Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Fünfter Motor für Red Bull

Motorstrafe schon in Montreal?

Daniel Ricciardo - GP Bahrain 2015 Foto: xpb 17 Bilder

Beim GP Monaco liefen die Renault-Motoren ohne Klagen. Trotzdem könnten Red Bull und Toro Rosso schon beim GP Kanada den jeweils fünften Motor einsetzen und damit eine Strafe in Kauf nehmen. Wir erklären, warum Montreal dafür der ideale Ort ist.

29.05.2015 Michael Schmidt

Red Bull und Toro Rosso sind einen Schritt weiter als die Konkurrenz. Sie wissen, dass sie irgendwann in dieser Saison einen fünften Motor brauchen. Wahrscheinlich auch noch einen sechsten und siebten. Und jedes Mal fallen die betroffenen Fahrer um 10 Startplätze zurück. Für die Renault-Teams geht es jetzt darum, die Strafen dort anzutreten, wo es am wenigsten wehtut. Am besten auf einer Rennstrecke, auf der man sich ohnehin wenig ausrechnet.

Taktische Motorwechsel sind seit Einführung der Hybrid-Technologie erlaubt. Die Teams dürfen den ausgetauschten Motor zu jedem späteren Zeitpunkt einsetzen. Früher einmal mussten sie mit einem erneuten Einsatz bei freiwillig getauschten Triebwerken bis zum letzten Rennen warten.

Seit diesem Jahr werden Startplatz-Strafen nicht mehr aufaddiert. Kann die Strafversetzung nicht bei einem Rennen vollständig abgedient werden, gibt es im Rennen zusätzliche Zeitstrafen beim Boxenstopp.

Red Bull ohne große Chancen in Montreal

Red Bull und Toro Rosso stehen vor dem GP Kanada vor einem Problem. Montreal ist kein gutes Terrain für Motoren mit einem Power-Defizit. Max Verstappen muss wegen seiner Monaco-Kollision sowieso fünf Startplätze zurück.

Ein weiterer Faktor ist das Heimspiel in Österreich, das nach Kanada auf dem Programm steht. Vor eigenem Publikum möchte sich die Red Bull-Armada eine Startplatzstrafe auf jeden Fall ersparen. Dann folgen die Grand Prix von Silverstone und Budapest. Beides Strecken, auf denen Abtrieb gefragt ist. Damit auch eine gute Spielwiese für Red Bull und Toro Rosso.

Die beiden Red Bull-Teams haben seit dem GP Spanien den jeweils vierten Motor im Auto. Momentan sind die Kilometerstände noch bescheiden. Daniel Ricciardo hat in Barcelona und Monte Carlo 1.037 Kilometer auf seinen Renault V6-Turbo gefahren. Bei Daniil Kvyat sind es 1.024, bei Carlos Sainz 1.152 und bei Max Verstappen 1.060 Kilometer. Gerademal ein Fünftel der Distanz, die eine Antriebsquelle eigentlich überstehen sollte, wenn man mit vier Einheiten durch die Saison kommen will.

Mehr Leistung bei standfester Technik

Trotzdem wird bei beiden Teams überlegt, die Motoren freiwillig nach dem Freitagstraining in Montreal zu tauschen. Da kämen dann noch einmal 250 bis 300 Kilometer auf die Uhr. Der vierte Motor wäre deshalb nicht verloren. Er käme einfach später wieder zum Einsatz. Wenn man es geschickt macht, kann man mit den Motoren 4 und 5 bis zum GP Japan gut über die Runden kommen.

So lange müssten dann auch noch die anderen Bausteine des Hybridsystems innerhalb des Viererkontingents halten. Man versucht den Einsatz so zu timen, dass es nicht zusätzliche Strafen gibt. Ricciardo ist beim Turbolader und der MGU-H bei Nummer 3 angelangt. Die MGU-K und die Leistungselektronik befinden sich im Status 2. Die Batterie ist seit Saisonbeginn im Auto. Kvyat ist ähnlich aufgestellt: Dritter Turbolader, zweite MGU-H, MGU-K und Leistungselektronik, noch immer die erste Batterie.

Und Toro Rosso? Sainz steht mit je zwei Einheiten für Turbolader, MGU-H, MGU-K, Leistungselektronik und Energiespeicher besser da als Kollege Verstappen. Der hat bei den Elektromaschinen bereits jeweils drei Kits verbraucht.

Renault hat es längst aufgegeben, mit einer Minimalzahl an Antriebsquellen durch die Saison zu kommen. Die Franzosen haben 2015 zur Testsaison erklärt und befinden sich immer noch auf der Fehlersuche. Die Kolbenseuche ist noch nicht vollständig geklärt. Motor Nummer 4 muss 5 Rennwochenende ohne Defekt überstehen, bevor Renault daran geht, mehr Leistung freizugeben.

Das heißt, dass der fünfte Motor eine ähnliche Spezifikation haben wird wie sein Vorgänger. Inklusive einiger Änderungen im Dienste der Zuverlässigkeit. Es heißt aber auch, dass die ersten von insgesamt 12 Entwicklungs-Token erst im sechsten Motor verbaut werden können. Teamberater Helmut Marko hatte bereits angedeutet, dass man mit einem Power-Schub erst im letzten Saisonviertel rechnen könne.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden