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Fric-Debatte vor dem GP Hockenheim

Mercedes zeigt Trotzreaktion

Nico Rosberg - Mercedes - Formel 1-Test - Silverstone 2014 Foto: xpb 78 Bilder

Die Formel 1 gastiert am kommenden Wochenende in Hockenheim. Für die Teams ist die Reise ins Badische auf eine gewisse Art eine Fahrt ins Ungewisse. Es stellt sich die Frage: Kommt es zum Protest gegen das hydraulische vernetzte Fahrwerk Fric?

16.07.2014 Andreas Haupt

Die Formel 1-Welt dreht sich wenige Tage vor dem Grand Prix in Hockenheim um vier Buchstaben: Fric. Die Abkürzung steht für den Fachjargon: "front and rear interconnected drive" - also eine interaktive Aufhängung.

Das System funktioniert so: Bei der ausgefeilten Technik sind vier Aufhängungspunkte untereinander hydraulisch vernetzt. Eine Feder in einem Ölspeicher reagiert während der Fahrt auf die einzelnen Lasten, die in den Dämpfern wirken, und gleicht sie an der entsprechenden Stelle aus. Teams, welche die Technik beherrschen, können Nickbewegungen des Autos nach vorn und hinten, das Rollverhalten um die Längsachse und Lastwechsel, wie etwa beim schnellen Räubern über Randsteine, ausgleichen. Das Auto bleibt so stets in der aerodynamisch günstigsten Position, und kann vorne tiefer gefahren werden.

Mercedes will ohne Fric Stärke beweisen

Etwas, was insbesondere Red Bull und Mercedes in die Karten spielt. Sie gelten als Experten in Sachen Fric-Technik. Die Mercedes-Ingenieure arbeiten seit zweieinhalb Jahren an der interaktiven Aufhängung. Doch ab dem Hockenheim Grand Prix könnte die Fric-Entwicklung für die Katz sein, sollte eines der F1-Teams gegen die interaktive Aufhängung einen Protest einlegen, und die FIA dem stattgeben.

Über Fric hängt das Damoklesschwert, nachdem der Weltverband die Rennställe hat wissen lassen, dass das System im Widerspruch zu Artikel 3.15 des technischen Reglements stehen könnte. Eigentlich will die FIA die Technik am liebsten erst nach der Saison verboten sehen, doch dafür bräuchte man das uneingeschränkte Einverständnis aller. Das ist jedoch nicht der Fall, manche Rennställe halten sich bedeckt, ob sie Fric-Verbot anstreben.

McLaren, Red Bull, Force India und Mercedes haben bereits verlauten lassen, ohne Fric in Hockenheim unterwegs zu sein. Von einer Benachteiligung will man im Hause des WM-Spitzenreiters zumindest vor dem Heim-GP nichts wissen. Stattdessen gibt es eine Trotzreaktion. "Es macht keinen Sinn, sich zu beschweren. Wir müssen alle Daten genauestens analysieren, um bestmöglich auf die Umstellung vorbereitet zu sein", sagte Toto Wolff. "Alle haben geschrieben, dass ein Fric-Verbot uns besonders treffen wird. Wir wollen jetzt beweisen, dass wir ohne Fric nicht eingeschränkt sind, sondern das Gegenteil der Fall ist."

Rosberg möchte nicht ins Detail gehen

Dennoch lässt der Mercedes-Motorsportchef sein Unverständnis über die Situation durchblicken. "Ob es sinnvoll ist, die Technik während der Saison in Frage zu stellen, sei dahingestellt. Ich habe da meine ganz persönliche Meinung, aber die tut nichts zur Sache."

Bei den Testfahrten in der vergangenen Woche im Anschluss an das Rennen in Silverstone hatte Mercedes Fric ausgebaut. Es waren nicht die ersten Probefahrten ohne das hydraulische vernetzte Fahrwerk. Während der Wintertestfahrten fuhren Lewis Hamilton und Nico Rosberg regelmäßig ohne das System. Der WM-Spitzenreiter gibt sich bezüglich der Fric-Thematik zugeknöpft. Auf die genauen Auswirkungen möchte er nicht ins Detail gehen. Vielmehr wolle er seine Gedanken nur um das Rennen in Hockenheim kreisen lassen, wohin er mit dem besten Auto komme. "Der Unterschied zwischen Fric und ohne ist nicht so groß. Klar merkt man es, aber andere Teams haben es ja auch verwendet in dieser Saison. Ich will darüber gar nicht groß nachdenken. Ich habe das schnellste Auto und möchte in Hockenheim gewinnen", sagte Rosberg.

Mercedes macht keine Angaben zur Vertragslaufzeit

"Es war eine tolle Woche. Zuerst habe ich geheiratet, dann ist Deutschland Weltmeister geworden. Das war tierisch emotional, wir haben vor dem Fernseher gesessen und gebrüllt, später gefeiert. Jetzt habe ich mit Mercedes auch noch meinen Vertrag verlängert. Wenn ich noch in Hockenheim am Sonntag ganz oben auf dem Treppchen stehe, ist es perfekt“, sagte Rosberg.

Über die Vertragsverlängerung gibt es von offizieller Seite nur die Angabe, der 29-Jährige habe für mehrere Jahre unterzeichnet. Ein konkretes Ablaufdatum wollen die Protagonisten nicht nennen. "Wir vermeiden es bewusst zu sagen, wie lange der Vertrag läuft. Die Sache auf eine Jahreszahl einzugrenzen, würde der Komplexität nicht Genüge tun. Wir wollen unsere Zusammenarbeit am liebsten bis zum Sankt Nimmerlein fortführen", erklärte Wolff. Der Wiener ließ durchblicken, dass man sich auch mit Blick auf die Konkurrenz in Geheimhaltung übe. Schließlich solle ja kein Team wissen, wann es um Rosberg buhlen könne.

Angesichts der Sticheleien seines WM-Rivalen, er sei nicht wirklich ein Deutscher, möchte sich der gebürtige Wiesbadener, der seit seiner Kindheit in Monte Carlo lebt, keine großen Gedanken machen. "Das startete als Witz von einem Interviewer, und mein Teamkollege ist dann darauf eingestiegen. Ich habe damit kein Problem. Wir haben einen gesunden Wettkampf und streiten uns jedes GP-Wochenende um den Sieg. Genau diese Herausforderung suche ich auch im Motorsport."

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