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Gegen Druck und Zweifel: Befreiungsschlag für Hamilton

Lewis Hamilton GP Abu Dhabi 2011

Lewis Hamilton freute sich still. Die Serie der Pleiten, Pech und Pannen hat ein Ende. Mit seinem dritten Saisonsieg sorgte er endlich wieder für positive Schlagzeilen. Teamkollege Jenson Button kann er aber nicht mehr einholen.

Gleich nach der Zieldurchfahrt trommelte Lewis Hamilton auf das Lenkrad. Ein Zeichen, welcher Druck von ihm gewichen war. Dann widmete er seinen dritten Saisonsieg, den 17. seiner Karriere, seiner Mutter. Sie hatte an diesem Tag Geburtstag.

Bei der Pressekonferenz ließ er die Außenwelt an seinen Gefühlen teilhaben: "Ich fühle mich fantastisch und werde mit einem Lächeln in meinen Flieger heute Nacht einsteigen. Es war eines meiner besten Rennen, ein Rennen ohne Fehler. Ich musste gegen einen der besten Fahrer der Welt den Abstand kontrollieren und gleichzeitig die Reifen schonen."

Barrichello überholt Hamilton

Das Fernduell mit Alonso lief auf den weichen Reifen nach dem gleichen Schema ab. Hamilton war zu Beginn des Turns schneller, Alonso am Ende. "Der Verkehr und wie wir da durchgekommen sind, bestimmte den Abstand", warf Alonso ein.

Dabei hatte Hamilton ein Erlebnis der dritten Art. Der bereits überrundete Rubens Barrichello rundete sich zurück. "Er fuhr dank DRS einfach an mir vorbei." Es gab ein paar unfreundliche Handzeichen. "Ich dachte mir: Junge, was machst du denn da? Wir fahren doch gar nicht gegeneinander." Barrichello leistete noch im Parc fermé Abbitte bei dem Sieger.

Vettel macht Platz für Hamilton

Als der D-Zug an der Spitze auf die harten Reifen wechselte, war Alonso wie üblich chancenlos. Sein Ferrari bringt die harten Sohlen einfach nicht optimal in das Arbeitsfenster. Hätte der Sieg noch besser geschmeckt, wenn er ihn gegen Sebastian Vettel auf der Strecke ausgefochten hätte? Hamilton: "Fragt mich das ein andermal, wenn es soweit ist."

Vettel nahm Hamiltons Konzentration nur ein paar Sekunden in Anspruch. "Er hatte einen super Start, kam super aus der ersten Kurve und im Scheitelpunkt der zweiten sehe ich, wie es ihm den rechten Hinterreifen von der Felge zieht. Da habe ich nur noch geschaut, ungeschoren dran vorbeizukommen. Danach galt meine ganze Aufmerksamkeit Fernando und Jenson."

Button kämpft mit KERS

Jenson Button haderte mit seinem KERS. Es lieferte nur zehn der 55 Runden zuverlässig seinen Saft. Für 20 Runden meldete es sich komplett ab. Danach ging es an und aus. "Ich war dauernd in Zweikämpfe verstrickt. Da war das KERS-Problem ein Riesen-Handikap. Irgendwann haben wir eine Lösung gefunden, wie wir den Hybridantrieb wieder zum Leben erwecken können, allerdings immer nur für ein paar Runden. Das wurde dann ziemlich lästig, denn mit jedem An- und Abschalten musste ich die Bremsbalance neu trimmen."

Hamilton hofft, dass der dritte Sieg nach Shanghai und dem Nürburgring seine Krise beendet hat. "Es ist in den letzten Wochen viel auf mich eingeströmt. Der Druck war enorm. Die Zweifel auch. Ich bin stolz, dass ich mich da auf diese Art rausgezogen habe. Irgendwie fühle ich mich klarer im Kopf. Ich kann wieder geradeaus denken." In der Form wird Hamilton auch beim Finale in Brasilien ein Sieganwärter. Das Fahren hat er nicht verlernt. "Aber in diesem Sport spielen eben auch der Kopf und die Psyche eine große Rolle."

Hamilton: "Jenson hat besseren Job gemacht"

Er wird es jetzt verschmerzen können, dass er das Teamduell gegen Button endgültig verloren hat. Selbst ein weiterer Sieg in Brasilien und eine Nullrunde des Stallrivalen würde nichts daran ändern, dass Button die Saison mit mehr Punkten auf dem Konto abschließen wird. Hamilton resümiert knapp und bündig: "Jenson hat über die Saison einen besseren Job gemacht als ich."

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Michael Schmidt

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