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Funkverbot treibt Fahrer um

"Sind keine Marionetten mehr“

Nico Rosberg - GP Australien 2016 Foto: xpb 110 Bilder

Nico Rosberg freut sich auf die neuen Regeln. Die K.O.-Qualifikation, die 3 Reifenmischungen im Angebot und das Funkverbot machen das Leben für den Fahrer härter. Rosberg hat gepaukt wie noch nie, um das beste aus dem Regel-Chaos zu machen.

17.03.2016 Michael Schmidt

Die neuen Regeln für die Qualifikation, die Reifen und das Funkverbot ernteten im Vorfeld viel Kritik. Einzeln für sich genommen scheinen sie relativ wirkungslos. Doch der Schlüssel liegt wie Nico Rosberg richtig feststellt in der Kombination: "Alle drei zusammen sind eine echte Herausforderung. Sie erhöhen die Chance, dass nicht der Schnellste auf der Pole Position oder das Rennen gewinnt."

Besonders das Funkverbot treibt die Fahrer um. Weil sie praktisch alleingelassen sind. Die Zeiten der totalen Fernsteuerung sind vorbei. Rosberg freut sich darauf: "Wir sind keine Marionetten mehr. Es liegt jetzt an uns, das beste aus dem Rennen zu machen." Ein Spruch, der tief blicken lässt. Ganz offenbar fühlten sich einige der Piloten in den letzten Jahren zu stark bevormundet.

Die Gefahr von Strategiefehlern

Das Informationsvakuum ist offenbar so verwirrend, dass sich nicht einmal Rosberg darauf festlegen konnte, welche der verbotenen Instruktionen die Fahrer am meisten fordert. Einmal war es die Rennstrategie, dann der Spritverbrauch. Später die fehlenden Informationen zum Reifenverschleiß.

Doch der Reihe nach. Die Kontrolle des Spritverbrauchs lässt sich laut Rosberg nicht mit einem Pkw vergleichen: "Weil das Auto zu unterschiedlichen Augenblicken im Rennen unterschiedlich stark Sprit verbrennt. Und weil es viele Möglichkeiten gibt, zu sparen. Einfach vom Gas gehen oder auf einen Knopf zu drücken, hilft nicht. Es könnte zu viel oder zu wenig sein. Die Box kann mir aber nicht mehr sagen, was für den Moment die beste Methode ist."

Bei der Strategie nennt Rosberg ein Beispiel: "Nehmen wir mal an, ich soll in Runde 10 den ersten Boxenstopp abwickeln. Dann fahre ich so, dass die Reifen in Runde 10 runter sind. Es kann aber passieren, dass dich das Team schon eine Runde früher reinholt oder zwei Runden länger draußenlässt, um nicht in den Verkehr zu fallen. Da muss ich dann in einen sauren Apfel beißen. Entweder ich fahre auf abgenutzten Reifen weiter, und komme ohne Verkehr im Feld wieder raus, oder wir optimieren den Reifenverschleiß, nehmen aber in Kauf, dass ich an der falschen Stelle im Feld lande."

Rosberg hat Monate gepaukt

Plötzliche Strategieänderungen sind in Zukunft immer damit verbunden, dass der betreffende Fahrer Zeit herschenkt. Und andere davon profitieren, weil es für sie gerade perfekt passt. "Da du mit der Box nichts mehr diskutieren kannst, wirst du so fahren, wie es am Morgen bei der Strategiebesprechung geplant wurde", glaubt Rosberg.

Auch bei den Einstellungen für Motor, Getriebe, Energiemanagement, Bremskraftverteilung und Differential sind der Fahrer und sein Multifunktionslenkrad mit sich allein. "Ich habe Monate an Arbeit reingesteckt, alles zu lernen, was ich wissen muss. Oder wo ich Dinge abrufen kann, die mir bestimmte Prozeduren erklären. Ich habe jetzt völlig freie Hand mit den, was ich am Lenkrad einstelle", erklärt Rosberg.

Für manche Dinge müssen die Fahrer wieder ein Gefühl entwickeln und sich dann selbst helfen. Thema Management von Reifen und Bremsen. Der Fahrer muss spüren, wann und wo es eng wird. Und er muss jetzt genau wissen, wie er an zu heißen Vorderradbremsen die Temperatur senkt, oder wie er fahren muss, um überhitzte Hinterreifen bei Laune zu halten.

Trotzdem bleibt Rosberg dabei: "Das ist eine coole Herausforderung. Ich bin jetzt auf mich alleine gestellt und kann selbst entscheiden." Viele dieser Themen hat Mercedes bereits bei den Testfahrten geübt. Auch ein Grund, warum Rosberg und Hamilton in Barcelona die Kilometer-Meister waren.

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