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Freie Fahrt für Vettel

"Stallregie macht keinen Sinn"

Sebastian Vettel - GP Russland 2014 Foto: xpb 65 Bilder

Red Bull ist seinen Konstrukteurspokal los. Nach vier Jahren in Milton Keynes zieht die WM-Trophäe um zu Mercedes nach Brackley. Auch Red Bulls zweiter Platz ist ziemlich festbetoniert. Und Daniel Ricciardos Titelchancen schwinden. Deshalb macht eine Stallregie keinen Sinn mehr.

12.10.2014 Michael Schmidt

Vier Jahre lang stand der Konstrukteurs-Pokal in einer Vitrine in Milton Keynes. Jetzt zieht die Trophäe um. Von Red Bulls Fabrik zum Mercedes-Stammsitz nach Brackley. Der Pokal, auf dem alle Marken-Weltmeister seit Vanwall 1958 eingraviert sind, muss nicht weit reisen. Zwischen Milton Keynes und Brackley liegen 32 Kilometer.

Red Bull-Teamchef Christian Horner gratulierte seinem Bezwinger: "Mercedes hat den Titel verdient. Sie haben einen fantastischen Motor gebaut. Wir werden alles tun, den Pokal wieder zu uns zurückzuholen."

Die Niederlage kam nicht überraschend. "Wir bereiten uns seit den Wintertestfahrten darauf vor", lächelt Horner gequält. "Für uns war dieses Jahr ein Desaster, und trotzdem sind wir Zweiter in der Gesamtwertung. Es spricht für uns, dass wir uns in einem schlechten Jahr so lange mit einer theoretischen Chance auf die Titelverteidigung gehalten haben."

92 Punkte Rückstand bei 100 möglichen Punkten

Auf den Fahrer-Titel gibt es noch mathematische Hoffnung. Man muss jedoch schon ein großer Optimist sein, daran zu glauben. Daniel Ricciardo fehlen 92 Punkte auf Lewis Hamilton. Es sind in Austin, Interlagos und Abu Dhabi nur noch 100 Punkte zu vergeben. "Daniel müsste schon alle drei Rennen gewinnen, und die Mercedes-Piloten dürften dann nie ankommen", sieht auch Horner die Aussichtslosigkeit der Lage ein.

Das bedeutet für Sebastian Vettel, dass er bis zum Ende der Saison freie Fahrt hat. Ricciardos Funkspruch in der Anfangsphase hinter Vettel, dass er viel schneller fahren könne, klang wie die Aufforderung einer Teamorder. Horner winkt ab: "Sie wäre zu dem Zeitpunkt viel zu früh gekommen. Und mit Blick auf den WM-Stand macht eine Stallregie bei den letzten drei Rennen keinen Sinn."

Blasen auf den Reifen helfen Ricciardo

Wie schon in Montreal, Silverstone und Monza verpasste der Rennverlauf Sebastian Vettel die schlechtere Strategie. Wieder war es ein Problem von Ricciardo, was sich am Ende als Trumpfkarte herausstellte. Ricciardo stoppte früh, weil ihn Blasen auf dem rechten Vorderreifen dazu zwangen. Vettel stoppte spät, weil es aus seiner Sicht die logische Taktik war. Aber eben auch die langsamere. Das wusste man aber erst hinterher.

Ricciardo hatte sich die Blase bereits in der Qualifikation eingehandelt. "Es war ein ziemlich großes Ding, und sie wurde größer und größer. Das Auto fing vorne schon zu schütteln an. Ich hatte keine Lust auf einen Reifenplatzer und bin gerade noch rechtzeitig an die Box." Horner wies Verschwörungstheoretiker ab: "Das Reifenproblem diktierte Daniel einen frühen Stopp." Der Australier kam bereits in Runde 11 an die Box.

Vettel wartete bis zum 30. Umlauf. Eindeutig zu spät. Das sah auch Horner ein, rechtfertigte sich aber: "Als Elfter im Training konnte sich Seb die Reifen aussuchen. Er ist mit einem frischen Satz Reifen der weichen Mischung gestartet. Deshalb gehörte die Anfangsphase ihm. Uns war klar, dass er länger draußenbleiben kann, als die Fahrer, die mit gebrauchten Reifen losgefahren sind. Was wir nicht eingerechnet haben, ist dass neue harte Reifen mindestens so gut wie gebrauchte weiche waren. Damit konnte sich Seb keinen Vorsprung schaffen."

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