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Gerhard Berger zur Formel 1-Saison 2010

"Red Bull auch mit Fehlern überlegen"

Gerhard Berger Foto: xpb 18 Bilder

Gerhard Berger ist ein Mann klarer Worte. Müsste der Ex-Rennfahrer nach zwölf von 19 Rennen den kommenden Weltmeister tippen, dann würde er bedingungslos auf Red Bull setzen. "Das Auto ist einfach zu überlegen. Die können sich sogar Fehler leisten."

14.08.2010 Michael Schmidt

Für Gerhard Berger gibt es nur einen WM-Favoriten. Alles andere als der Titelgewinn für Red Bull wäre für den Österreicher eine faustdicke Überraschung: "Das Auto ist einfach zu überlegen. Die können noch soviele Fehler machen, und sind trotzdem vorne. Eigentlich müssten sie die Weltmeisterschaft noch viel deutlicher anführen."

Red Bull eine Klasse für sich

Berger spricht beim Thema Red Bull nicht nur die Pannen an, die jeder sehen kann. "Da gibt es auch noch viele versteckte Fehler. Wenn Mark Webber in Hockenheim den Start versaut, dann muss ich die Strategie ändern und ihn so nach vorne bringen. So wie es McLaren mit Jenson Button getan hat. Dass Red Bull bei all den verschenkten Punkten noch in der WM-Wertung vorne liegt, zeigt doch ganz klar: Dieses Auto ist eine Klasse für sich."

Red Bull lässt seine Fahrer offen gegeneinander antreten. Williams, Ferrari und McLaren haben vor grauer Vorzeit schon Weltmeisterschaften verloren, weil sie sich weigerten, alle Karten auf einen Fahrer zu setzen. Berger applaudiert, dass Red Bull auf Stallregie verzichtet: "Wäre ich Teamchef von Red Bull, würde ich es nicht anders machen. Weil es zur Marke passt. Der Chef Didi Mateschitz tickt so. Er will fairen Sport zeigen und hätte menschlich ein Problem, seine Fahrer fernzusteuern. So bekommt er die meisten Sympathien für sein Produkt. Er wird nicht bekannter oder reicher, ob er die WM nun gewinnt oder verliert."

Mercedes GP soll sich auf 2011 konzentrieren

Ferrari hat laut Berger gar keine andere Wahl, als alles auf Alonso zu setzen: "Machen wir uns nichts vor. Alonso ist ganz klar der bessere Mann im Team.Wenn die überhaupt eine WM-Chance haben, dann nur mit Fernando. Montezemolo hat ihn dafür eingekauft, und er wird diese Karte knallhart spielen." McLaren liegt genau zwischen den beiden Extremen Red Bull und Ferrari.

"Menschlich betrachtet haben sie die beste Ausgangsposition. Button ist kein Querulant. Er ist happy mit seinem WM-Titel und happy mit sich selbst. Für den geht die Welt nicht unter, wenn er den Titel nicht verteidigt. Sein Naturell ist kooperativ. McLaren kann seine beiden Fahrer ohne großes Aufsehen gut im Griff halten."

MercedesGP empfiehlt der zehnfache GP-Sieger, sich auf das nächste Jahr zu konzentrieren. Autos, die mit einem Geburtsfehler auf die Welt gekommen sind, kann man nicht gesundbeten. "Das geht nur, wenn es ganz offensichtlich ein spezielles Problem gibt, dass das Auto bremst. Laufe ich aber einer Summe von aerodynamischen Defiziten hinterher, bin ich immer einen Schritt zu spät. Ross Brawn tut gut daran, seine Mannschaft zu ordnen und voll auf 2011 hin zu arbeiten. Die Frage ist nur: Können die gleichen Leute ein besseres Auto bauen? Das Team braucht auf der Aerodynamikseite Nachschub."

Aerodynamik ist entscheidend

Für Berger sind die Reifenprobleme von Mercedes nur sekundär: "Das ist doch alles eine Funktion der Aerodynamik. Warum hat der Red Bull die geringsten Reifenprobleme? Weil er die beste Aerodynamik hat. Das ist leider heute das A und O bei einem Rennauto. Deshalb sehe ich Red Bull auch in den nächsten Jahren stark. Ich habe Mateschitz immer geraten Newey zu holen, wenn er jemanden sucht, der die Extrasekunde aus dem Auto rausholen kann. Anfangs war ich ein bisschen nervös, weil Newey nicht sofort eingeschlagen hat. Ich glaube, er hat sich zu Beginn seiner Red Bull-Zeit zu sehr mit Management-Dingen abgelenkt. Seit er sich wieder auf sein Spezialgebiet Aerodynamik konzentriert, zeigt er seine einsame Klasse."

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