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Gerard Lopez über Lotus-Finanzen

"Das meiste Geld schulden wir uns selbst"

Gerard Lopez 2013 Foto: Lotus 56 Bilder

Lotus-Mitbesitzer Gerard Lopez spricht im Interview mit auto motor und sport über die Finanzen des Rennstalls, die Vertragsverlängerung mit Kimi Räikkönen und die Motoren-Pläne für 2014.

24.08.2013 Michael Schmidt
Es gibt viele Gerüchte über die Schulden von Lotus. Einige sagen, es sind 120 Millionen Euro andere sagen es sind nur 28 Millionen. Was stimmt denn jetzt?

Gerard Lopez: Es sind 120 Millionen, aber das meiste davon schulden wir uns selbst. Vier Fünftel der Schulden gehören Genii, weil wir das Team nicht sponsern sondern über Darlehen finanzieren.

Sie wollen das Geld aber sicher eines Tages zurückhaben?

Lopez: Ich will vor allem, dass das Team weiterhin gut finanziert bleibt. Ob wir das Geld jetzt zurück bekommen oder irgendwann später, muss man sehen. Wir suchen weiter nach Partnern, um das Team zu verstärken. Es geht nicht darum, dass Geld jetzt schnell zurückzubekommen.

Sie haben einen Partner bekannt gegeben. Da gibt es Gerüchte, dass die nicht bezahlt haben. Stimmt das?

Lopez: Nein, das hängt momentan eher an den Banken. Da ist noch nicht alles abgeklärt, weil das Geld aus dem mittleren Osten kommt. Mal schauen, wie das jetzt weiter geht.

Wenn man vorne mitfahren will, muss man einen Haufen Geld ausgeben. Sie haben mal gesagt, es sind rund 160 Millionen Euro pro Jahr nötig. Haben Sie dieses Budget oder müssen Sie immer noch etwas dazuschießen?

Lopez: Nein, wir müssen normalerweise etwas dazuschießen.

Wie nah sind Sie an einem Hauptsponsor dran, der etwas zum Budget beisteuert?

Lopez: Das ist die ewige Frage. Wir wären sehr nah dran, wenn wir uns dafür entscheiden wollten, einen billigen Vertrag zu unterschreiben. Aber wir denken, dass wir von der Performance her eigentlich einen Hauptsponsor brauchen, der richtig gut zahlt. Es wäre schade, jetzt etwas für drei, vier oder fünf Jahre zu unterschreiben, was uns nachher leid tut.

Es sieht so aus, als ob Lotus in diesem Jahr noch näher an der Spitze dran ist, als im letzten Jahr. Wie sehen Sie das?

Lopez: Ja, das sehe ich genauso. Ich glaube, wir sind in diesem Jahr auch noch einmal stärker in der Entwicklung geworden. Wir arbeiten momentan an einem Auto mit längerem Radstand. Ich denke, wir sind wirklich gut aufgestellt.

Kann man sich dabei parallel schon auf 2014 konzentrieren oder legen Sie jetzt alles auf diese Saison?

Lopez: Nein, wir haben schon sehr früh mit der Entwicklung für 2014 angefangen, weil wir ja sehr eng mit Renault arbeiten. Das wird ein komplett neues Auto. Da läuft die Arbeit wie geplant weiter. Aber 2013 wollen wir auf keinen Fall aufgeben.

Ein großes Thema ist aktuell natürlich Kimi Räikkönen. Was ist da wirklich los?

Lopez: Kimi fährt momentan noch für Lotus. Ich habe immer gesagt: Wenn wir ihm das geben, was er braucht, dann sind die Chancen gut, dass er bei uns bleibt. Ob er sich dann überlegt, woanders hinzugehen, oder aufzuhören oder Rallye zu fahren, das weiß man nie. Kimi ist Kimi.

Er hat gerade wieder betont, dass er noch nicht alles von seinem Geld gesehen hat. Wie ist das zu verstehen?

Lopez: Das ist so zu verstehen, wie er es gesagt hat. Er bekommt ein Basisgehalt und er bekommt eine Punkteprämie.

Hat man sich damals bei dem Punkte-Bonus vielleicht etwas verschätzt? Hat man nicht gedacht, dass er so gut ist?

Lopez: Nein, wir wissen schon, dass Kimi gut ist. Und wir dachten schon, dass er Punkte machen wird. Die Rechnung geht auch für uns insoweit auf, dass die Punkte natürlich auch für die Konstrukteurs Weltmeisterschaft mitzählen. Dadurch kommt bei uns natürlich wesentlich mehr Geld rein, als wir für ihn ausgeben.

Glauben Sie, dass Räikkönen echte Alternativen mit Red Bull oder Ferrari hat, oder ist das nur Wirbel seines Managements?

Lopez: Das weiß ich nicht. Ich weiß auch nicht, ob ein Kimi tatsächlich mit Sebastian Vettel zusammen fahren könnte oder mit Fernando Alonso. Keine Ahnung. Das hängt von denen ab.

Sehen Sie der Sache gelassen entgegen? Haben Sie Optionen?

Lopez: Wir haben ein sehr gutes Auto, da hat man immer Optionen in der Formel 1. Wir stehen Renault sehr nahe und wissen deshalb, dass wir auch für nächstes Jahr ein konkurrenzfähiges Auto haben werden. Von daher gibt es immer Fahrer, die interessiert daran sind, bei uns zu fahren.

Man hat noch nichts gehört, mit welchem Motor Lotus im nächsten Jahr fahren wird. Können Sie dazu schon etwas sagen?

Lopez: Nein, offiziell nicht. Aber momentan sind wir bei Renault und es sieht so aus, dass wir da auch weiterfahren.

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