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GP Bahrain Absage 2012

Teams zweifeln an Sicherheit

GP Bahrain Foto: dpa 12 Bilder

Die Zweifel an der Austragung des Formel-1-Gastspiels in Bahrain in knapp zwei Wochen halten an. Britischen Medienberichten zufolge bereiten sich einige Rennställe auf eine Absage des für den 22. April geplanten Rennens vor.

10.04.2012 dpa, Tobias Grüner

Der "Guardian" schrieb am Montag (9.4.) auf seiner Internetseite unter Berufung auf einen ungenannten Teamchef, die Rennställe würden den Automobil-Weltverband FIA zur Streichung oder zumindest Verschiebung des Grand Prix drängen.

Die Formel 1 macht sich auf eine heikle Reise. Direkt nach dem China-Abstecher in dieser Woche werden Sebastian Vettel und Co. in Bahrain erwartet, doch die Zweifel am Weiterflug des PS-Trosses in den unruhigen Golfstaat werden immer größer.

Menschenrechtler, Politiker und nun angeblich auch einige Teams drängen darauf, den Grand Prix wie im Vorjahr wegen der politischen Lage abzusagen. "Wenn ich brutal ehrlich bin, dann können sie dieses Rennen nur ohne Zwischenfall durchziehen, wenn sie es komplett militärisch abschirmen. Das wäre inakzeptabel", zitierte die britische Zeitung "Guardian" einen ungenannten Teamchef.

Zuvor hatte schon Ex-Weltmeister Damon Hill gewarnt: "Es wäre eine schlimme Situation, schlecht für die Formel 1, wenn für das Rennen das Kriegsrecht durchgesetzt werden müsste."

Grund sind die anhaltenden politischen Proteste in dem Golfstaat, bei denen es immer wieder zu Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten kommt. Im vergangenen Jahr war das Bahrain-Rennen wegen der blutigen Unruhen abgesagt worden. Auch ein für Herbst angesetzter Nachholtermin wurde nach heftigen Diskussionen wieder gestrichen.

FIA beobachtet Lage in Bahrain

Bisher hatten jedoch sowohl die FIA wie auch Chefvermarkter Bernie Ecclestone an der Rückkehr nach Bahrain festgehalten. Der Weltverband äußerte zuletzt nur, dass man die Situation im Blick hat und sich mit den Behörden vor Ort austauscht. "Uns ist mehrfach von den höchsten Behörden in Bahrain bestätigt worden, dass alles unter Kontrolle ist", erklärte ein Verbandssprecher. Solange es keine offizielle Reisewarnung gibt, wird die FIA die Veranstaltung nicht absagen.

Ecclestone hatte ebenfalls bis zuletzt an einer planmäßigen Durchführung festgehalten. Am Dienstag ließ der 81-Jährige aber erstmals Gesprächsbereitschaft durchblicken. Der englischen "Times" erklärte Ecclestone, dass er die Teams nicht dazu zwingen will, nach Bahrain zu reisen.

Zuletzt hatte sich eine Protestgruppe in einem Brief an Ecclestone bedroht, dass Rennen massiv stören zu wollen. Menschenrechtler warfen der Formel 1 vor, eine Diktatur zu unterstützen. Der britische Parlamentarier Richard Burden mahnte, es sei "nicht richtig für die Formel 1, der Welt ein abgeschottetes Bild einer Normalität zu zeigen", das nicht der Realität entspräche.

Die Gastgeber wollen jedoch mit aller Macht ihren Grand Prix retten. "Jetzt ist die Zeit des Friedens angebrochen", beteuerte Scheich Abdullah bin Isa al-Khalifa, Chef von Bahrains Automobilverband und Mitglied des FIA-Weltrats. "Meine Botschaft an die Formel 1 ist: Helft uns, das Land zu einen." Die Veranstaltung läuft deshalb auch unter dem Titel: "UniF1ed - one nation in celebration". Bahrains britischer Sicherheitsberater John Yates versicherte: "Es gibt nichts, dass eine Verschiebung des Rennens rechtfertigen würde."

Die Teams und die Fahrer halten sich wie im vergangenen Jahr mit Meinungsäußerungen sehr zurück. In der Vorsaison hatte sich die Absage des Rennens zur Blamage für die Rennserie entwickelt, als auch der bereits festgesetzte Nachholtermin wieder gestrichen wurde. "Ich bin entspannt bei dem Gedanken, dorthin zu gehen. Ich bin sicher, dass es für das Land ein wichtiges Ereignis ist und dass sie jeden glücklich machen wollen", sagte Rekordchampion Michael Schumacher.

Bahrain-Absage durch Bernie Ecclestone?

Am kommenden Wochenende in Shanghai werden die Teams noch einmal versuchen, Ecclestone zu einer einseitigen Absage zu bewegen. Der Brite reist genau wie FIA-Präsident Jean Todt zum Grand Prix von China. Eine Absage bleibt aber eher zweifelhaft. Wenn das Rennen nicht von den Bahrainis selbst gecancelt wird, gehen den Vermarktern viele Millionen Euro Antrittsgeld verloren. Bisher hatte Ecclestone immer bekräftigt, dass die Behörden vor Ort die Entscheidung treffen sollen.

Spätestens am Rennsonntag in Shanghai müssen die Teams Bescheid wissen. Solange haben die Rennställe noch Zeit, die Flüge nach Bahrain zu stornieren und nach Europa umzubuchen. Schon bei der Saisonplanung hatte man sich auf eine mögliche Absage eingerichtet. Auch die kurzfristige Umleitung des Materials sei kein Problem, bestätigten mehrere Teammanager auf Anfragen von auto motor und sport.

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