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Formel 1: Toro Rosso-Teamchef Franz Tost

Die Lernkurve der jungen Fahrer

Franz Tost Foto: Toro Rosso 15 Bilder

Toro Rosso hat die jüngsten Fahrer im Feld. Sebastien Buemi ist 21 Jahre alt, sein Teamkollege Jaime Alguersuari noch ein Jahr jünger. Der italienische Rennstall muss trotz deutlicher Leistungssteigerungen beider Fahrer immer noch den ein oder anderen Fehler in Kauf nehmen.

04.04.2010 Michael Schmidt

Toro Rosso-Teamchef Franz Tost ist ein strenger Lehrer. Aber er weiß wie kein Zweiter, dass junge Fahrer mindestens eineinhalb Jahre Zeit brauchen, bis sie reifen und ihre gröbsten Fehler ausgebügelt haben. "Bei Buemi und Alguersuari sind wir da voll im Plan", urteilt Tost. Buemi hat jetzt 19 Rennen auf dem Buckel. Sein spanischer Teamkollege neun weniger. Und den Unterschied merkt man.

Alguersuari holt auf Buemi auf

"Alguersuari ist drei bis fünf Zehntel langsamer als Buemi. Für ihn sind die meisten Strecken noch neu. Aber wir merken, wie er Buemi langsam näherkommt. Am Ende der Saison werden es eher die drei als die fünf Zehntel sein." Die gleiche Erfahrung macht jetzt laut Tost auch Nico Hülkenberg bei Williams durch. "Es sind Träumereien zu glauben, dass junge Fahrer aus dem Stand vorne mitfahren können."

Alguersuari, der in Melbourne Michael Schumacher 38 Runden lang in Schach hielt, geht noch zu hart mit den Reifen um. Doch er ist bereit, aus diesem Fehler zu lernen. Die Reifenbehandlung ist das A und O in der Formel 1. Nicht nur beim Rennen, wo es darauf ankommt, die Gummiwalzen nicht zu überfordern oder das gefürchtete Körnen zu verhindern. Auch in der Qualifikationsrunde ist es extrem wichtig, die Reifen so zu konditionieren, dass sie in der einen entscheidenden Runde vom ersten bis zum letzten Meter Grip bieten. "In Melbourne war Jaime bis Kurve 14 so schnell wie Buemi. Dann hat er nicht aufgepasst und den Reifen überfordert, und schon waren sieben Zehntel beim Teufel", tadelt Tost.

Bessere Werkzeuge bei der Ausbildung

Die Ausbildung der Fahrer ist heute deutlich besser geworden als noch vor 20 Jahren. "Daran liegt der Unterschied zu früher. Die Werkzeuge, ihnen Fehler aufzuzeigen und sie zu analysieren, sind heute vorhanden. Auch die Physiotherapeuten und Ernährungsberater, die ihre Klienten außerhalb des Cockpits für ihren Job optimal vorbereiten. Aber es liegt immer noch am Fahrer selbst, etwas daraus zu machen", sagt Tost.

Auch früher hat nur eine Handvoll aller Talente begriffen, dass es wichtig ist, sich mit allen Details der Materie auseinanderzusetzen. "Damals wie heute muss der Fahrer bereit sein, für seinen Job alles andere aufzugeben und 24 Stunden nur an die Formel 1 zu denken. Während heute die Teams den Piloten die Hilfsmittel anbieten, mussten sich ihre Kollegen von früher das richtige Umfeld selbst schaffen. Ein Lauda hat sich den Willy Dungl angeheuert, um fit zu bleiben."

Schumacher früher mit mehr Vorteilen

Franz Tost will der Theorie nicht folgen, dass Michael Schumacher es heute mit besser vorbereiteten Gegnern zu tun hat als in seiner ersten Karriere. Aber wäre er in seiner Ferrari-Zeit nicht schneller durchs Feld gepflügt als in Melbourne, wo er das halbe Rennen hinter einem 20-jährigen Toro Rosso-Fahrer versauerte? "Es ist nicht so, dass ihm ein Alguersuari mehr Gegenwehr geboten hätte als ein Gegner von früher. Der Michael findet heute nicht mehr die Bedingungen vor wie zu seiner Ferrari-Zeit. Da konnte er mit seiner Klasse alle diese Vorteile für sich nutzen. Es gibt heute nicht mehr unbegrenzt Testfahrten. Es gibt keinen Reifenhersteller mehr, der Michael jeden Wunsch von den Lippen abliest. Es gibt nicht mehr nur ein Team, das alle technischen Möglichkeiten hat." Schumacher sei um nichts schlechter geworden, schlussfolgert Tost. "Gib ihm die Privilegien von damals, und er wird sie wieder optimal für sich umsetzen."

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