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Hockenheimring-Chef Georg Seiler

Jedes Jahr Formel 1 in Hockenheim möglich

Hockenheimring Motodrom Foto: Hockenheimring 72 Bilder

Der Grand Prix von Deutschland in Hockenheim steht vor der Tür. Im Interview spricht Geschäftsführer Georg Seiler über das Interesse der Fans, sein Wunsch-Podium und über die Alternativen, falls die Formel 1 am Nürburgring keine Zukunft hat.

17.07.2012 dpa
Wie zufrieden sind Sie mit dem Ticketverkauf kurz vor dem ersten Freien Training?

Seiler: Wir haben zurzeit rund 54.000 Karten verkauft. Vor zwei Jahren waren es 62.000 im Endergebnis und ich hoffe, dass wir diese Zahl auch wieder erreichen können.

Wo läge die maximale Auslastung?

Seiler: Wenn wir überall Zusatztribünen aufbauen würden, könnten wir 100.000 bis 120.000 Besucher verkraften. Aber das war noch nie der Fall mit Ausnahme des ersten Rennens nach dem Umbau, als wir 95.000 Zuschauer hatten.

Entwickelt sich das Formel-1-Rennen langsam aber sicher wieder zu einem gewinnbringenden Geschäft?

Seiler: Natürlich wäre ein Überschuss wünschenswert, doch wir reden eigentlich nicht von einem gewinnbringendem Geschäft unterm Strich. Die Formel 1 bringt vielmehr ein gewisses Image mit, das wir brauchen. Auch für die sonstige Vermarktung auf dem Ring.  Für uns ist es wichtig, dass wir keine Verluste verzeichnen, sondern mit einer sauberen schwarzen Null abschließen.

Über welche Einnahmen können sich Bund und Land denn freuen?

Seiler: Das Steueraufkommen bei einem Formel-1-Rennen liegt bei rund zehn Millionen Euro. Und wenn man weiß, wie die öffentliche Hand Gelder braucht, dann sind diese zehn Millionen meines Erachtens sehr wichtig.

Inwiefern hat sich denn der bisherige Saisonverlauf auf den Ticketverkauf niedergeschlagen - gibt es nach einem Sieg wie von Rosberg in China oder Vettel in Bahrain eine größere Nachfrage?

Seiler: Natürlich merkt man nach einem deutschen Sieg grundsätzlich, dass der Kartenverkauf angezogen hat. Bei einem Sieg von Michael Schumacher wäre der Verkauf jedoch sicherlich noch deutlich stärker. Sebastian Vettel war im vergangenen Jahr schon Weltmeister und da ist es offenbar nichts Neues mehr für die Fans.

Warum tun sich die deutschen Piloten - allen voran Sebastian Vettel - ihrer Meinung nach denn so schwer mit dem ersten Heimsieg seit Michael Schumachers Erfolg 2006?

Seiler: Wenn ich das wüsste, wäre ich wohl der ideale Motorsportexperte. Ich bin aber Kaufmann. Nachdem es in diesem Jahr schon so viele Sieger gab, bin ich jedoch überzeugt, dass beim Deutschland-Grand-Prix drei Deutsche auf dem Podium stehen.

Schumacher 2012 - der erste Sieg - und das noch im Mercedes. Wie wäre das denn, auch aus ihrer kaufmännischen Sicht?

Seiler: Das wäre natürlich ideal, zumal auch Mercedes sehr viel für die Fans vor Ort veranstaltet. Noch schöner wäre es aber gewesen, wenn Michael Schumacher schon vorher einen Sieg eingefahren hätte.

Die Formel-1-Zukunft auf dem Hockenheimring ist bis 2018 gesichert. Auf dem Nürburgring scheint derzeit nur eines zu herrschen - Ungewissheit. Wie beurteilen Sie die Lage?

Seiler: Fakt ist, dass wir die alternierende Austragung gewollt haben. Beide Rennstrecken wollten das, und es wäre auch nach wie vor für die Zukunft sinnvoll. Ich gehe davon aus, dass man sich auf dem Nürburgring zum rechten Zeitpunkt einigen wird. Ansonsten stellen sich alle die Frage, ob wir für 2013 bereit wären: Derzeit liegt keine Anfrage vor. Sollte das aber so sein, sehe ich durchaus eine Möglichkeit, dass die Formel 1 wieder jedes Jahr nach Hockenheim kommt. Dann müsste aber alles stimmen: Die Kostenseite, der Vertrag, die Politik und vieles mehr. Ich weiß nicht, ob das alles so leicht zu erfüllen ist. Trotz allem würde es mich freuen, wenn wir die Alternierung fortsetzen würden.

Würde es dem Hockenheimring womöglich auch schaden, wenn es mal in einem Jahr kein deutsches Rennen geben würde - oder könnte es sogar zu einer größeren Anfrage im Jahr danach kommen?

Seiler: Es wäre nicht gut, wenn ein deutscher Grand Prix ausfallen würde. Ich denke auch, dass dies nicht im Interesse von Bernie Ecclestone und den Herstellern wäre.

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