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Freier Formel 1-Funk ab dem GP Deutschland

Keine Funksperre mehr für TV-Zuschauer

Horner und Whitmarsh Foto: xpb 72 Bilder

Ab dem GP Deutschland sind alle Funksprüche zwischen dem Fahrer und dem Kommandostand frei verfügbar. Die Teams dürfen heikle Passagen am Funk nicht mehr wegdrücken. Ab sofort hören Sie am Fernseher, was Schumi und Co wirklich erzählen.

22.07.2010 Michael Schmidt

Der GP Deutschland ist ein Meilenstein in der Geschichte der Formel 1-TV-Geschichte. Ab sofort dürfen die Teams Funksprüche zwischen Fahrer und Kommandostand nicht mehr per Tastendruck unterbinden. Die FIA und die Teamchefs einigten sich darauf, den Funkverkehr nach dem Vorbild der amerikanischen Nascar-Serie komplett freizugeben.

Die FIA nutzte einen Passus im Sportgesetz, der besagt: Der Funkverkehr muss der Rennleitung und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Er darf nur unter bestimmten Umständen gegenüber dem Publikum unterbrochen werden. Diese Umstände wurden nie genau festgelegt. Die Teams hielten sich vor allem bei Diskussionen über die Rennstrategie bedeckt.

Funk darf nicht mehr unterbrochen werden

Mit der Einigung zwischen FIA und den Teams kann der TV-Zuschauer vom Start bis nach der Zieldurchfahrt bei allen Funksprüchen mithören - auch jenen, die den Teams bislang eher unangenehm waren. Die Teams äußerten in zwei Punkten Bedenken.

Manchmal fluchen die Fahrer in der Hitze des Gefechts, und das wurde in der Vergangenheit unterbunden. FIA-Rennleiter Charlie Whiting versprach, bei besonders obszönen Unmutsäußerungen selbst einzugreifen. Die Funksignale kommen bei den TV-Anstalten zeitverzögert an. Das erlaubt es, den Funkspruch abzufangen bevor er auf Sendung geht.

Strategie wird codiert übertragen

Auch bei Diskussionen über heikle strategische Entscheidungen haben die Teams Bauchweh. Ross Brawn prophezeit, dass diese in Zukunft codiert werden. Also nicht wundern, dass Michael Schumacher demnächst über das Wetter redet, wenn er seinem Kommandostand einen Boxenstopp ankündigen will.

Die wichtigsten Informationen finden sowieso nicht zwischen Fahrer und Ingenieuren statt. Technikdetails oder Daten vom Auto zwischen der Boxenmauer und den Ingenieuren in der Garage ausgetauscht. Diese Kommunikation ist weiterhin gesperrt.

Rennleitung gibt schnelle Empfehlung

Die neue Offenheit hat nichts mit dem Konflikt zwischen Ferrari und der Rennleitung bei den letzten beiden Grand Prix zu tun. Die Bestrafung von Fernando Alonso wegen Abkürzens der Strecke und der vorangegangene Dialog zwischen FIA-Rennleiter Charlie Whiting und Ferrari-Teammanager Massimo Rivola hat jedoch zu einer neuen Vorgehensweise in ähnlichen Fällen geführt. In Zukunft wird der Rennleiter keine Empfehlungen mehr abgeben, ob ein Fahrer seinen Platzgewinn zurückgeben soll oder nicht. Das Team soll selbst entscheiden, was zu tun ist. Spätestens nach 90 Sekunden Wartezeit wird dann über die Bildschirme das Ergebnis der Sportkommissare angezeigt.

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