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Gewohntes Bild bei Brawn GP

Barrichello triumphiert, Button zittert

Jenson Button Foto: dpa 34 Bilder

Rubens Barrichello startet beim GP Brasilien zum dritten Mal nach 2003 und 2004 von der Pole Position. Sein Teamkollege Jenson Button musste erneut eine Schlappe einstecken. Von Startplatz 14 muss der WM-Spitzenreiter zittern.

18.10.2009 Tobias Grüner

Diese Weltmeisterschaft hat ihr eigenes Gesetz. Seit dem GP England kommt WM-Spitzenreiter Jenson Button nicht mehr auf Touren. Dafür fährt sein Teamkollege Rubens Barrichello wie von einem anderen Stern. Das Training zum GP Brasilien bestätigte den Trend. Barrichello startet bei seinem Heimrennen von Pole, und Button steht auf Platz 14.
 
Der Engländer schaffte es zum dritten Mal in den letzten fünf Qualifikationen nicht unter die Top Ten der Startaufstellung. Barrichello hat das Trainingsduell schon auf 9:7 zu seinen Gunsten umgekehrt. Nur in der Punktewertung fehlen dem Rekordteilnehmer noch 14 Zähler. Doch das könnte sich bei der Ausgangssituation nach dem Training schlagartig ändern.

Barrichello fährt auf Sieg. Button muss auf Schadensbegrenzung aus sein. Dass der Dritte im Bunde, Sebastian Vettel, noch hinter ihm steht ist mehr Frust als Lust: "Gerade wenn sich mein Gegner eine Blöße gibt, darf mir das nicht passieren, dass ich in der zweiten K.O.-Runde hängenbleibe. Was noch ärgerlicher ist: Ich hatte ein gutes Auto für Regen, und kann es nicht umsetzen."

Ross Brawn nimmt Schuld auf sich

Buttons Problem in Q2 ist schnell erzählt. Als er auf die Strecke geht, spürt er starkes Untersteuern. Button mag das nicht. Die Ingenieure raten, draußen zu bleiben, weil sich der Reifengrip ausbalancieren wird, je mehr die Hinterreifen verschleißen. Doch der Brawn GP mit der Startnummer 22 stürzte so schnell ins Übersteuern, dass Button im kurvenreichen Sektor zwei zuviel Zeit verlor. "Keine Traktion", bedauerte der Brite.

Teamchef Ross Brawn gab sich selbst die Schuld. "Wir hätten Jenson reinholen und ihm einen neuen Satz Regenreifen geben sollen. Intermediates, wie es Rosberg praktiziert hat, wären ein zu großes Risiko gewesen, aber ein frischer Satz Regenreifen hätte sein Problem vielleicht gelöst. Jenson glaubte, dass er mit den alten Sohlen noch schneller fahren könnte, und irgendwann war der Zeitpunkt überschritten, den Reifenwechsel noch durchzuziehen." Es dauert zwei Runden, bis ein Regenreifen Grip entwickelt. Wer nicht spätestens vier Runden vor Schluss wechselt, der bringt den Reifen nicht mehr zum Arbeiten."

Barrichello bekommt keine Intermediates

Auch bei Barrichello war es in Q2 knapp. Doch der Brasilianer kämpfte sich durch, weil er mit seinem aggressiven Fahrtstil eher in der Lage ist, die Reifen für die eine schnelle Runde in das Temperaturfenster zu bringen. Trotzdem lief auch sein Training dramatisch ab. "Rubens bettelte am Funk um Intermediates", erzählt Teammanager Nick Fry. "Er hatte das Gefühl, dass die am Ende des Trainings schneller sein würden. Die Ingenieure haben abgeraten. Da wurde Rubens richtig sauer. Selbst als sie ihm erzählten, dass Rosberg mit den Intermediates langsam unterwegs ist, beharrte er darauf, dass sein Vorschlag der richtige sei. Rosbergs Bestzeit am Ende von Q2 hat gezeigt, dass Rubens, der alte Fuchs, wieder einmal richtig lag."

Barrichello ist zur Zeit im Frieden mit sich selbst. Das merkt man auch an seiner Fahrweise. Während Button sich von einem kleinen Fehler zum anderen zaudert, macht Barrichello alles richtig. Und ist auf den Punkt topfit. "Auf meiner letzten Qualifikationsrunde habe ich das Maximum aus dem Auto rausgeholt. Besser geht es nicht." Trotzdem verbot sich Rubinho das Jubeln. "Ich weiß, dass die Leute da draußen auf den Tribünen verrückt spielen, aber ich bleibe auf dem Teppich. Das Rennen ist noch lange nicht gewonnen. Ich bin schon zwei Mal von der Pole Position in Interlagos gestartet, und am Ende kam nur ein dritter Platz heraus."

Trocken wäre Button lieber

Jenson Button gab sich eher kleinlaut. "Der einzige Lichtblick für mich ist, dass ich meine Spritmenge frei wählen kann. Das kann bei einem verrückten Rennen unter wechselnden Bedingung ein Joker sein." Trotzdem ist Button klar, dass er vom 14. Startplatz aus keine Wunder erwarten kann. "Vettel und ich haben es gleich schwer. Trocken wäre mir für das Rennen lieber. Wir haben einen guten Top-Speed, und viele Autos vor uns sind mehr für Regen abgestimmt. Im Regen wird es schwierig, auch wenn ich schneller sein sollte als die Fahrer vor mir. Die Gischt ist hier so schlimm, dass du nur sehr schwer überholen kannst."

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