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Fragen an FIA-Präsident Jean Todt

"Interesse der Privatteams beschützen"

Jean Todt - GP Mexiko 2015 Foto: xpb 17 Bilder

FIA-Präsident Jean Todt stellte sich in Mexiko den Fragen der Presse. Und deren gab es viele. Der Alternativ-Motor, das Veto-Recht von Ferrari, das Problem von Red Bull, die Klage vor der EU-Kommission. Wir geben Ihnen die Antworten.

31.10.2015 Michael Schmidt
Sind Sie noch ein Anhänger der Hybrid-Technologie?

Todt: Ich bin es immer noch. Die Formel 1 braucht Technologie, um den Sport interessant für die Hersteller zu machen. Ich habe nur eine Sorge. Es kostet zu viel Geld. Der Motor ist ein großartiges Labor für die Autokonzerne Straßenauto relevante Technik zu entwickeln, aber das kann nicht auf Kosten der Privatteams gehen, die bei der Ausschüttung der Einnahmen auch noch benachteiligt werden. Die FIA hat keinen Einfluss auf die Verteilung der Gelder. Wir können nur sicherstellen, dass die Privatteams einen Motor bekommen, den sie sich leisten können. Deshalb haben wir ihnen eine Alternative angeboten.

Was ist ein guter Preis für die aktuellen Motoren?

Todt: Wir haben ihn bei 12 Millionen Euro festgelegt. Ich glaube, das ist ein Preis, bei dem die Hersteller kein Geld verlieren. Und der Sport wäre gesund. Leider hat Ferrari sein Veto-Recht gegen diesen Vorschlag eingelegt.

Was halten Sie von dem Veto-Recht?

Todt: Das ist wie eine Waffe in der Hosentasche. Deshalb sollte man sie sehr vorsichtig einsetzen. Ferrari kann es auch nur begrenzt anwenden. Sie müssen nachweisen, dass eine Regel gegen ihre eigenen Interessen geht. Was hat ein Alternativ-Motor mit ihren Interessen zu tun? Wir haben uns zu diesem Schritt entschlossen, um die Interessen der Privatteams zu beschützen.

Wie wollen Sie sicherstellen, dass es Chancengleichheit zwischen den beiden Motorentypen gibt?

Todt: Wir haben einige sehr fähige Ingenieure in unseren Reihen. Die haben in der WEC bewiesen, dass es drei unterschiedliche Antriebskonzepte und trotzdem Chancengleichheit geben kann.

Warum haben Sie nicht mit Einführung der Hybrid-Technologie auf einem Preislimit bestanden?

Todt: Ich gebe zu, das war ein Fehler. Ich bin mir aber nicht sicher, ob die Hersteller ein Preislimit damals akzeptiert hätten. Sie waren ja auch gegen Kostenbremsen, die wir in das Reglement einbauen wollten, damit die Entwicklung nicht aus dem Ruder läuft.

Warum gibt es keine Regel, dass ein Hersteller eine Mindestanzahl von Teams beliefern muss?

Todt: Auch das war ein Fehler. Wir versuchen das gerade zu ändern.

Haben Sie den Herstellern nicht Stabilität versprochen?

Todt: Ich verspreche ihnen weiter Stabilität. Wenn sie sich auf ein Preislimit einigen können, dann würde ich die Motorregeln über das Jahr 2020 hinaus stabil halten.

Was ist mit Ihrer geplanten Kostenobergrenze?

Todt: Wir haben viel Geld in eine Studie von McKinsey investiert, um aufzuzeigen, was machbar ist. Leider haben die Teams fast nichts davon angenommen. Es bleibt aber weiter unser Ziel, die Kosten für das gesamte Auto runterzubringen.

Wie kann man Red Bull und Toro Rosso retten?

Todt: Wir als FIA können nur das tun, was wir tun können. Red Bull arbeitet hart an einer Lösung, und Bernie hat ebenfalls Unterstützung versprochen. Es ist frustrierend, dass zwei Teams Probleme haben einen Motor zu bekommen. Egal, welche Gründe zu dieser Situation geführt haben.

Le Mans und der GP Aserbaidschan finden am gleichen Tag statt. Kann man diese Kollision noch auflösen?

Todt: Wir müssen 21 Formel 1-Rennen, 10 WEC-Rennen und 14 Rallye-WM-Läufe unter einen Hut bringen. Da kommt es zwangsläufig zu Terminkollisionen. In Baku wird gestartet, wenn in Le Mans Schluss ist. Mehr konnten wir nicht tun.

Wie sehen Sie die Klage von zwei Teams bei der EU-Kommission?

Todt: Ich will dem Ergebnis der EU-Kommission nicht vorgreifen und das auch nicht kommentieren. Nur so viel: Ich bin ganz entspannt. Egal, was dabei rauskommt, es wird im Interesse der FIA sein.

Machen Sie sich Sorgen um die Zukunft der Formel 1?

Todt: Ich mache mir Sorgen. Deshalb handeln wir jetzt ja auch.

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