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GP Australien 2014 (Ergebnis Rennen)

Rosberg siegt, Ricciardo disqualifiziert

Start GP Australien 2014 Foto: xpb 43 Bilder

Den ersten Triumph der neuen Formel 1-Saison darf Mercedes für sich verbuchen. Nico Rosberg lieferte beim Grand Prix von Australien eine souveräne Vorstellung ab. Daniel Ricciardo fuhr nach 57 Runden auf Rang 2 über die Ziellinie, konnte sich aber nicht lange über das erste Podium freuen.

16.03.2014 Bianca Leppert

Mercedes ist als Favorit nach Melbourne gereist und hat diese Rolle auch bestätigt. Nachdem Lewis Hamilton seinem Team die erste Pole-Position sichern konnte, war es Nico Rosberg, der den Silberpfeilen auch den ersten Sieg in der neuen Formel-1-Ära bescherte. Der 28-Jährige kam problemlos über die Distanz von 57 Runden und kontrollierte die Geschwindigkeit an der Spitze vom Start bis ins Ziel. Teilweise umrundete er den Kurs im Albert Park mehr als eine Sekunde schneller als seine Verfolger.

"Es war ein aufregender Tag, ich bin überglücklich. Mein Silberpfeil ging ab wie sonstwas. Einen großen Dank ans Team. Vor zwei Wochen hatten wir noch so viele Probleme. Jeder hat über den Winter so hart gearbeitet. Ich hatte ein tolles Auto und die Zuverlässigkeit war auch gut", strahlte Rosberg.

Neben einem lachenden Auge, gab es bei Mercedes aber auch ein weinendes. Für Lewis Hamilton war das Rennen schon früh beendet. Über Funk wurde er nach 3 Runden angewiesen, in die Box kommen, um den Motor zu retten. Der Grund für die Probleme waren Fehlzündungen auf einem Zylinder. "Ich bin auf 5 Zylindern gefahren. Das ist schade. Aber das ist Racing. Nico zeigt, dass unsere Pace stimmt. Deshalb bin ich auch nicht sauer. Ich hoffe, wir können aus den Problemen lernen. "

Ricciardo nachträglich disqualifiziert

Hinter Rosberg fuhr Daniel Ricciardo auf Platz 2 über die Ziellinie. Der Sunnyboy zeigte bei seinem ersten Auftritt im Red Bull keine Nerven und wurde mit dem ersten Podiumsplatz in der Formel 1 belohnt. "Wenn mir das jemand vor 2 bis 3 Wochen gesagt hätte, hätte ich alles dagegen gewettet", sagte Ricciardo mit breitem Grinsen im Gesicht.

Doch anderthalb Stunden nach der Zieldurchfahrt flatterte ungebetene Post der FIA ins Haus. Jo Bauer, der technische Delegierte der FIA, teilte schriftlich mit, dass der Red Bull von Ricciardo im Rennen regelmäßig mehr als die erlaubten 100 Kilogramm pro Stunde eingespritzt hat. Sechs Stunden nach der Pokalübergabe stand schließlich fest: Ricciardo wird aus der Wertung genommen. Hier die ganze >> Story

Vettel mit Motorproblemen

Auch Teamkollege Sebastian Vettel stand am Ende mit leeren Händen da. Der Weltmeister klagte von Beginn an über Leistungsprobleme. "Das ist lächerlich. Tut etwas!", schimpfte der Heppenheimer über Funk. Die Ingenieure konnten aber auch nichts machen. "Das Problem von gestern konnten wir noch über Nacht beheben. Aber aus irgendeinem Grund haben wir Leistung verloren", sagte Vettel nach dem Ausfall in der vierten Runde.

"Es lag wohl am Motor selbst. Wir haben alles versucht, das Auto zum Leben zu erwecken, aber es hat nicht funktioniert. Das hat sich schon in der zweiten Formationsrunde angedeutet. Ich habe den Jungs aber schon gesagt, dass sie den Kopf nicht hängen lassen sollen. Anderen geht es nicht besser. Wir sind nicht die einzigen. Es ist ein langes Jahr. Ich habe keinen Zweifel, dass wir die Probleme beheben. Die Frage ist nur wann."

Von den Red Bull-Problemen profitierte vor allem McLaren. Kevin Magnussen fuhr auf Rang 3 ins Ziel, rückte nach der Ricciardo-Disqualifikation sogar noch auf Platz 2 nach vorne - und das in seinem ersten Formel 1-Rennen. "Es ist schwer zu begreifen, das scheint unreal für mich. Ich hatte das Rennen über genau das Auto, das ich gebraucht habe. Die Vorbereitung im Winter war fantastisch", strahlte der erste Däne auf dem Podium.

Teamkollege Jenson Button durfte dahinter zwar nicht bei der Champagner-Dusche mitmachen, bekam seine Trophäe aber nachträglich am Grünen Tisch zugesprochen. Mit den beiden Podiums-Platzierungen übernahm McLaren nach dem ersten Rennen deutlch die Führung in der Konstruktionswertung.

