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Gebührenstreit

Piloten beraten über Strategie

Foto: Daniel Reinhard

Im Streit um die Lizenzgebühren wollen die F1-Fahrer in einem Treffen am Freitag (20.6.) in Magny Cours ihre weitere Strategie absprechen. Erneut äußerten mehrere Piloten ihr Unverständnis über die Erhöhung der Abgaben.

19.06.2008 Tobias Grüner

So findet BMW-Pilot Nick Heidfeld keine Erklärung für die gestiegenen Gebühren, die der Motorsport Weltverband für die Fahrerlaubnis in der aktuellen Formel 1-Saison verlangt: "Die Zahlungen haben sich schon deutlich erhöht. Die Erklärungen der FIA über die Verwendungen sind allerdings nicht nachvollziehbar", sagte der Mönchengladbacher am Donnerstag.

Diskussion über System

Dabei kritisiert Heidfeld nicht das System. Es sei schon sinnvoll, wenn erfolgreiche Piloten, die mehr Punkte holen, auch mehr bezahlen müssen, sagte Nick. "Dass ein Kimi Räikkönen über 200.000 Euro zahlen muss, passt aber einfach nicht." Felipe Massa hält dagegen das System für unfair: "Ich verstehe nicht warum die Top-Fahrer mehr bezahlen müssen als andere. Es wäre fairer, wenn die Gebühr für alle gleich hoch wäre."

Ein entschlossener Kämpfer für niedrigere Gebühren ist der ehemalige Weltmeister Fernando Alonso. Wie der Spanier mitteilte habe die Fahrergewerkschaft die FIA bereits mehrmals per Brief zur Stellungnahme zu den Gebühren aufgefordert. "Allerdings erhielten wir nie eine befriedigende Antwort". Am Freitag wollen sich die Piloten nun zusammensetzen, um über das weitere Vorgehen zu beraten.

Wohl keine Einigung

Alonso beklagte erneut seine hohe Gebühren von über 200.000 Euro in der aktuellen Saison. Das Argument, dass er sich die Lizenz bei einem geschätzten Jahreseinkommen von 30 Millionen Euro locker leisten könne, wollte der Renault-Pilot nicht gelten lassen: "Hätte ich vor drei oder vier Jahren so hohe Gebühren bezahlen müssen, wäre das prozentual schon ein beträchtlicher Anteil." Auch Lewis Hamilton ist ausnahmsweise mal einer Meinung mit seinem alten Teamkollegen: "Obwohl ich kein Mitglied in der Fahrer-Gewerkschaft bin, unterstütze ich das Anliegen."

Ob es wie angedroht zu einem Streik kommen wird, ist allerdings fraglich. Jeder Fahrer hat einen Einzelvertrag mit seinem Team. "Wir müssen alle unseren Job machen. Es kann also sein, dass wir da nicht auf einen Nenner kommen", befürchtet Alonso. Auch Kimi Räikkönen glaubt nicht, dass es zum Streik kommen wird: "Ich denke, ein Streik wäre das falsche Mittel. Außerdem machen am Ende sowieso nicht alle mit."

Gemeinsame Linie finden

Auch BMW-Pilot Robert Kubica glaubt, dass es schwierig sein wird, sich mit allen Piloten auf eine Linie zu verständigen. "Es gibt einige gut verdienende Piloten, die aber wenig Punkte holen. Die dürfte das Thema wenig kümmern", so der Montreal-Gewinner. "Wenn das Geld wirklich in die Sicherheit gesteckt wird, zahle ich gerne."

Wie wichtig das Thema sei, habe man bei seinem Horror-Crash in Kanada 2007 gesehen. Auf jeden Fall wolle man aber erreichen, dass die FIA eine detaillierte Aufstellung darüber gibt, wohin das Geld fließt.

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