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Funkverkehr bei Red Bull

Stinkefinger und Revanche-Foul

Red Bull - Formel 1 - GP Malaysia 2013 Foto: xpb 66 Bilder

Der teaminterne Zweikampf bei Red Bull sorgte in Malaysia für viel Zündstoff. Wir haben noch einmal die wichtigsten Funksprüche vom Kommandostand und sagen Ihnen, welche Scharmützel es auf der Strecke sonst noch gab.

25.03.2013 Tobias Grüner

Bei Red Bull kochten die Emotionen während des Rennens von Malaysia gleich mehrmals über. Die missachtete Stallregie in Runde 46 war nur der negative Höhepunkt im Hassduell Vettel gegen Webber. Vorher und nachher gab es aber noch einige weitere Beispiele dafür, wie zerstört das Verhältnis der beiden Teamkollegen wirklich ist.

Vettel sieht sich als Platzhirsch

Schon früh im Rennen war klar, dass Vettel in Malaysia nicht zu Scherzen aufgelegt war. Nach dem misslungenen Taktik-Poker mit Trockenreifen in der Startphase war der Weltmeister unplanmäßig hinter Webber zurückgefallen. Kaum hatte er den zweiten Red Bull in Sichtweite, gab er genervt über Funk durch: "Er ist zu langsam. Räumt ihn aus dem Weg!"

Alleine diese Aussage hätte schon für jede Menge Schlagzeilen gesorgt. Durch die große Stallregie-Debatte geriet der Funkspruch allerdings fast in Vergessenheit. Die Anweisung an den Kommandostand zeigt aber gut, wie Vettel denkt. Der dreifache Weltmeister sieht sich als unangefochtene Nummer eins. Der Teamkollege hat gefälligst Platz zu machen. Wenn nicht, hat die Teamleitung gefälligst dafür zu sorgen.

Vettel ignoriert Warnungen vom Team

Doch der Australier dachte gar nicht daran. Er gab ein paar Runden Gas und bot Vettel keine Angriffsfläche. Als dann noch Lewis Hamilton zwischenzeitlich vorbeizog, war der Puls beim Weltmeister offenbar auf 180. Diese Demütigung wollte er sich nicht gefallen lassen. Das führte schließlich zur Attacke auf Webber obwohl nach seinem letzten Boxenstopp ein Nichtangriffspakt vereinbart wurde.

Doch von seinem eigenen Team ließ er sich nicht mehr  zurückpfeifen. "Benutze KERS nicht zum Überholen. Nur an den abgesprochenen Stellen", funkte Renningenieur Guillaume Rocquelin verzweifelt ins Cockpit, als sein Schützling erstmals zum Angriff ansetzte. Auch der Hinweis auf drohende Reifenprobleme verhallte ungehört: "Der Verschleiß ist zu hoch - vorne und hinten."

Vettel war nicht mehr einzubremsen. Irgendwann schaltete sich sogar Teamchef Christian Horner höchstpersönlich in den Funkverkehr ein. "Das ist dumm Seb", kritisierte er den Heppenheimer gleich zwei Mal hintereinander. Gleichzeitig musste Webber beruhigt werden: "Wir haben es ihm gesagt", versicherte Horner dem Australier.

Webber im Cockpit stinksauer

Große Versuche, Vettel noch einmal zum Platztausch zu bewegen, gab es danach nicht mehr. "Glaubt Ihr wirklich, er hätte die Position zurückgegeben, wenn wir Ihn darum gebeten hätten?", fragte Horner nach dem Rennen. "Mit seinem Manöver hat Seb klar gemacht, was seine Absicht war. Er kannte die Anweisung. Und er hat sich dafür entschieden, sie zu ignorieren. Er hat sich einfach nur auf diese sieben Punkte Unterschied zwischen Platz eins und Platz zwei konzentriert."

Webber reagierte wütend. Die Aufzeichnungen der Onboard-Kamera zeigten später, dass der Pilot sogar den Stinkefinger erhob (Link: YouTube-Video). Vettel war da schon längst 300 Meter enteilt und hat den unfreundlichen Gruß im Rückspiegel wohl gar nicht geseh: Nach der Zieldurchfahrt gab es noch ein kleines Revanchefoul. Während Vettel jubelnd ausrollte kreuzte Webber nur ganz knapp vor dem Frontflügel das Auto des Weltmeisters (Link: YouTube-Video). Man stelle sich vor, es wäre hier noch zu einer Kollision gekommen.

Von Ingenieur Rocquelin gab es in der Auslaufrunde nur einen gequälten Glückwunsch an Vettel: "Es sah so aus, als wolltest Du es heute unbedingt. Da müssen später allerdings einige Erklärungen her", funkte der Franzose ins Cockpit. Webber bekam von Horner dagegen ein dickes Sonderlob. "Absolut brillanter Job Mark. Tolle Fahrt. Gut gemacht". Das konnte den Routinier aber auch nicht mehr beruhigen.

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