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Harte Strafen für Sünder

20 Sekunden bei Funk-Verstößen

Lewis Hamilton - Formel 1 - GP Ungarn 2016 Foto: sutton-images.com 25 Bilder

Wer bisher noch glaubte, er könne sich mit einer 10-Sekunden-Strafe billig verbotene Funksprüche kaufen, muss umdenken. Die FIA hat auch die Strafen bei Zuwiderhandlung geändert. Wer gegen die neuen Funk-Regeln verstößt, muss mindestens mit einer Durchfahrtstrafe rechnen.

22.07.2016 Michael Schmidt 2 Kommentare

Die FIA fährt zurzeit eine Null-Toleranz-Politik. Nach der Strafe für Nico Rosberg wegen eines Verstoßes gegen die Funkverbot-Regeln, hat der Weltverband die Funkregeln modifiziert. „Die Regel ist jetzt klarer. Es gibt nichts mehr zu diskutieren“, erklärt FIA-Rennleiter Charlie Whiting.

In der Boxengasse ist der Funkverkehr ab sofort freigestellt. Dafür darf der Fahrer auf der Strecke nur noch über Probleme informiert werden, die entweder zu einem Ausfall führen oder einen Boxenstopp verlangen. Die genauen Instruktionen, wie das Problem zu lösen ist, muss sich Team also für die Boxengasse aufheben.

Bezogen auf Rosbergs Fall in Silverstone hätte ihm Mercedes auf ein Getriebeproblem hinweisen dürfen. Bis Spa ist auch noch die Hilfestellung bei der Wahl des Standardprogramms („Default 101“) erlaubt, solange der Fahrer auf der Strecke ist. Dann nicht mehr.

Schäden werden in der Boxengasse repariert

Mit allen weiteren Instruktionen wie zum Beispiel das Durchschalten durch den defekten 7. Gang muss das Team warten, bis das Auto die Boxengasse erreicht hat. Charlie Whiting versteht die Aufregung nicht. „Es ist wie früher. Wenn das Auto einen Schaden hatte, wurde es in der Box repariert. Mit Hilfe der modernen Technik haben sich die Teams daran gewöhnt, dass sie bestimmte Probleme auf der Strecke lösen.“

Was in den Gesprächen mit den Teammanagern noch offenblieb war, welche Strafe es bei einem Verstoß gegen die neuen Funkregeln blieb. Zum Beispiel, wenn das Team dem Fahrer auf der Strecke unerlaubte Anweisungen gibt. Oder einfach nicht in die Boxengasse kommt und damit freiwillig eine Zeitstrafe in Kauf nimmt.

Gäbe es wie bei Rosberg 10 Sekunden auf die Rennzeit addiert, wäre damit auf jeden Fall weniger Zeit verloren als ein Mal durch die Boxengasse zu fahren.

Auch bei Strafen beginnt alles bei Null

Whiting macht den Teams keine Hoffnung. Auch bei den Strafen beginnt alles bei Null. „Es gibt auf jeden Fall eine Durchfahrtstrafe. Die muss innerhalb von 3 Runden abgesessen werden. Wenn das am Ende des Rennens nicht mehr geht, gibt es das Äquivalent dafür. Also 20 Sekunden auf die Rennzeit. Es könnte bei bestimmten Fällen aber auch auf eine Stop-and-Go-Strafe hinauslaufen.“ Das wäre 30 Sekunden extra.

Die Teams überlegen bereits krampfhaft, wie sie die neue Funkregel in ihre Rennstrategien einarbeiten. „Möglicherweise zögern wir Boxenstopp raus. Ideal wäre es, notwendige Instruktionen mit einem Reifenwechsel zu verbinden“, denkt Mercedes-Teammanager Ron Meadows laut nach.

Bei Lewis Hamiltons Motorproblem in Baku hätte das Team rückblickend mit den ersten Boxenstopp gewartet, bis die Ingenieure eine Lösung parat gehabt hätten. „Es war auch für uns nicht sofort klar, was da eigentlich kaputt war und wie wir es lösen konnten“, blickt Chefingenieur Andrew Shovlin zurück.

Ein größeres Problem könnte das Umprogrammieren der Standardprogramme werden. Selbst für ein großes Team wie Mercedes. „Wir haben rund 100 Default-Programme. Die alle umzuschreiben dauert ein Jahr. Wir werden ab Spa den Fahrer an die Box holen müssen, um ihm dort zu sagen, welchen Knopf er drücken muss.“

Neuester Kommentar

Wenn jemand spinnt dann sind es die Regeln die zu diesen Autos führt. Diese Dinger sind heute so komplex das es mit viel weniger gar nicht geht und eben auch für die Konkurenzfähigkeit verantwortlich sind.

Da sollen die Piloten selber zurecht kommen, wenn die verantwortlichen Techniker selber Mühe haben zu verstehen welches Problem gerade aktuell ist. Siehe Baku, Hamilton hatte das Pech das er früher Umstellen musste, während Rosberg der nicht im Verkehr steckte das bedutend später traf, inzwischen kannte man das Problem dazu hatte man von der Rennleitung die Bewilligung den richtigen Hinweis geben zu dürfen.

Um den Funk wirklich einschränkent zu können braucht es weniger komplexe Autos, das wiederum geht wegen denen die Überlegen sind eben nicht und im nächsten Jahr geht es ind dieser Hinsicht eindeutig in die falsche Richtung. Die reichen Teams werden über kurz oder lange auch da eine Lösung finden, die anderen können sich die Kosten schlicht nicht leisten.

bschenker 22. Juli 2016, 19:00 Uhr
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