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Fünf Fahrer bei Sauber

Der Preis des Überlebens

Sauber - Formel 1 - GP Brasilien -5. November 2014 Foto: ams 39 Bilder

Sauber hat fünf Fahrer an Bord. Im nächsten Jahr sollen es zwei sein. Marcus Ericsson und Felipe Nasr haben das Rennen um die beiden Cockpits vorerst gewonnen. Dank ihrer Mitgift. Adrian Sutil und Giedo van der Garde wollen sich wehren. Doch Sauber war zu diesem Schritt gezwungen. Es geht ums nackte Überleben.

06.11.2014 Michael Schmidt

Es war der Fahrerlager-Witz des Tages. Wie viele Fahrer hat Sauber unter Vertrag? Marcus Ericsson und Felipe Nasr wurden als Fahrer für 2015 bestätigt. Adrian Sutil und Esteban Gutierrez sind noch da. Dazu Testfahrer Giedo van der Garde. Pedanten kommen sogar auf sieben Piloten. Sie zählen noch Sergej Sirotkin und Simona di Silvestro dazu.

Teamchefin Monisha Kaltenborn lässt das kalt: "Ich habe nur zwei Fahrer." Es ist klar, wen sie meint. Jene beiden, die Sauber im Abstand von vier Tagen bekannt gegeben hat. In Austin erfuhr Marcus Ericsson von der frohen Botschaft. Der Schwede ist dank eines privaten Gönners rund 20 Millionen Euro schwer. Vier Tage vor dem GP Brasilien platzte die zweite Bombe. Felipe Nasr kauft sich mit seinem Sponsor Banco do Brasil in das Schweizer Team ein. Die Summe soll noch höher sein als bei Ericsson.

Sutil ohne Geldgeber

Der Logik nach stehen damit Sutil, Gutierrez und van der Garde auf der Straße. Bei Gutierrez ist der Fall klar. Der Vertrag des Mexikaners endet in diesem Jahr. Seine mexikanischen Sponsoren stiegen beim Wettbieten um die Sauber-Cockpits aus. Sutil hat einen Vertrag für 2015, aber der Deutsche bringt keine Geldgeber. Van der Garde war sich so sicher, dass seine Mitgift von 12 Millionen Euro ausreicht, dass er im Kollegenkreis bereits von einem Vertragsabschluss gesprochen hat. Angeblich hat er ihn bereits im Juli unterschrieben. Verbunden mit einer Anzahlung.

Ein Fahrer schüttelt angesichts dieser Zustände nur den Kopf: "Das ist doch alles krank. Jetzt reichen 10 Millionen schon nicht mehr aus, um dich irgendwo einzukaufen. Das ganze System ist doch hochgradig krank."

Vorschuss von Ericsson und Nasr

Auch Ericsson und Nasr sollen bereits einen Vorschuss an Hinwil geschickt haben. Im Fahrerlager wird gemunkelt, dass Teamchefin Kaltenborn das Team nur mit einer schnellen Finanzspritze retten konnte. Das lässt ihre Aussage zu diesem Thema vermuten: "Als Privatteam müssen wir finanzielle Aspekte berücksichtigen. Sonst wird das Überleben schwer." In Hinwil stehen 300 Arbeitsplätze auf dem Spiel. Man mag Verbindlichkeiten bei den Lieferanten haben, doch die pünktliche Zahlung der Löhne ist dem Team heilig.

Es gibt da nur einen Haken. Ferrari greift seinen Obolus für Motor und Getriebe über 24 Millionen Dollar direkt bei Bernie Ecclestone ab. Sauber bekommt für den siebten Platz in der letzten Saison 53 Millionen Dollar. Also sind da nur 29 Millionen Spielraum. Wenn dann Sponsorengelder nicht so fließen wie erwartet, geht die Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben so weit auseinander, bis kein Chashflow mehr da ist, um die vielen anderen Rechnungen zu bezahlen, die sofort bezahlt werden müssen. Und da muss man sich entscheiden, was wichtiger ist: Überleben oder Verträge.

Sutil will kämpfen

Für Sutil, Gutierrez und van der Garde könnte Saubers Fahrerwahl das Ende ihrer Formel 1-Laufbahn bedeuten. Sutil deutete bei der Pressekonferenz an, dass er bereit ist, um seinen Platz zu kämpfen. "Sie haben zwei Fahrer bestätigt. Aber das muss nicht heißen, dass diese Fahrer auch fahren. Oder dass das Team fährt. Für mich hat sich seit Austin nichts Wesentliches geändert. Es ist nur eine Ankündigung, und was mich betrifft, muss ich jetzt mit dem Team reden, um die Probleme aus dem Weg zu räumen."

Monisha Kaltenborn gibt sich gelassen: "Ich weiß, was ich mache. Für mich ist das eine klare Situation." Die Frage in diesem Zusammenhang ist: Was stand in den besagten Verträgen? An welche Bedingungen waren sie geknüpft. Bei Sutil sollen zumindest mündliche Versprechungen in Bezug auf einen Sponsor gemacht worden sein. Und van der Gardes Gönner, die Modefirma McGregor, hatte offenbar avisiert, Anteile vom Team zu übernehmen. Das ist nie passiert. Fortsetzung folgt.

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