um weitere 50 Prozent reduziert.
KERS: 2010 kommt der Standard-Hybridantrieb, der die Kosten um 80 Prozent senken wird.

Die Maßnahmen, wie die Teams ihre Ausgaben verringern wollen, waren in den meisten Punkten bereits bekannt. Ab sofort sind nur noch 60 Prozent-Modelle im Windkanal erlaubt. Die Windgeschwindigkeiten sind auf 50 m/s eingefroren. Windkanalzeit kann gegen Computerkapazität eingetauscht werden. Genaue Daten ließ die FOTA offen. Die Teams, deren Windkanäle die Erprobung von 1:1 Modellen zulassen, haben durchgesetzt, dass sie für einen geopferten Aerodynamik-Testtag auf dem Flugplatz Windkanalzeit mit dem Originalauto eintauschen können.

Beim Chassis werden die Komponenten in mehrere Kategorien eingeteilt. Bestimmte Komponenten wie die Überlebenszelle, die Crashstrukturen, die Bremsen und der Überrollbügel dürfen während der Saison nicht modifiziert werden. Bei den Aufhängungen ist eine Änderung pro Jahr erlaubt, bei der Motorabdeckung, dem Unterboden und dem Diffusor je zwei. Das Getriebe darf zwischen 2010 und 2012 nicht verändert werden. Kunden können die Kraftübertragung, die vier GP-Wochenenden lang halten muss, für 1,5 Millionen Euro kaufen.

Neues Punktesystem schon ab 2009?

Martin Whitmarsh führte die Pläne für den sportlichen Ablauf aus. 2010 sollen Tankstopps abgeschafft werden. Es wird weitere Testrestriktionen geben, keine Reifenheizdecken und weniger Personal an der Strecke. Telemetrie und Funk sollen vereinheitlicht werden. Der neue McLaren-Teamchef veröffentlichte auch das neue Punktesystem, das eine Umfrage unter den Fans ergeben hat. Der Sieger soll mit 12 Punkten belohnt werden, der Zweite mit neun der Dritte mit sieben. Dann soll es 5, 4, 3, 2 und einen Punkt für die Plätze vier bis acht geben. Die FOTA würde dieses System am liebsten schon 2009 einführen.

Die Fans haben außerdem angeregt, Benzingewichte und Funksprüche öffentlich zugänglich zu machen. Entgegen einer kürzlich durchgeführten auto motor und sport-Umfrage ergab die Marktanalyse, dass die Renndistanzen auf maximal 250 Kilometer oder 100 Minuten begrenzt werden sollten. Zum Qualifikationsmodus gab es keine eindeutige Meinung. Die FOTA hat sich deshalb ein eigenes System ausgedacht, das zwar nicht kommuniziert wurde, Insidern aber bekannt ist. So soll die Startaufstellung nach einem Ausscheidungsrennen im K.O-System ermittelt werden. Jeweils zwei Fahrer mit geraden oder ungeraden Startnummern treten gegeneinander an. Der Schnellere qualifiziert sich für die nächste Runde.

Flavio Briatore verriet, wie die FOTA die Show verbessern will. Die Fans können demnach am TV-Schirm mit den bislang unter Verschluss gehaltenen Daten der Teams gefüttert werden. Zum Beispiel exakte Tankzeiten, GPS-Position auf der Strecke oder Informationen über die Linienwahl der Fahrer auf einer Qualifikationsrunde.

Beschlüsse abhängig von FIA-Veto

In einem Schlusswort lobte Luca di Montezemolo die Arbeit der FOTA mit den Worten: "Ohne uns wäre eine so schnelle Kostenreduzierung nicht möglich gewesen." Er gab ein Versprechen ab, dass die Hersteller bis 2012 in der Formel 1 bleiben wollten. Auf die Frage, wie sicher diese Verpflichtung sei, antwortete der Ferrari-Boss: "Ich habe keine schriftlichen Garantien in der Hand."

Ob die Vorschläge der FOTA in die Tat umgesetzt werden, hängt vom Weltverband ab. FIA-Präsident Max Mosley hat eine eigene Agenda. Er will den Teams für 2010 eine Budgetdeckelung verordnen und sich diese bei der Weltratsitzung am 17. März absegnen lassen. Das könnte die Unterschrift der Teams unter das neue Concorde Abkommen noch einmal hinauszögern. Vielleicht war di Montezemolo zu optimistisch als er sagte: "Wir wollen es noch vor dem Saisonstart unterzeichnen. Die Anwälte räumen gerade die letzten Hindernisse aus dem Weg."

Die FOTA-Vorschläge im Einzelnen:

Technisches Reglement:

2009:

1. Laufleistung der Motoren wird mehr als verdoppelt (acht Motoren pro Fahrer und Saison)
2. Reduzierung der Nutzung von Windkanälen und computergestützer Strömungsberechnung (CFD)
3. Motoren kosten Privatteams nur noch acht Millionen Euro pro Saison

2010:

1. Der Preis für Motoren wird auf fünf Millionen Euro gesenkt
2. Getriebe erhalten Privatteams bereits für 1,5 Millionen
3. Das Hybridsystem KERS wird nach einem Ausschreibungsverfahren standardisiert und soll möglichst nur noch 1-2 Millionen Euro pro Team und Saison kosten
4. Reduzierung der Aerodynamik-Ausgaben um weitere 50 Prozent
5. Festschreibung der Anzahl an Entwicklungsschritten während einer Saison
6. Verbot von exotischen und teuren Metallen und Verbundwerkstoffen
7. Standardisierung der Telemetriedaten-Übertragung und des Funks

Sportliches Reglement:

2009:

1. Reduzierung der Testfahrten um 50 Prozent
2. Neues Punktesystem (12-9-7-5-4-3-2-1), um GP-Sieger stärker zu belohnen
3. Informationen über Tankmengen sollen vor und während des Rennens für die Zuschauer sichtbar sein

2010:

1. Einführung eines neuen Qualifiying-Formats
2. Weiterentwicklung des Punktesystems mit neuen Möglichkeiten Punkte zu sammeln (z.B. durch schnelle Boxenstopps)
3. weitere Testreduzierungen
4. Reduzierung der Länge der Grand Prix Rennen auf 250 Kilometer oder einer Zeit von 100 Minuten

Verbesserung der Vermarktung und Präsentation:

1. Datenbereitstellung für Medien soll erhöht werden
2. Start einer Untersuchung, wie die Formel 1 dynamischer und informativer präsentiert werden kann
3. Nominierung eines übergeordneten Teamsprechers, der während der Rennen für TV-Interviews zur Verfügung steht
4. Verbesserung der Webseiten von Teams und FOTA für die Fans
5. Verpflichtende Autogrammstunden der Fahrer während GP-Wochenenden

2010:

1.Verpflichtung die Fernseh-Übertragung für den Zuschauer weiter zu verbessern

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