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Gewinner und Verlierer

Ferrari und Marussia holen auf, McLaren fällt ab

Jenson Button - GP Bahrain 2013 Foto: McLaren 50 Bilder

Nach vier Rennen ist es Zeit eine erste Bilanz zu ziehen. Ein Vergleich der Rundenzeiten beim GP Bahrain mit 2012 ergibt, dass Red Bull auf hohem Niveau stabil geblieben ist. Marussia und Ferrari haben sich am meisten gesteigert. McLaren und Sauber sind am stärksten zurückgefallen.

30.04.2013 Michael Schmidt

Vergleiche mit dem Vorjahr sind immer gefährlich. Wegen unterschiedlicher Wetterbedingungen, Reifen und Rennverläufe. Von den ersten vier Grand Prix des Jahres eignet sich eigentlich nur der GP Bahrain zu einem Vergleich. Das Wetter in der Wüste ist stabil. Im letzten Jahr betrug die Lufttemperatur 28, diesmal 29 Grad. Der Asphalt heizte sich 2012 bis auf 36 Grad auf. In diesem Jahr waren es maximal 42 Grad. Es gab in beiden Rennen kein Safety Car. Der Sieger wechselte 2012 wie 2013 je drei Mal die Reifen. Pirelli lieferte 2013 als Option zur harten Mischung einen Medium-Reifen. Vor zwölf Monaten war es noch der Reifentyp "Soft". Da die Gummimischungen aber durch die Bank eine Stufe weicher wurden, sind die Fahrer in diesem Jahr praktisch mit identischem Grip unterwegs gewesen.

Red Bull hat die Form gehalten

Vom Ergebnis her hat sich nicht viel geändert. Sebastian Vettel, Kimi Räikkönen und Romain Grosjean standen auch 2012 auf dem Podium. Ein Mercedes wurde Fünfter. Der Force India war 2012 schon stark. Aus Platz sechs wurde diesmal Rang vier. Vor einem Jahr wurde McLaren unter Wert geschlagen, bei der 2013er Ausgabe Ferrari. Trotzdem lassen sich gute Vergleiche zum Vorjahr anstellen. Red Bull hielt die Form. Im Training lag Vettel nur um 0,162 Sekunden über seinem Vorjshreswert. Im Rennen verfehlte er die Gesamtzeit aus der Saison 2012 um 49,508 Sekunden, doch der Grand Prix war in diesem Jahr generell langsamer. Die Fahrer mussten mehr auf ihre Reifen aufpassen. In der schnellsten Rennrunde kam Vettel nur auf 1.36,961 Minuten gegenüber 1.36,379 Minuten im Jahr davor. Der Weltmeister hatte allerdings noch Reserven. 

Ferrari auf eine Runde schneller

Ferrari legte vor allem in der Qualifikation zu. Die zweite Startreihe wird schon zur Gewohnheit. Fernando Alonso unterbot seinen 2012er Wert um 0,736 Sekunden. "Keine große Kunst, so schlecht wie unser Auto zum gleichen Zeitpunkt letztes Jahr war", winkt man bei Ferrari ab. Trotzdem macht die Steigerung im Umfeld der Konkurrenz Eindruck. Lotus war wie Red Bull im Vergleich zu 2012 knapp langsamer. Um exakt 0,138 Sekunden. Mercedes steigerte sich, aber nur um 0,491 Sekunden. Auch Force India kann mit einer Verbesserung von 0,275 Sekunden eine positive Bilanz aufweisen. Keiner aber schlägt Marussia. Der Rennstall am Ende des Feldes pulverisierte seine Vorjahres-Trainingszeiten um 1,505 Sekunden.

