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Rennanalyse GP Abu Dhabi 2011

Schumi gegen Rosberg im Nachteil

Schumacher vs. Rosberg GP Abu Dhabi 2011 Foto: xpb 50 Bilder

In unserer Rennanalyse blicken wir noch einmal auf die entscheidenden Szenen des Rennens von Abu Dhabi und beantworten noch offene Fragen. Hier erfahren Sie unter anderem, warum Michael Schumacher chancenlos gegen Teamkollege Nico Rosberg war.

13.11.2011 Tobias Grüner

Welche Strategie war die beste?

In puncto Strategie gab es in Abu Dhabi zwei Variablen: Welche Mischung am Start und wie viele Boxenstopps danach. Fünf Piloten fuhren mit der härteren Mischung los. Am besten lässt sich die Taktik bei Renault vergleichen. Bruno Senna ging auf den Medium-Gummis ins Rennen, kam am Ende aber mehr als eine Minute nach Teamkollege Vitaly Petrov ins Ziel, der auf der weichen Mischung gestartet war. Aufgegangen wäre die Taktik nur, wenn wie im Vorjahr ein Safety-Car in der ersten Runde auf die Bahn gemusst hätte.

Bei der Anzahl der Boxenstopps schien zwei die goldene Zahl gewesen zu sein. Drei Piloten versuchten mit einem Reifenwechsel durchzukommen. Paul di Resta, Pastor Maldonado und Tonio Liuzzi. Am Force India-Duell lässt sich einfach erkennen, dass Adrian Sutil mit der Zweistopp-Strategie besser bedient war. Knapp 24 Sekunden war der Deutsche am Ende schneller als der Teamkollege.

Der einzige Pilot, der auf einen dritten Stopp setzte, war Mark Webber. Um an Felipe Massa und Jenson Button vorbeizukommen, stellte Red Bull die Taktik kurzfristig um. Am Ende stritten sich die Experten, ob der Poker etwas brachte. Webber ließ zwar Massa hinter sich, das hatte aber vor allem mit dessen Dreher und dem langsamen Ferrari-Speed auf harten Reifen zu tun. Der Rückstand auf Button vergrößerte sich dagegen von der Runde vor dem zweiten Stopp bis ins Ziel um zwei Sekunden. Viel zu verlieren hatte Webber beim Boxenpoker aber nicht. Rosberg war weit genug entfernt.

Warum musste Michael Schumacher in Abu Dhabi kämpfen?

Nico Rosberg gewann das Silberpfeil-Duell in Abu Dhabi deutlich. Allerdings wurde Teamkollege Michael Schumacher auch von der Technik im Stich gelassen. Der Mercedes des Rekordchampion verlor im Rennen plötzlich Teile. Außerdem litt das Auto mit der Startnummer fünf an einem unerklärlichen Problem auf der Geraden. Hier verlor Schumi besonders viel Zeit auf Rosberg, worauf die Ingenieure aber keine Antwort fanden. Leichter war die Erklärung für das schnelle Einparkmanöver des Deutschen direkt nach der Zieldurchfahrt. Ein schleichender Plattfuß zwang Schumacher in Kurve zwei zum Anhalten.

Wo kam Adrian Sutil an Schumi vorbei?

Das Duell zwischen Schumacher und Sutil um Rang sieben war einer der Höhepunkte des Rennens. Der Mercedes lag zunächst noch vor dem Force India, doch nach dem ersten Boxenstopp war die Reihenfolge umgekehrt. Da die Kameras nichts eingefangen hatten, mussten die Piloten nach dem Rennen für Aufklärung sorgen. "Ich habe mir ihn auf der zweiten Geraden mit DRS geschnappt", erklärte Sutil stolz. "Danach sind wir gleich in die Box abgebogen."

Dass er dem Altmeister am Ende doch den Vortritt lassen musste, hatte auch mit dem Qualifying zu tun. Schumacher hatte sich einen Satz neuer weicher Gummis für das Rennen aufgespart, Sutil musste seinen Mittelstint auf Slicks beginnen, die schon drei Runden alt waren. "Ich konnte am Ende nicht mehr länger draußen bleiben, meine Reifen waren am Ende", erklärte der Bayer. Schumi konnte den Wechsel auf die langsamere härtere Mischung fünf Runden länger hinauszögern und sich somit Platz sieben zurückholen.

Wieso hatte Vettels Reifenpech auch Einfluss auf Webber?

Beim Versuch sich mit geplatztem Reifen zurück an die Box zu schleppen, verteilte Sebastian Vettel zahlreiche Gummiteile auf der Strecke. Eines davon sammelte ausgerechnet Teamkollege Mark Webber auf. Auf den Fernsehbildern war gut zu erkennen, wie am Unterboden des Red Bull etwas herumflatterte und die Aerodynamik störte. "Wie viel das gekostet hat, kann ich nicht sagen", erklärte Teamchef Christian Horner anschließend. "Aber geholfen hat es sicher nicht."

War das Überholen zu einfach?

In den letzten beiden Jahren geizte der Formel 1-Zirkus in Abu Dhabi mit Überholmanövern. Mit gleich zwei DRS-Zonen wollte die FIA in diesem Jahr für mehr Action sorgen. Vor dem Rennen wurde der Bereich zum Flachstellen des Flügels noch einmal um 85 Meter verlängert. Die Maßnahme hatte Erfolg. Am Ende der Geraden wurden deutlich mehr Manöver geboten. Allerdings funktionierte es teilweise etwas zu gut. Statt enger Duelle fuhren die Autos einfach aneinander vorbei.

Und wer sich auf der ersten Geraden eine Position eroberte, wurde oft auf der zweiten Geraden im direkten Anschluss wieder ausgebremst. "Die zweite DRS-Zone hätte man sich schenken können", analysierte Red Bull-Teamchef Christian Horner. Die Piloten merkten schnell wie der Hase läuft: Nachdem Mark Webber zwei Mal von Button gekontert wurde, hielt sich der Australier beim dritten Mal auf der langen Geraden zurück und ging erst an der zweiten Überholstelle vorbei.

Die Highlights des Rennens gibt es wie immer in der Bildergalerie.

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