Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

GP Australien 2012 (Qualifikation)

McLaren-Doppelpole in Melbourne

Lewis Hamilton Foto: dpa 69 Bilder

Die beiden McLaren-Piloten Lewis Hamilton und Jenson Button teilen sich beim Saisonauftakt in Melbourne die erste Startreihe. Die ersten Verfolger heißen etwas überraschend Romain Grosjean und Michael Schumacher. Für Red Bull bleibt nur Startreihe drei.

17.03.2012 Tobias Grüner

Nach zwei Monaten Pokerspiel bei den Testfahrten mussten die Teams im Qualifying von Melbourne erstmals die Hosen runterlassen. Der große Gewinner hierbei war McLaren. Lewis Hamilton fuhr in 1:24.922 Minuten die schnellste Runde des Wochenenendes und sicherte sich damit die erste Pole Position der Saison. Als einziger Pilot blieb der Weltmeister von 2008 unter der 1:25er Marke.

"Das ist ein unglaublicher Start", freute sich Hamilton. "Aber das wichtigste ist das Rennen am Sonntag." Schon im ersten Versuch im Top Ten-Finale konnte der Brite seine Bestzeit setzen. "Ich habe im zweiten Versuch noch einmal versucht zehn Meter später zu bremsen, aber das hat nicht funktioniert." Die Pole Position von Melbourne ist ein gutes Omen für Hamilton. In den letzten fünf Jahren wurde der Pilot mit Startplatz eins beim Grand Prix in Australien immer Weltmeister.

Teamkollege Jenson Button landete mit anderthalb Zehnteln Rückstand auf Startplatz zwei. Am Start teilen sich die beiden Chrompfeile damit die erste Startreihe. "Wir haben einen tollen Job im Winter erledigt", freute sich Button. "Das ist aber erst der Anfang. Es sieht nach einer aufregenden Saison aus. Ich habe mein bestes gegeben, aber es hat nicht ganz gereicht."

Schumi und Grosjean in Startreihe zwei

Hinter den beiden McLaren präsentierte sich das Feld bunt gemischt. Der erste Verfolger der beiden britischen Champions heißt Romain Grosjean. Bei seinem ersten Formel 1-Qualifying seit mehr als zwei Jahren landete der Rückkehrer auf einem sensationellen dritten Rang. "Es ist schön, wieder in der Formel 1 zu sein", strahlte der Franzose, der zum ersten Mal überhaupt in Australien am Start ist. "Ich bin zurück und fast an der Spitze. Ich bin stolz und hoffe das Level über die Saison halten zu können."

Der bestplatzierte deutsche Pilot hieß ausnahmsweise mal nicht Sebastian Vettel. Altmeister Michael Schumacher zeigte der Formel 1-Jugend, dass er nichts verlernt hat. Mit dem deutlich verbesserten Silberpfeil schoss der Rekordchampion auf Rang vier. "Jeder von uns hat Red Bull vorne gesehen, aber jetzt stehen sie hinter uns", freute sich Schumi. "Wir haben ein gutes Paket zusammengebaut. Da muss man Mercedes ein riesen Lob aussprechen. Wir sind im Renntrimm dieses Jahr auch besser, aber der Abstand nach vorne sind vier Zehntel und McLaren ist auch gute Longruns gefahren."

Red Bull nur in Startreihe drei

Das erfolgsverwöhnte Red Bull-Duo muss den Auftakt-Grand Prix aus der dritten Startreihe in Angriff nehmen. Lokalmatador Mark Webber konnte das erste Teamduell des Jahres für sich entscheiden und Weltmeister Vettel auf Rang sechs verdrängen - und das, obwohl am Auto des Australiers das KERS ab dem Q2 ausgefallen war.

Sebastian Vettel versuchte die Niederlage zu relativieren. "Von Enttäuschung kann man nicht direkt sprechen. McLaren war eine Überraschung. Wir hatten uns vielleicht etwas mehr erhofft, aber ich glaube unser Auto ist für das Rennen nicht so schlecht getrimmt. Der letzte Run hat leider nicht ganz gesessen. Da habe ich schon in der ersten Kurve zweieinhalb Zehntel verloren."

