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Rennanalyse GP Australien 2012

Safety-Car hilft McLaren beim Spritsparen

Sebastian Vettel GP Australien 2012 Foto: dpa 60 Bilder

Warum hätte McLaren noch deutlicher gewinnen können? Wem half die Safety-Car-Phase? Und wie kam es zu dem Chaos in der letzten Runde? Die offenen Fragen vom Rennen in Melbourne beantworten wir wie immer in der Rennanalyse.

16.03.2012 Tobias Grüner
Warum hätte McLaren noch deutlicher gewinnen können?

Nach dem Qualifying war die Konkurrenz geschockt. Mit sieben Zehnteln Vorsprung verpassten die Chrompfeile der Konkurrenz eine derbe Klatsche. Im Rennen schien der Vorsprung plötzlich zu schrumpfen. Sebastian Vettel konnte die Zeiten der Spitze mitgehen, solange er freie Fahrt hatte. Doch Button und Hamilton fuhren nicht freiwillig so langsam. Sie mussten Sprit sparen.

"Wir haben einen Fehler bei der Berechnung der Spritmenge gemacht. Hätten wir das Gemisch nicht abgemagert, wären wir wohl nicht bis zur Ziellinie gekommen. Schon ab Runde acht haben wir in einen extremen Spritspar-Modus geschaltet. Weil wir an der Spitze lagen, konnten wir das Tempo bestimmen. Weiter hinten wäre das sicher schwieriger geworden", erklärte McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh.

Warum blieb Vitaly Petrov mitten auf der Zielgeraden stehen?

In der 34. Runde kam an den Kommandoständen plötzlich Hektik auf. Vitaly Petrov stellte seinen Caterham so ungünstig auf der Zielgeraden ab, dass das Safety-Car ausrücken musste. Doch warum hat es der Russe nicht mehr in eine Auslaufzone geschafft? Die Antwort ist einfach: Am grünen Auto brach ohne Vorwarnung die Lenkstange. Ohne Chance, sein Auto irgendwohin zu dirigieren, stellte Petrov seinen Dienstwagen einfach an der nächstbesten Stelle ab.

Obwohl das Auto nur wenige Meter von der Caterham-Garage zum Stehen kam, musste ein Abschleppwagen um die halbe Strecke fahren, um den Havaristen aufzuladen. Das Safety-Car sicherte den langsam kriechenden Transporter von hinten ab, damit es nicht zu einem Auffahrunfall kam. "Das war wie im Stau auf der A5", kommentierte Sebastian Vettel mit einem Grinsen.

Wem hat das Safety-Car am meisten geholfen?

Es gab einige Fahrer, die vom Safety-Car in der 34. Runde profitiert haben. Die beiden McLaren-Fahrer konnten weiter Sprit sparen, um die beiden Red Bull im Schlussspurt in Schach zu halten. Natürlich hatte auch Sebastian Vettel profitiert. Ohne das Safety-Car wäre er wohl nicht an Lewis Hamilton vorbeigekommen, obwohl der Weltmeister seinen Angriff in den letzten Runden bereits geplant hatte.
 
Ein weiterer großer Profiteur hieß Sergio Perez. Der Sauber-Pilot war vom letzten Startplatz aus ins Rennen gegangen und versuchte mit einer riskanten Einstopp-Strategie bis ins Ziel zu kommen. Seinen einzigen Stopp absolvierte der Mexikaner bereits in Runde 24. Die weichere Mischung musste beim zweiten Stint also 34 Runden halten. Durch die Safety-Car-Phase gewann der Reifenflüsterer aus Guadalajara wertvolle Zeit. Mit letztem Einsatz rettete er mit total ausgelutschten Gummis noch Rang acht ins Ziel.
 
Der Pilot, der aber wohl am meisten von der Neutralisation profitierte, hieß Daniel Ricciardo. Nach seinem Crash in der ersten Runde und dem notwendigen Austausch des Frontflügels lag der Toro Rosso-Pilot schon in der ersten Runde 46 Sekunden hinter der Spitze. Als Bernd Mayländer 34 Runden später mit seinem Mercedes SLS auf die Bahn ging, hatte Ricciardo schon eine Runde Rückstand. Dank der neuen Safety-Car-Regeln durfte sich der Lokalmatador zurückrunden. In einem fulminanten Schlussspurt sicherte der Australier noch Rang neun und zwei WM-Punkte bei seinem ersten Heim-GP.

Wie kam es zu dem Chaos in der letzten Runde?

Die Piloten von Platz sechs bis Rang elf kamen innerhalb von drei Sekunden ins Ziel. Eine Runde vor Schluss lag Ricciardo noch auf Rang zwölf in der Tabelle. Doch dann bohrte sich Pastor Maldonado mit seinem Williams in die Bande. An der Unfallzone wurden gelbe Flaggen geschwenkt, die Sergio Perez als erster Pilot aus dem Sechser-Pulk auch korrekt beachtete. Nico Rosberg verlangsamte dahinter nicht ganz so stark und konnte den Sauber deshalb in der nächsten Kurve angreifen. Dabei kam es zur Kollision.
 
Um weiteren Schaden zu vermeiden ging Perez durch den Notausgang. Um sich durch die Abkürzung keinen Vorteil zu verschaffen und eine Strafe zu vermeiden, ließ er anschließend Kamui Kobyashi und Kimi Räikkönen freiwillig passieren. Dabei bremste Perez wieder ab, was Ricciardo, Vergne und Di Resta die Chance gab aufzuschließen. Die komplett abgefahrenen Reifen sorgten für eine Rutschpartie durch die letzten Kurven. Am Ende profitierte Di Resta am meisten von dem Chaos. Er zog auf den letzten Metern noch an Vergne vorbei.

Warum muss Kovalainen in Malaysia fünf Plätze weiter hinten starten?

Heikki Kovalainen wurde nach dem Rennen in die Rennleitung zitiert. Er hatte in der Safety-Car-Phase aus Versehen überholt, was strikt verboten ist. "Ich bin an Vettel vorbeigegangen, habe aber direkt gemerkt, dass es ein Fehler war und habe ihn direkt wieder vorbeigelassen", erklärte der Beschuldigte. Die Stewards kannten allerdings kein Erbarmen. Neben dem Überholmanöver gegen Vettel wurde Kovalainen auch noch vorgeworfen, dass er unrechtmäßig an Button vorbeigegangen ist.
 
Die Strafe für das Vergehen: In Malaysia muss Kovalainen fünf Plätze weiter hinten starten, was bei der aktuellen Verfassung des Caterhams wohl einen Platz in der letzten Startreihe bedeutet. Für den Finnen war der Saisonauftakt von Beginn an total verkorkst. "Ab der sechsten Runde hatte ich kein DRS mehr. Das KERS hatte sich schon am Start verabschiedet. Außerdem stand mein Lenkrad beim Geradeausfahren schief."

Die Bilder des Rennens finden Sie in unserer Fotogalerie.

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