Dahinter kam Fernando Alonso auf Rang 4 in die Wertung. Der Ferrari-Pilot lieferte eine solide Vorstellung ab. Die roten Autos scheinen aber noch nicht um Siege kämpfen zu können. "35 Sekunden Rückstand sind zu viel", analysierte Alonso. "Da müssen wir in Malaysia besser werden. Wir sind Ferrari. Wir sind ein starkes Team. Beim ersten Rennen konnte man sehen, wo wir noch Schwächen haben. Daran müssen wir arbeiten."

Bottas touchiert die Mauer

Hinter Alonso reihte sich Valtteri Bottas auf Position 5  ein. Der Finne war zu Beginn extrem schnell unterwegs und demonstrierte, welches Potenzial im Williams steckt. Für ihn wäre es vermutlich noch weiter nach vorne gegangen, wenn er mit dem rechten Hinterrad nicht übermütig die Mauer touchiert hätte. Dabei beschädigte sich der Youngster Felge und Reifen und musste zu einem Extra-Stopp in die Box. Um die Trümmerteile zu beseitigen kam sogar das Safety-Car für einige Runden auf die Strecke.

Besonders brisant waren Bottas' Duelle mit Landsmann Kimi Räikkönen, der das Rennen auf dem siebten Rang beendete. Der Iceman kämpfte immer noch mit der Bremse, was sich in regelmäßigen Rauchzeichen ausdrückte. Dazwischen schob sich Nico Hülkenberg im Force India auf Platz 6. Das Toro Rosso-Duo Jean-Eric Vergne und Daniil Kvyat sammelte mit den Positionen 8 und 9 wertvolle Punkte für die Konstrukteurs-WM.

Der letzte Punkteplatz ging dank der Ricciardo-Disqualifikation nachträglich an Sergio Perez im zweiten Force India. Der Mexikaner geriet gleich am Start mit seinem Landsmann Esteban Gutierrez aneinander. Der Sauber-Pilot gng am Ende direkt hinter seinem Teamkollegen Adrian Sutil auf Rang 12 in die Wertung ein. Zwar bewies das Schweizer Team Standfestigkeit, Punkte gab es dafür aber nicht.

Lotus schafft immerhin ein paar Runden

Die hätte man von Lotus nicht in diesem Maße erwartet. Nach einem verkorksten Wochenende schafften Romain Grosjean und Pastor Maldonado immerhin 43 bzw. 29 Runden. Für Grosjean begann das Rennen allerdings turbulent. Der Franzose startete aus der Box und bekam gleich eine Durchfahrtsstrafe aufgebrummt, weil man das Auto zu früh aus der Garage gerollt hatte.

Für Marussia war das Rennen ebenfalls schon verhagelt, bevor es überhaupt losging. Erst blieb Max Chilton zur Aufwärmrunde stehen, dann musste Jules Bianchi kurz vor dem Start ein Handzeichen geben - der Motor war ausgegangen. Am Ende landete Chilton aber immerhin noch auf Rang 13 im Klassement. Chilton wurde wegen seines zu großen Rückstands nicht gewertet.

Kobayashi crasht Massa am Start raus

Für reichlich Unterhaltung beim Start sorgte Formel-1-Rückkehrer Kamui Kobayashi. Der Caterham-Pilot räumte Felipe Massa im Williams in der ersten Kurve ab. "Es war mein Fehler", gab der Japaner zu. "Die Reifen waren nach der extra Einführungsrunde kalt. Ich hatte keinen Grip und keine Bremswirkung. Das Auto hat irgendwie nicht verzögert."

Massa war nicht begeistert von der Aktion. Er forderte eine harte Strafe: "Wir sind beim ersten Rennen des Jahres. Da sollte man in der ersten Kurve nicht zu spät bremsen. Was er gemacht hat, war nichts anderes, als das, was Grosjean 2012 in Spa gemacht hat. Das hätte genauso enden können. Und für Grosjean gab es damals ein Rennen Sperre. Es ist echt schade. Valtteri zeigt, zu was dieses Auto fähig ist. Das ist ermutigend."

Nach dem Rennen stellte sich heraus, dass es nicht der Fehler von Kobayashi war. Das Team konnte nachweisen, dass es ein Broblem mit der Motorbremse an der Hinterachse gab. Dadurch bremste das Auto nur vorne, was natürlich nicht ausreichte den Caterham vor der ersten Kurve zu verzögern. Kobayashi wurde freigesprochen. Es gibt keine Punkte auf das neue Strafkonto.

Das nächste Rennen wird in 14 Tagen in Malaysia gestartet. Dann wird es noch einmal deutlich heißer als in Melbourne, was die Teams vor allem in Sachen Kühlung vor große Herausforderungen stellen wird.

In unserer Bildergalerie zeigen wir Ihnen noch einmal die besten Fotos vom Rennen in Melbourne.

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