McLaren verliert 1,182 Sekunden auf eine Runde

Während Williams und ToroRosso annähernd auf dem Stand von 2012 fuhren, stürzten Caterham, Sauber und McLaren ab. Caterham konnte dank des Facelifts zwar Marussia überholen, hinkt aber dem Vorjahr immer noch 0,431 Sekunden hinterher. Bei Sauber gingen über den Winter 0,582 Sekunden auf eine Runde verloren. "Bahrain war schon im letzten Jahr unsere schlechteste Strecke", betonte Teamchefin Monisha Kaltenborn. Ganz bitter sieht es für McLaren aus. Die schnellste Trainingszeit von Jenson Button lag 2013 um 1,182 Sekunden über Vorjahr. Sie wurde zwar bereits im Q2 erzielt, doch da fuhr Button nach eigenen Angaben wie um sein Leben, um es noch in die Top Ten zu schaffen. Also durchaus vergleichbar. 

Rennen bestätigt: Ferrari, Mercerdes und Force India besser

Im Rennen wird der Trainingseindruck bestätigt. Wenn man die 49 Sekunden Zeitverlust von Vettel als normal einstuft, dann haben sich relativ zu Red Bull drei Teams massiv gesteigert: Ferrari, Mercedes und Force India. Ferrari lag nur 29,279 Sekunden über der Gesamtzeit des 2012er Grand Prix. Und das trotz des defekten DRS, das Alonso zu einem zusätzlichen Boxenstopp zwang. Der Vergleich der schnellsten Rennrunde dokumentiert ebenfalls den positiven Trend. Alonso war 2013 um 0,919 Sekunden schneller. Mercedes hatte 2012 wie 2013 Reifenprobleme, verlor aber wie Ferrari nur 29,278 Sekunden auf die Vorjahreszeit. Unter dem Strich also eine Verbesserung. Force India legte auf hohem Niveau zu. Paul di Resta war über 57 Runden nur um 13,692 Sekunden langsamer als 2012. Das ist der Topwert. Bei McLaren darf man sich nicht täuschen lassen. Sergio Perez war zwar nur 26,522 Sekunden langsamer als Lewis Hamilton 2012, doch der Engländer hatte vor einem Jahr ein pannenreiches Rennen hinter sich. Zwei verpatzte Reifenwechsel kosteten ihn 82,6 Sekunden in der Boxengasse. Perez kam bei gleich vielen Stopps nur auf 63,9 Sekunden Zeitverlust in der Boxengassse. Netto hat der schnellere der beiden McLaren-Piloten also 45,2 Sekunden gegenüber Vorjahr auf der Rennstrecke eingebüßt. 

Mercedes ersetzte McLaren in der Top-Liga

Die Bilanz aus diesem Vergleich sieht so aus: Red Bull gibt weiter den Ton an und Lotus ist dem Weltmeisterteam so dicht auf den Fersen wie zum gleichen Zeitpunkt vor einem Jahr. Dahinter haben sich die Verhältnisse verschoben. Ferrari ist schon in einem frühen Stadium der Saison neben Lotus der große Herausforderer von Red Bull geworden. Umso tragischer ist es, dass Alonso dieses Geschenk nicht optimal umsetzen konnte. Er schenkte durch eigene Fehler und technische Pannen bereits 29 Punkte her. Mercedes ist stärker geworden, vor allem im Training. Das Auto ist jetzt auf jedem Typ Rennstrecke schnell. Doch es gibt unter extremen Bedingungen immer noch Reifenprobleme, die den Silberpfeil im Dauerlauf bremsen. McLaren stürzte ab. Force India hat im Mittelfeld klar Boden auf Sauber, ToroRosso und Williams gutgemacht. Sauber muss aufpassen, um nicht in die Fänge von ToroRosso und Williams geraten. Am Ende des Feldes ist der Kampf zwischen Caterham und Marussia um Platz 10 enger geworden. Fernando Alonso bringt es auf den Punkt: "Eigentlich ist alles so wie im Vorjahr. Es gibt wieder vier starke Teams an der Spitze. Einziger Unterschied: McLaren wurde durch Mercedes ersetzt." Das will McLaren beim GP Spanien mit einem halbneuen Auto ändern.

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