Direkt hinter dem amtierenden Champion startet der zweite Silberpfeil von Rang sieben. Nico Rosberg war dabei nicht ganz zufrieden mit seiner Leistung. "Der erste Fehler unterlief mir im ersten Versuch mit gebrauchten Reifen. Die letzte Runde ist leider danebengegangen. Aber es war trotzdem ein guter Start für uns. Ich war nicht weit hinter der Spitze."

Mit Nico Hülkenberg landete noch ein vierter deutscher Pilot in den Top Ten. Der Force India-Pilot steht hinter dem Williams von Pastor Maldonado auf Rang neun. Hülk muss sich die fünfte Startreihe mit Toro Rosso-Rookie Daniel Ricciardo teilen. Der Australier verzichtete im Q3 auf einen Versuch vor heimischem Publikum. Der Lokalmatador sparte sich lieber einen Satz Reifen für das Rennen. Mit Jean-Eric Vergne auf Platz elf hat auch der zweite Toro Rosso gute Aussichten auf WM-Punkte.

Ferrari verpasst Top Ten-Plätze

Für Ferrari gab es dagegen - wie befürchtet - eine herbe Pleite. Seit Malaysia 2010 verpassten beide roten Autos erstmals wieder einen Startplatz in den Top Ten. Fernando Alonso fuhr im Q2 im ersten Anlauf die zwölftschnellste Zeit. Beim zweiten Angriff auf die Top Ten übertrieb es der Spanier mit dem Risiko und drehte sich ins Kiesbett. Bis das Auto geborgen war, musste das zweite Segment für fünf Minuten unterbrochen werden. Bei Teamkollege Felipe Massa lief noch weniger zusammen. Der Brasilianer hielt seinen F2012 zwar auf der Strecke, kam aber nicht über Rang 16 hinaus.

Auch für die beiden Sauber war schon im zweiten Abschnitt Schluss. Sowohl Sergio Perez als auch Kamui Kobayashi warteten mit ihrem Angriff bis kurz vor Ende des Segments, konnten sich aber nicht für das Top Ten-Finale qualifizieren. Perez musste seinen Versuch mit einem Getriebeschaden abbrechen, der ihn nach dem FIA-Reglement fünf Plätze bis auf Rang 22 zurückwirft. Kobayashi verbremste sich in der ersten Kurve und kam nur auf Rang 13. Nach der Bestzeit im Q1 hatte der Japaner eigentlich wie ein sicherer Kandidat für die Top Ten ausgesehen.

Räikkönen scheitert früh

Für Rückkehrer Kimi Räikkönen war schon im ersten Quali-Abschnitt Schluss. Im Vertrauen, dass der Weltmeister von 2007 die Q2-Hürde schon nehmen würde, schickte Lotus den Finnen mit der härteren Mischung auf die Bahn. Doch das Pokerspiel ging nicht auf. In der ersten schnellen Runde machte der Iceman einen Fehler. Wegen des schlechten Timings reichte es nicht mehr für einen zweiten Anlauf. Die Quittung: Startplatz 17. "Das Auto war gut. Ich muss nur die Runde zusammenbekommen", gab sich der Finne gewohnt einsilbig.

Hinter Räikkönen landeten wieder einmal die drei kleinen Teams am Ende des Klassements, die erst 2010 in die Formel 1 eingestiegen waren. Wie schon im Vorjahr hieß die Reihenfolge: Caterham vor Marussia und Hispania. Die beiden HRT-Piloten verpassten mit dem neuen Auto wie befürchtet die 107-Prozent-Marke. Sie dürfen wie schon im Vorjahr nicht am Rennen teilnehmen.

Timo Glock hätte eigentlich auf seinem Stammplatz 21 starten müssen. Der Marussia-Pilot rutschte durch den Getriebeschaden bei Perez aber noch eine Position nach vorne. "Wir können sehr zufrieden sein. Mit dem Auto herzukommen, das noch keinen Kilometer gefahren ist, und dann gleich einen guten Speed zu haben. Wir haben bisher keine Probleme mit dem Auto gehabt. Die Voraussetzungen sind dieses Jahr auf jeden Fall besser als letzte Saison."

Die besten Fotos vom Qualifying-Samstag gibt es in unserer Fotoshow.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden