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Geheimes FIA-Meeting

Weniger Strafen bringen mehr Action

Jenson Button - GP Bahrain 2013 Foto: McLaren 50 Bilder

Ist es Ihnen auch schon aufgefallen? Es gibt viel weniger Strafen für die Fahrer. Die Sportkommissare drücken auch bei beinharten Zweikämpfen immer öfter die Augen zu. Das verbessert die Action, weil sich die Fahrer mehr trauen. Die lange Leine für die Piloten ist gewollt. Das wurde auf einer geheimen Sitzung im Winter so beschlossen.

23.04.2013 Michael Schmidt

Es war ein exklusives Treffen mit FIA-Präsident Jean Todt in der Winterpause. Fahrer, Teammanager, FIA-Rennleiter Charlie Whiting und Sportkommissare trafen sich und diskutierten das Strafensystem in der Formel 1. Auch Sebastian Vettel war dabei. Dabei wurde die Frage gestellt, ob die Sportkommissare in der Vergangenheit bei Zweikämpfen auf der Strecke zu kleinlich und streng geurteilt haben.

Man kam zu dem Schluss, dass in Zukunft nicht mehr jede kleine Berührung bestraft werden sollte. Sonst trauen sich die Fahrer nicht mehr in Zweikämpfe zu gehen. Außerdem es eine einheitliche Linie für Vergehen geben. Man hatte früher manchmal den Eindruck, dass die Kleinen für etwas gehängt wurden, dass man den Großen durchgehen ließ.

Nur zwei echte Strafen

Die Rennleitung und die Sportkommissare haben die neue Maßgabe bei den ersten vier Rennen konsequent umgesetzt. Es gab erfreulich wenig Durchfahrtstrafen und Startplatzversetzungen wegen zu aggressiver Fahrweise. Nur in Shanghai erwischte es zwei Piloten. Mark Webber, weil er Jean-Eric Vergne herumgedreht hatte. Und Esteban Gutierrez, weil er Adrian Sutil das Rennen zerstörte. In beiden Fällen lautete das Urteil auf "vermeidbare Kollision". Damit konnten alle Beteiligten leben.

Dafür kamen andere bei Zwischenfällen ungeschoren davon, bei denen es in der Vergangenheit Strafen gesetzt hätte. Zum Beispiel Webber, als er Vettel bei dessen Angriff in Sepang fast gegen die Boxenmauer gedrückt hätte. "Das war an der Grenze, weil Webber seinen Linienwechsel schon angedeutet hatte, als Vettel noch nicht neben ihm war", hieß es aus Funktionärskreisen.

Perez kam zwei Mal ungeschoren davon

Auch Sergio Perez blieb unbestraft, als er in Shanghai Kimi Räikkönen in die Wiese abgedrängt hatte. Der Finne vertrat die Ansicht, Perez hätte eine Abreibung verdient gehabt. Die Rennleitung ist anderer Meinung. Perez lag vorne. Deshalb hatte er das Recht auf der Ideallinie zu bleiben. Wenn Räikkönen unbedingt auf der Außenspur überholen will, muss er halt durch das Gras.

Gleiches Spiel bei den Manövern von Jenson Button und Sergio Perez in dem Bergab-Geschlängel in Bahrain. Zuerst drückte Button seinem Teamkollegen in den Sand, dann machte Perez das gleiche mit Fernando Alonso. Der Spanier grummelte auf die Frage, ob er das fair fand: "Kein Kommentar".

Sky-Experte Martin Brundle verteidigte Perez: "Er fuhr auf der Ideallinie. Warum soll er für Alonso auf der linken Seite Platz machen? Wenn Fernando es trotzdem versucht, muss er halt in Kauf nehmen, dass es im Sand neben der Strecke etwas unruhig wird."

Piloten gehen im Zweikampf mehr Risiko

Ein Grenzfall war Mark Webbers Duell mit Nico Rosberg. Der Australier ließ dem Mercedes-Piloten in der ersten und zweiten Kurve keinen Platz, was zu einer Kollision führte. Webber bekam dafür eine Verwarnung.

Die neue Lockerheit in der Rennleitung macht die Rennen besser. Man spürt förmlich, dass sich die Fahrer mehr trauen. Selten haben wir so viele beinharte Rad-an Radduelle gesehen wie in Bahrain. Auch mit Feindkontakt. Button: "Ich bin drei Mal mit meinem Teamkollegen zusammengestoßen." Noch einmal Brundle: "Wer jetzt noch sagt, das war langweilig, dem ist nicht zu helfen."

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