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GP Australien

Der Formel 1-Zirkus lebt

Melbourne 2009, BMW Foto: dpa 18 Bilder

Die Rennställe im Streit, die Regelhüter in Aufruhr und die Hackordnung völlig durcheinander: Noch vor dem ersten Kilometer der neuen Saison bietet die Formel 1 Zirkus im Überfluss. 

26.03.2009

Am Tag vor dem Auftakttraining zum Großen Preis von Australien am Sonntag (29.3.) eskalierte in Melbourne der Aerodynamik-Konflikt zwischen den Teams. Ferrari, Renault und Red Bull scheiterten am Donnerstag mit ihrem Protest gegen die Diffusoren der Rivalen Brawn GP, Williams und Toyota.

Entscheidung erst nach dem Rennen

Umgehend kündigte die Verlierer-Partei Einspruch vor dem Berufungsgericht des Automobil-Weltverbands FIA an. Damit droht nach den beiden Auftaktrennen auch noch ein juristisches Nachspiel. Um Mitternacht bescherten die FIA-Rennkommissare in Melbourne Brawn GP, Toyota und Williams am Donnerstag noch vor der ersten Runde den ersten Sieg.
 
Die drei Teams dürfen mit ihren umstrittenen Diffusoren an den Start rollen. Der Diffusor ist ein wichtiges aerodynamisches Teil am hinteren Ende des Unterbodens. Das Trio hat andere Lösungen gefunden als die übrigen Teams und ist damit wohl um bis zu 0,5 Sekunden pro Runde schneller. "Wer die Regeln aufmerksam gelesen hat, für den lag es auf der Hand", erklärte Ross Brawn, Teamchef des Honda-Nachfolgers. Auch BMW-Sauber hatte protestiert, wurde aber wegen eines Formfehlers abgewiesen. Über den sofortigen Einspruch von Ferrari, Renault und Red Bull werden die FIA-Berufungsrichter wohl erst nach den Rennen in Melbourne und eine Woche später in Malaysia entscheiden.

Button zum Titelanwärter avanciert

Unklar ist, ob bei einem Erfolg der Berufung die Ergebnisse der ersten beiden Saisonläufe dennoch gültig bleiben oder Brawn GP, Williams und Toyota nachträglich disqualifiziert werden müssen. Brisanz gewinnt der Fall vor allem durch die Stärke von Brawn GP. Der im Winter wegen des Honda-Rückzugs vom Aus bedrohte Rennstall startet nach überzeugenden Testfahrten als Favorit in die Saison. Im Extremfall könnte das Team nun in Australien und Malaysia Siege einfahren, die dann von den FIA-Richtern wieder kassiert werden. Brawn-Pilot Jenson Button gab sich indes cool. "Das ist nichts, das ich unter Kontrolle habe", sagte der Brite zum Protestverfahren.
 
Button ist in seinem neunten Karriere-Jahr zum Titelanwärter aufgestiegen. "Es ist schön, mit einem guten Gefühl in die Saison zu gehen. Wir sind besser als alle erwartet haben", sagte der 29-Jährige bei der ersten offiziellen Pressekonferenz der Saison. Für die australischen Buchmacher ist Button am Sonntag Favorit. Dagegen muss Champion Lewis Hamilton in Melbourne vorerst mit einer Nebenrolle leben. Bei den Wintertests kam sein Bolide nicht in Fahrt. "Wir sind im Moment nicht schnell genug", sagte der 24-Jährige, versicherte aber: "Wenn ein Team imstande ist, da raus zu kommen, dann ist das McLaren-Mercedes."

Massa optimistisch

Deutlich optimistischer startet Vize-Weltmeister Felipe Massa seinen nächsten Anlauf auf den Titel. Das Drama 2008, als der Ferrari-Pilot noch im letzten Moment bei seinem Heimat-Grand-Prix die WM-Krone an Hamilton verlor, hat er nach eigener Aussage nicht mehr im Kopf. "Was letztes Jahr in der WM passiert ist, ist vorbei. Jeder startet jetzt von Null", meinte er. Mehr als nur Statisten wollen in diesem Jahr die fünf deutschen Fahrer sein, auch wenn Nick Heidfeld die Hauptrolle vorerst vergeben sieht. "Meiner Einschätzung nach liegt Brawn GP klar an der Spitze", sagte der BMW-Sauber-Pilot.
 
Wie Heidfeld machen sich aber auch Red-Bull-Fahrer Sebastian Vettel und Toyota-Mann Timo Glock berechtigte Hoffnungen auf vordere Platzierungen. Dagegen sieht Nico Rosberg sein Williams-Team "irgendwo im Mittelfeld". Force-India-Pilot Adrian Sutil wäre beim ersten Akt schon mit einer Zielankunft zufrieden. 

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