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Frank Williams

"Ich kann Rosberg nicht verkaufen"

Foto: dpa 8 Bilder

Frank Williams ist der dritterfolgreichste Teamchef der Formel 1. Sein Rennstall hat sieben WM-Titel und 113 Grand Prix gewonnen, doch der letzte Sieg liegt drei Jahre zurück.

23.11.2007 Michael Schmidt

Nach dem absoluten Tiefpunkt 2006 mit WM-Rang acht kletterte der Rennstall aus Grove in diesem Jahr wieder auf den fünften Platz zurück, aus dem nach dem Ausschluss von McLaren-Mercedes ein vierter wurde.

Frank Williams spricht in einem Interview in der neue Ausgabe von sport auto Klartext. Dem Rennstallchef ist die Steigerung in diesem Jahr aber nicht genug: "Wir waren besser als letztes Jahr, aber der Weg an die Spitze ist immer noch weit. Wir konnten die Ausfälle reduzieren, aber vier Defekte sind immer noch zuviel." Williams gibt zu: "Ein zweites Jahr wie 2006, und wir hätten nicht viel länger überlebt."

Rosberg auf einer Stufe mit Hamilton

Für 2008 hat er Rang vier, knapp hinter den drei Top-Teams angepeilt. Die Sekunde, die seine Fahrer von Ferrari und McLaren-Mercedes trennte, will er in einem Schritt aufholen: "Warum soll man nicht über den Winter eine Sekunde finden können? Auch wenn der Aufstieg zu den Spitzenteams aus unserer Sicht so steil wie die Eiger-Nordwand ist." Williams hofft, dass er seinem Starpiloten Nico Rosberg 2008 ein Auto bieten kann, mit dem er regelmäßig in die Punkte und hin und wieder auf das Podest fahren kann: "Das sind wir Nico schuldig." Der 65-jährige Engländer stellt Rosberg auf eine Stufe mit Lewis Hamilton. Nicht nur, weil er seinem schnellsten Angestellten einen Gefallen tun will: " Ja, ich glaube daran, mit einer Einschränkung. Lewis Hamilton hatte den unproblematischeren Weg in die Formel 1. Er saß immer in Top-Autos."

McLaren hätte Rosberg gerne als Alonso-Ersatz, doch Frank Williams winkt kategorisch ab: "Wie soll ich das den Leuten in der Fabrik und meinen Sponsoren erklären? Ich erzähle ihnen, dass wir wieder nach oben wollen, und dann verkaufe ich unseren besten Fahrer. Sie würden sagen, ich sei ein Schwätzer. Da könnte ich genauso gut meine Firma verkaufen. Vor einem Jahr wäre ich vielleicht schwach geworden, weil wir knapp bei Kasse waren. Das ist heute nicht mehr der Fall." Um 2008 wieder bei der Musik zu sein, fordert Frank Williams seine Aerodynamiker auf, einen Sprung nach vorne zu machen. "Aerodynamik ist alles. Standfestigkeit kann kein Hexenwerk sein. Das kriegen wir hin."

Das Urgestein sieht seinen Rennstall nicht als Privatteam, sondern als Konstrukteur. Deshalb sei es auch nicht unmöglich, gegen die Automobilhersteller zu bestehen, auch wenn die doppelt soviel ausgeben wie Williams: "Schauen Sie sich die Geschichte der Kriege an. Die Dschungelkämpfer in Vietnam haben das große Amerika zu Fall gebracht." Dass er in der Endabrechnung vor seinem Motorenpartner Toyota landete, ist für Williams keine Genugtuung: "Es ist irrelevant, ob wir vor Toyota liegen, solange wir nicht ganz vorne mitfahren.

Ecclestone: "Frank hat Recht"

Ich würde mich über Toyota-Erfolge freuen. Sie sind unser Partner, hoffentlich ein langfristiger." In einer Sache bleibt Frank Williams hart. Er kämpft gegen die Bestrebungen einiger Teams und des Weltverbandes, dass man Autos bei einem fremden Rennstall einkaufen und dann auch einsetzen darf: "Ich will nicht, dass plötzlich vier McLaren gegen mich fahren. Das könnte mich ruinieren. Deshalb interessiert es mich auch nicht der Vorschlag von Bernie Ecclestone, dass man diesen Teams weniger Geld bezahlt. Ich will verhindern, dass diese Praxis einreißt. Sonst haben wir ganz schnell vier McLaren und vier Ferrari im Feld, die sich die Bälle gegenseitig zuspielen."

Bernie Ecclestone hat er schon überzeugt. Der Formel 1-Chef sagte in einem Interview mit auto motor und sport-online: "Frank hat Recht. Wer in der Formel 1 dabeisein will, der soll seine Autos selbst bauen.

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