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Fragen an Charlie Whiting

Gibt es ein Runden-Limit für Pirelli?

Sebastian Vettel - GP Belgien 2015 Foto: xpb 21 Bilder

Das letzte Rennsport-Wochenende hat für viele Diskussionen gesorgt. Reifenchaos und inflationäre Motorwechsel in Spa, ein tödlicher Unfall bei den IndyCars in Pocono. Wir haben FIA-Rennleiter Charlie Whiting und Pressesprecher Matteo Bonciani die dringendsten Fragen gestellt.

27.08.2015 Michael Schmidt
Es gibt keine eindeutige Erklärung für Sebastian Vettels Reifenschaden in Spa. Macht diese Unsicherheit der FIA Sorgen?

Bonciani: Es stimmt, dass die Ursache für den Reifenschaden nicht vollständig aufgeklärt ist, und es ist natürlich auch ein Grund zur Sorge. Wir stehen in ständigem Kontakt mit Ferrari und Pirelli um herauszufinden, was passiert ist und notfalls uns über Gegenmaßnahmen zu verständigen.

Die Fahrer sind regelmäßig voll über den Randstein ausgangs Eau Rouge gefahren. Kann das zu den Reifenproblemen beigetragen haben und werden die Randsteine im nächsten Jahr modifiziert, um die Fahrer mehr auf die Strecke zu zwingen?

Whiting: Wir glauben nicht, dass die Fahrer mehr über den Randstein gefahren sind als früher. Unsere Erfahrungen aus der Qualifikation haben gezeigt, dass die Rundenzeiten nicht schneller wurden, wenn die Fahrer über den Randstein gefahren sind. Deshalb war es in den meisten Fällen besser auf der Strecke zu bleiben. In dem Zusammenhang sollte erwähnt werden, dass der Randstein außerhalb von Blanchimont viel aggressiver ist. Ähnlich wie bei anderen schnellen Kurven auf anderen Strecken. Es ist also ein vernachlässigbarer Faktor.

Ist die FIA bereit, eine maximale Rundenzahl pro Reifensatz vorzuschreiben, so wie sie das mit den Limits für Radsturz, Startdruck und Heizdecken-Temperatur tun? Vielleicht schon in Monza?

Bonciani: Ja, wenn unsere gemeinsame Analyse ergibt, dass dies helfen würde.

McLaren hat die neuen Regeln für Motorenstrafen dazu benutzt, gleich vier Motoren an einem Wochenende zu wechseln. Haben Sie Angst, dass dieser Schachzug dazu führen wird, die neue Regelung für noch mehr Motorwechsel zu missbrauchen, um mit einer Bestrafung so viele gesunde Motoren in den Pool zu bringen wie möglich?

Whiting: Die FIA hatte ihre Bedenken dazu im Rahmen der Strategiegruppe geäußert. Wir hatten jedoch das Gefühl, dass die negativen Kommentare von fast allen Beteiligten über das Strafensystem mit zusätzlichen Stop-and-Go Strafen im Rennen dem Sport noch mehr geschadet haben. Natürlich wurde die Regel in guter Absicht geschrieben, und nicht um den Anreiz zu geben das zu tun, was Honda getan hat.

Waren Sie zufrieden mit der neuen Startprozedur oder braucht sie vor Ende der Saison noch Feintuning?

Whiting: Wir waren vollständig zufrieden und planen lediglich eine kleine Änderung in Bezug auf das, was am Display angezeigt werden darf.

Justin Wilson wurde bei dem IndyCar-Unfall in Pocono offensichtlich von einer Nase des Autos von Sage Karam am Kopf getroffen. Sind die Nasen in der Formel 1 besser mit dem Chassis verankert, da in der Formel 1 ein so genannter Push-off-Test verlangt wird?

Whiting: Wir wissen nicht, ob die IndyCar-Nasen besser oder schlechter mit dem Chassis verbunden sind. Unser Push-off Test ist sehr streng. Wir drücken mit einer Kraft von 4 Tonnen seitlich gegen die Nase, was ziemlich dramatisch ist, wenn man so einen Test einmal live erlebt. Es ist trotzdem schwer zu beurteilen, ob eine Formel 1-Nase bei einem Unfall dieser Größenordnung am Auto bleibt. Wir werden jedenfalls mit unseren Partner aus der IndyCar-Serie sprechen um zu sehen, ob wir etwas aus diesem schrecklichen Unfall lernen können.

Wird dieser Unfall die Diskussion um geschlossene Cockpits bei der FIA neu entfachen?

Whiting: Ich denke, diese Diskussion hat bereits begonnen. Aber ich glaube nicht, dass der Unfall unsere Meinung in Bezug auf geschlossene Cockpits ändern wird. Wir glauben, dass die Nachteile einer geschlossenen Kanzel die Vorteile überwiegen. Trotzdem werden wir unsere Anstrengungen fortsetzen einen Weg zu finden, wie wir herumfliegende Teile vom Cockpit ablenken können. Das ist aber alles andere als eine einfache Aufgabe. Im nächsten Monat wird diesbezüglich eine neue Testreihe anlaufen. Die Resultate werden den Teams Anfang Oktober präsentiert.

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