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GP Bahrain 2012

Streit um Absage eskaliert

GP Bahrain - Impressionen Foto: Grüner 15 Bilder

Die Diskussion um eine mögliche Absage des GP Bahrains schlägt immer größere Wellen. Zwischen dem Lotus-Team und den Organisatoren kam es zum offenen Streit um eine nicht autorisierte Pressemitteilung.

11.04.2012 Tobias Grüner

Bahrain oder nicht Bahrain? Das ist momentan die große Frage, über die die Formel 1-Welt diskutiert. Anhaltende Demonstrationen, eskalierende Gewalt, Gefangene im Hungerstreik und zwischen Panzern und Militär die glitzernde Welt der Formel 1. Passt das zusammen?

In den vergangenen Tagen sind immer mehr zweifelnde Stimmen aufgekommen, nachdem Protestgruppen gedroht hatten, den Ablauf des Rennwochenendes massiv zu stören. Menschenrechtler warfen der Formel 1 vor, eine Diktatur zu unterstützen. Ex-Weltmeister Damon Hill sprach von einer schlimmen Situation, wenn für die Formel 1 das Kriegsrecht durchgesetzt werden müsste.

Bahrain-Organisatoren antworten auf Kritik

Am Montagabend meldeten sich nun die Organisatoren zu Wort. Nach Ansicht der Verantwortlichen des Bahrain International Circuit handele es sich alles um ein großes Missverständnis.

In der vierseitigen Presseerklärung versicherten die Bahrainis, dass es sich bei den Kritikern nur um "Sofa-Beobachter" handelt, die sich kein eigenes Bild über die Lage im Land gemacht haben. "Dazu kommt noch die Taktik der Panikmache einiger kleiner Extremisten-Gruppen über soziale Netzwerke, die zu einer großen Fehleinschätzung der aktuellen Situation geführt hat", so Streckenchef Zayed Al Zayani.

Lotus-Report über Sicherheitslage

In dem Schreiben zitieren die Organisatoren verschiedene, angeblich neutrale Stimmen, die vor allem Positives über die aktuelle Sicherheitslage in dem Wüstenstaat zu berichten haben. Neben Experten, Polikern und Botschaftern ist auch ein Zitat aus einem Untersuchungsbericht zweier Mitarbeiter des Lotus-Teams angeführt.

"Es besteht die Notwendigkeit, die Strecke und die Teams zu beschützen. Sie machen das und sie fühlen sich sicher mit den getroffenen Vorkehrungen", heißt es in dem Bericht. "Wenn es Protestaktionen geben sollte, wird es sich auf friedliche Demonstrationen beschränken. Es werden vielleicht ein paar Flaggen geschwenkt und einige Reifen verbrannt aber mehr erwarten sie nicht."

Die beiden Lotus-Beobachter rapportierten an die Chefs der anderen elf Teams, dass es keine großen Bedenken gäbe: "Nach dem Besuch haben wir ein deutlich besseres Gefühl, dass alles unter Kontrolle ist und - um ehrlich zu sein - wenn es nicht etwas mehr Polizei gegeben hätte, wäre überhaupt kein Unterschied zum letzten Besuch aufgefallen."

Lotus-Bericht nicht für die Öffentlichkeit

Doch nicht einmal zwei Stunden nach der Aussendung der Presseerklärung konterte Lotus mit einem eigenen Statement auf den unerwünschten Vorstoß der Bahrainis. "Diese Zitate waren Teil eines internen und geheimen Arbeitspapiers, das vergangene Woche auf vertraulicher Basis an alle F1-Teammanager geschickt wurde", beschwerte sich der Rennstall. "Lotus würde niemals versuchen, die FIA zu ersetzen, die als einzige Partei festlegen kann, ob ein Grand Prix durchgeführt werden kann oder nicht."

Die Teams befinden sich nun in der Zwickmühle. Vermarkter Bernie Ecclestone schiebt den Rennställen den schwarzen Peter zu. "Sie müssen entscheiden, ob sie fahren wollen", erklärte der 81-Jährige. Doch mit Blick auf Sponsoren aus dem nahen Osten versuchen die Teams wiederum die Verantwortung an die FIA abzuschieben. Eigene Pläne zur Absage des Rennens gebe es nicht.

"Das ist nicht möglich. Teams können keinen Grand Prix absagen", erklärte die Teamvereinigung FOTA in einem eigenen Statement. "Wir fahren in einer internationalen Serie, die FIA Formel-1-Weltmeisterschaft heißt. Daher muss die FIA den Teams in dieser Frage die Richtung vorgeben." Doch vom Weltverband kommt weiterhin nur die Aussage, dass man die Lage weiter genau beobachtet.

Bahrain-Gipfel in Shanghai

Ecclestone und FIA-Präsident Jean Todt werden am Wochenende vor Ort beim GP China in Shanghai erwartet. Nach ersten Gerüchten soll es am Samstag im Fahrerlager zum großen Bahrain-Gipfel kommen. Bis dahin dürften die Diskussionen um eine mögliche Absage eher noch zunehmen.

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