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Glock

Stressiger Medien-Marathon

Foto: Wolfgang Wilhelm 48 Bilder

Der stundenlange Rummel nach seinem sensationellen zweiten Platz machte Timo Glock mehr zu schaffen als die stressigen 70 Runden auf dem Hungaroring.

04.08.2008

"Ich will euch nicht an die Karre fahren, aber das geht mir schon ein bisschen auf den Keks. PR ist anstrengend", gab der durch eine Magenverstimmung zusätzlich geschwächte Toyota-Pilot nach seinem Coup beim Großen Preis von Ungarn offen zu, dass ihn der Medien-Marathon ermüdet. "Da wäre ich lieber noch zehn Runden mehr gefahren."

Dennoch beantwortete der bodenständige Odenwälder bereitwillig jede Frage: "Es wird einige Zeit in Anspruch nehmen, bis ich das richtig realisiert habe." Nach seinem spektakulären Crash beim Heimrennen in Hockenheim vor zwei Wochen stand Glock schon einmal im Mittelpunkt. Sein erster Formel-1-Podestplatz löste einen noch größeren Hype aus: "Das ist neu für mich. Daran muss ich mich erst gewöhnen."

Magenkrämpfe im Rennen

Glock war keineswegs unwirsch, sondern einfach körperlich angeschlagen und ausgelaugt. Vor zehn Tagen hatte sich der 26 Jahre alte Rennfahrer aus Wersau bei den Tests im spanischen Jerez eine Magenverstimmung zugezogen, die ihm immer noch schwer zu schaffen macht. "Durch die habe ich zweieinhalb Kilo Gewicht verloren", sagte er. "Im Rennen kamen nochmals zwei dazu. Sobald ich etwas trank, bekam ich Magenkrämpfe." Grinsend fügte er hinzu: "Ich habe schon nach einer Toilette Ausschau gehalten." Deshalb begnügte sich Glock trotz 60 Grad Hitze im Cockpit gezwungenermaßen mit nur 0,2 Litern Elektrolyt-Getränk während des Grand Prix.

Selbst für eine große Sause fühlte sich der "Mann des Tages" am Abend in Budapest zu schwach. Er feierte nur ein bisschen, lag aber bereits vor Mitternacht im Bett und flog am Montag (4.8.) heim, um sich zu erholen. Die Party soll nachgeholt werden, sobald Glock wieder völlig auf dem Damm ist.

Nächster Schritt: Mitte des Treppchens

Das Toyota-Team war nach dem traumhaften Top-Resultat wie in Trance. "Ich finde wirklich keine Worte, um dieses beste Ergebnis der Saison zu würdigen", sagte Teamchef Tadashi Yamashina. "Timo fuhr fantastisch. Ich bedanke mich bei allen Teammitgliedern für die harte Arbeit. Jetzt streben wir die Mitte des Siegerpodestes an." Die Mechaniker drehten mit Glock eine Ehrenrunde auf ihren Schultern, schmetterten in der Garage den Gassenhauer "Viva Colonia" und begossen den Triumph gebührend.

Auch die deutsche Konkurrenz würdigte die fabelhafte Leistung. "Glückwunsch an Timo Glock zu seinem starken Wochenende, das er mit Platz zwei gekrönt hat", gratulierte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen. "Glückwunsch an Toyota und Timo zum zweiten Platz - Timo ließ den Weltmeister hinter sich", sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. Nach der technischen Analyse wurde allerdings bekannt, dass Kimi Räikkönens Ferrari während dessen imposanter Aufholjagd einen technischen Defekt erlitten hatte, so dass der Finne sein Tempo drosseln musste. In erster Linie profitierte Glock von Felipe Massas spätem Motorschaden und Lewis Hamiltons Reifenplatzer.

Suche nach Konstanz

Deshalb wollte der GP2-Champion des Vorjahres seinen zweiten Rang trotz aller Freude nicht überbewerten: "Das ist eine außergewöhnliche Genugtuung, aber kein Gefühl wie ein Sieg. Wir können nicht von regelmäßigen Podestplätzen ausgehen. Ich hoffe aber, dass wir mehr Konstanz reinbringen und häufiger in den Punkten landen." Ihm gelang dies im elften Saisonlauf erst das zweite Mal nach seinem vierten Rang in Kanada. Manager Hans-Bernd Kamps freute sich über den "absoluten Wahnsinn", warnte aber vor Euphorie: "Wir machen Schritt für Schritt. Jetzt muss man erst einmal wieder Druck herausnehmen."

Jetzt hat der gelernte Gerüstbauer erst einmal Urlaub. Am Samstag erfüllt sich Glock auf dem Nürburgring beim Oldtimer-Grand-Prix den "Herzenswunsch, den GT1 zu fahren". Danach fliegt er nach Los Angeles, um fünf Tage auszuspannen und für Toyota in Laguna Seca einen Show-Einsatz zu bestreiten. Beim Großen Preis von Europa in Valencia am 24. August wird es dann wieder ernst. "Es ist schwierig zu sagen, ob es da auch so gut läuft. Das ist eine Strecke mit vielen Geraden", dämpfte er zu große Erwartungen.

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