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Gerhard Berger über die Saison 2010

Kritik und Rückendeckung für Ferrari

Formel 1, Grand Prix Tuerkei 2007, Istanbul Speed Park, 26.08.2007 Foto: Wolfgang Wilhelm 13 Bilder

Gerhard Berger verfolgte die Formel 1-Saison 2010 hauptsächlich am Fernsehschirm mit. Für den 51-jährigen Österreicher ist Sebastian Vettel der wahre Weltmeister. Ferrari dagegen bekommt Rückendeckung und Kritik.

07.12.2010 Michael Schmidt

Gerhard Berger freut sich mit Sebastian Vettel. Der 23-jährige Heppenheimer feierte 2008 in seinem Team ToroRosso den ersten GP-Sieg. Zwei Jahre später ist er Weltmeister. "Sebastian hat es verdient. Er hat im Schnitt von allen Fahrern über die Saison die beste Leistung gebracht." Red Bulls Politik ohne Stallregie war also genau richtig. Der zehnfache GP-Sieger warnt jedoch, alles auf das Team zu schieben. "Dass es keine Stallregie gab, lag hauptsächlich an Vettel. Der hat sich einfach geweigert, für den anderen zu fahren, solange er selbst noch Chancen auf den Titel hat. Kann ich aus seiner Sicht auch verstehen."

Ferrari-Fehler verzeihbar

Ferraris große strategische Panne mit dem vorgezogenen Boxenstopp von Fernando Alonso ist laut Berger verzeihbar. Er weiß, wie hektisch es während des Rennens an der Boxenmauer zugeht. "Hinterher, wenn du alle Zahlen in der Hand hast und in Ruhe nachrechnen kannst, bist du immer schlauer. Es ist einfach, Ferrari nach dem Rennen zu kritisieren, aber unglaublich schwer, in der entscheidenden Sekunde das Richtige zu tun."

Kritik bekommt Ferrari jedoch dafür ab, dass Alonso nicht in der Lage war, Vitaly Petrov auf der Geraden zu überholen. "Es darf Ferrari nicht passieren, dass Renault die F-Schacht Technik besser beherrscht als man selbst und dass Petrov dem Alonso auf der Geraden die Show stiehlt. Man kann keinem den Vorwurf machen, dass er den Red Bull nicht perfekt kopiert hat. Da geht es ums Gesamtpaket. Die Feinheiten hat Adrian Newey im Windkanal ausgearbeitet. Da muss alles zusammenpassen, das lässt sich nicht so einfach nachbauen. Aber beim F-Schacht wusste jeder, um was es geht. Und in diesem Punkt hat Ferrari einfach nicht den perfekten Job gemacht."

Newey macht Red Bull noch lange überlegen

Berger prophezeit Red Bull eine lange Phase der Überlegenheit. "Die sind über Jahre nicht zu schlagen, solange sie Adrian Newey haben." Und genau da setzt auch seine Kritik an. "Ferrari, Mercedes und McLaren hätten längst merken müssen, dass sie keinen Newey haben und ihn auch von Red Bull nicht weglocken können. Was mache ich in so einer Situation? Ich versuche Newey das Werkzeug wegzunehmen. Das ist die Aerodynamik. Wenn ich Konkurrent von Red Bull wäre, würde ich politisch alles tun, um die Bedeutung der Aerodynamik zu reduzieren. Das geht doch heute ganz einfach mit dem Kostenargument. Einfach sagen, dass die ganze Windkanal-Testerei viel zu teuer ist, dass man da locker Geld einsparen könnte. Bei einem Reglement, bei dem die Aerodynamik nicht mehr die Hauptlast an der Rundenzeit trägt, ist auch Newey nicht mehr soviel wert."
 

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