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Frist für 2014er Reifen rückt näher

Pirelli droht erstmals mit Rückzug

Pirelli - Formel 1 - GP Monaco - 22. Mai 2013 Foto: xpb 26 Bilder

Die ständige Reifendiskussion geht nicht nur den Fans auf die Nerven. Auch Pirelli wird langsam sauer, dass sie im Interessenskonflikt der Teams das Opfer sind. Gleichzeitig rückt der Moment näher, an dem Pirelli über die 2014er Reifen entscheiden muss. Es gibt weder einen Vertrag noch großzügigere Testregeln. Pirelli schließt nicht mehr aus, dass man 2014 passen muss.

23.05.2013 Michael Schmidt

Das Reifentheater geht weiter. Pirelli wird dabei zum Spielball der Interessen der einzelnen Teams. "Die eine Hälfte will große Änderungen, die andere gar keine. Wir müssen eine Lösung dazwischen finden, die jene Teams nicht bestraft, die jetzt gut mit den Reifen zurechtkommen", sagt Reifenchef Paul Hembery.

Im Augenblick stemmt sich Force India noch gegen das Friedensangebot des italienischen Herstellers. "Wir kommen einer Lösung näher", macht Hembery in Optimismus. Die geplanten Änderungen an der Außenschulter der Hinterreifen wird die Fahrdynamik allerdings verändern, weil der Reifen dann weniger Seitenkräfte übertragen kann.

"Wir rechnen mit langsameren Rundenzeiten im Bereich von zwei bis drei Zehntel", sagt Hembery. Er verspricht auch, dass die geplante Maßnahme das Delaminieren der Lauffläche verhindert: "Wir konnten die Schäden auf unseren Prüfständen reproduzieren und haben gesehen, dass die Gegenmaßnahmen den gewünschten Effekt haben.

Pirelli läuft die Zeit für 2014er Reifen davon

Trotzdem ist Pirelli über die augenblickliche Berichterstattung nicht glücklich. Der Reifenhersteller ist der Verlierer, egal in welche Richtung man geht. Das könnte 2014 noch schlimmer werden, wenn Autos mit weniger Abtrieb und Motoren mit mehr Drehmoment alle bisherigen Erfahrungen auf den Kopf stellen werden. "Uns erwarten völlig neue Rahmenbedingungen. Mehr Topspeed, mehr Power beim Beschleunigen, weniger Abtrieb. Wahrscheinlich werden wir die Reifendimensionen verändern und auf breitere Hinterreifen gehen", sagt Hembery.

Das Problem dabei: Pirelli will endlich wissen, woran man ist. Noch hat der Reifenfabrikant aus Mailand keinen Vertrag mit der FIA und Bernie Ecclestone. Die Tatsache, dass es keinen Gegenkandidaten gibt, ist kein Ruhekissen. "Wir müssen den Teams am 1. September die Spezifikationen für die 2014er Reifen mitteilen. Dafür müssen wir endlich mit der Grundlagenforschung anfangen. Die Reifen werden so anders sein, dass uns langsam die Zeit davonläuft. Doch bevor wir loslegen, müssen wir einen Vertrag haben und die Rahmenbedingungen kennen."

Es gibt auch die Option aufzuhören

Pirelli warnt die Drahtzieher der Formel 1 es auf die Spitze zu treiben. Hembery lässt durchblicken, dass es auch die Option gibt, Ende des Jahres aufzuhören. "Die interne Frist läuft bald ab. Leider ist es sehr schwer, mit den Teams über die neuen Rahmenbedingungen zu reden. Es gibt elf Teams und elf Meinungen. Wir können nicht garantieren, dass wir nächstes Jahr dabei sind."

Pirelli fordert zum Beispiel eine Aufweichung der Testrestriktionen. Hembery: "Wenn wir 2014 noch dabei sind, werden wir den Basisreifen sehr konservativ auslegen. Es gibt logischerweise keine Testmöglichkeit mit einem 2014er Auto, bevor wir den Teams die Spezifikationen mitteilen. Mit den 2013er Autos zu testen, macht keinen Sinn. Deshalb brauchen wir so früh wie möglich im nächsten Jahr einen Test, um unsere Produkte anpassen zu können. Und es wäre auch hilfreich, nach den ersten Rennen zusätzliche Testfahrten zu haben. Dann lägen genug Daten bereit, anhand derer wir die Reifen modifizieren können."
 

Alternativen für Pirelli? Ecclestones alte Avon-Reifen

Pirelli will damit auf jeden Fall verhindern, dass im nächsten Jahr die gleichen Diskussionen von heute erneut aufflammen. Wenn das droht, lässt man lieber die Finger von der Formel 1. Hembery plädiert deshalb an die Teams, in Zukunft etwas mehr auf den Sport statt nur auf sich zu schauen.

Ein Rückzug von Pirelli wäre für die Formel 1 ein Debakel mit ungewissem Ausgang. Es gibt keine vernünftigen Alternativen. Bridgestone hat kein Interesse. Goodyear schläft schon seit 1998. Michelin will freiwillig keine Reifen bauen, die stark abbauen und damit die Rennen künstlich spannend halten. Dunlop, Kumho oder Hankook haben null Formel 1-Erfahrung. Bliebe nur noch Bernie Ecclestones altes Avon-Lager. Avon-Reifen gab es 1981 und 1982 in der Formel 1. Sie hatten aber keinen besonders guten Ruf. Sie waren betonhart und boten nur unzureichend Grip.

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