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FOTA-Treffen

Diskussion über Mercedes-Plan

Formel 1 Monaco - FOTA-Treffen Foto: dpa 26 Bilder

Die FOTA trifft sich am Mittwoch (27.5.) zu einer außerordentlichen Sitzung. Auf der Agenda steht ein Kompromiss im Streit mit der FIA um die Budgetlimits. McLaren-Mercedes hat ein Friedensangebot in der Tasche.

27.05.2009 Michael Schmidt

Die Treffen häufen sich. Am 15. Mai trafen sich die Vertreter der Teams mit FIA-Präsident Max Mosley in London zu einem ersten Gipfeltreffen. Es endete mit einem Eklat, weil Mosley die Sitzung nach Bekanntwerden der einstweiligen Verfügung von Ferrari abbrach. Bei dem Folgetreffen am 22. Mai in Monte Carlo kam es zu einer ersten Annäherung.

Mosley wiederholte sein Angebot aus dem London-Treffen: Die FIA unterschreibt das Concorde-Abkommen bis 2012. Die zweigleisige Meisterschaft ist vom Tisch. Das Budgetlimit kann in Stufen eingeführt werden, wenn in der Übergangsphase den Neueinsteigern mit der Lieferung von Motoren, Kraftübertragungen und Chassis geholfen wird. Die Teams dürfen sich in Zusammenarbeit mit der Firma Deloitte selbst kontrollieren. An die FIA werden nur Überschreitungen des vereinbarten Budgetlimits gemeldet.

Kompromissvorschlag von Mercedes

Die meisten Teams zeigten sich kompromissbereit. Nur Ferrari und Toyota lehnten stur eine Budgetobergrenze ab. Um die unterschiedlichen Meinungen innerhalb der FIA wieder unter einen Hut zu bringen, wurde am Renntag von Monte Carlo eine weitere Sitzung anberaumt. Darin schworen sich die FOTA-Teams Einigkeit, die aber schon einen Tag später dadurch gebrochen wurde, dass Williams seine Nennung für 2010 abgab - trotz der Drohung der in der FOTA vertretenen Hersteller, für Streikbrecher keine Motoren zu liefern.

Unterdessen handelten FIA-Chef Mosley und Mercedes einen Kompromissvorschlag aus, der den gordischen Knoten lösen soll. Im Übergangsjahr 2010 gilt eine Budgetobergrenze von 100 Millionen Euro. Fahrergehälter, Motorenkosten, Gewinne und Abschreibungen sind nicht in dieser Summe enthalten. 2011 sinkt die Grenze auf die von der FIA gewünschten 45 Millionen Euro. Um bereits 2010 neue Teams anzulocken, können diese nicht nur Motoren, das Getriebe und den Hybridantrieb kostengünstig einkaufen (in Summe 8,5 Millionen Euro), sondern auch das Chassis. Erst wenn die Budgetgrenze auf 45 Millionen fällt, ist jeder verpflichtet, sein eigenes Auto zu bauen.

Toyota und Ferrari aus Prinzip dagegen

Der Vorschlag findet bei mindestens sechs Teams Gefallen. Mit einer Einstiegssumme von 100 Millionen sollten sich jedoch auch BMW und Renault anfreunden können. Toyota und Ferrari zeigten bis zum vergangenen Sonntag keinerlei Einsicht. Ferrari aus Prinzip und auch ein bisschen aus verletzter Eitelkeit. Bei Toyota vermutet man, dass der Ausstieg bereits seit vergangenem Winter beschlossene Sache ist. Wie sonst will Teamchef John Howett in Zeiten der Krise seinem Vorstand in Tokio erklären, dass 100 Millionen Euro plus Fahrergehälter, plus Motorenkosten plus Marketing, plus Abschreibungen nicht genügend Geld ist?

Bei einigen Teams festigt sich der Verdacht, dass es Ferrari und Toyota um ein ganz anderes Ziel geht: die Ablösung von FIA-Präsident Max Mosley und die Kontrolle der Teams über das Reglement. Nach Aussage eines Teamvertreters wurde dieser Plan bei der FOTA-Sitzung in Monte Carlo von Toyota und Ferrari so kommuniziert, von einigen Teams jedoch umgehend abgelehnt. Tenor: Es ist nicht die Aufgabe der FOTA, die Position des Weltverbandes in Frage zu stellen. Die FOTA hatte sich in ihrer Satzung zum Ziel gesetzt, Lösungen zur Verbesserung des Sportes zu finden.

Unwahrheiten werden gestreut

Der Konflikt wird immer mehr zum Minenfeld. Es werden von allen Parteien mit Bedacht Unwahrheiten gestreut, um die eigene Position besser darzustellen. Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo warf Mosley mehrmals vor, dass die FIA sich weigere das Concorde Abkommen zu unterschreiben, um so ohne Konsultation mit den Teams die Regeln ändern zu können. Ferrari könne dies nicht akzeptieren. Mosley wies seinen Gegenüber genauso oft darauf hin, dass er den Teams schriftlich die Unterschrift zugesichert habe, für den Fall dass es in dem Streit zu einer konstruktiven Lösung komme.

Die Teamchefs der Hersteller behaupten weiter, dass sie für eine Teilnahme bis 2012 garantieren könnten, es also gar nicht nötig sei, neue Teams anzulocken. Mosley soll im Rahmen der Monaco-Sitzung allerdings gefragt haben: "Wo sind diese Garantien? Ich warte seit Dezember letzten Jahres darauf. Wenn ich sie schriftlich vorliegen habe, bleibt alles wie es ist." Tatsächlich sind die Bestätigungen der Teamchefs nichts wert. Mario Theissen kann genauso wenig für seinen Vorstand in München sprechen, wie Flavio Briatore Renault-Präsident Carlos Ghosn vorgreifen kann. Die Vorstände der großen Konzerne werden sich hüten, verbindlich langfristige Zusagen abzugeben. Und das hat nichts mit dem aktuellen Chaos in der Formel 1, sondern mit der unsicheren Wirtschaftslage zu tun.

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