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GP Belgien 2011

Red Bull vs. McLaren - Duell auf der Achterbahn

Sebastian Vettel Foto: XPB 36 Bilder

Mit dem Highspeed-Spektakel in Spa kehrt die Formel 1 aus der Sommerpause zurück. Vor dem Auftakt in die zweite Saisonhälfte herrscht Spannung. Kehrt Sebastian Vettel beim GP Belgien auf die Siegerstraße zurück? Wie schlägt sich Michael Schumacher 20 Jahre nach seinem ersten Formel 1-Rennen? Und vor allem: Wie wird das Wetter? Wir suchen nach Antworten.

24.08.2011 Tobias Grüner

Dreieinhalb Wochen ruhten die Formel 1-Motoren. In Spa wird es endlich wieder laut. Auf der Traditionsstrecke in den belgischen Ardennen beginnt die wichtigste Phase der Saison. Wer im Endspurt noch einmal angreifen will, der muss jetzt Stärke zeigen. Große Sprünge sind mit dem engen Zeitplan und den vielen Überseerennen in der zweiten Saisonhälfte kaum noch möglich. Außerdem läuft die Entwicklung der Autos für 2012 längst auf Hochtouren.

Allerdings sind die Ergebnisse in Spa immer mit Vorsicht zu genießen. Die spektakuläre Achterbahnfahrt durch die dichten Wälder hat schon oft für Überraschungen gesorgt. Nicht selten spielt das Wetter eine Hauptrolle im Drehbuch, wenn es mal wieder an einem Ende der Strecke gießt und am anderen Ende die Sonne scheint. Auch im diesen Jahr könnte es wieder besonders interessant werden. Erste Prognosen sagen vor allem am Freitag und Samstag gute Chancen für feuchte Bedingungen voraus.

Einer der wenigen, der sich über den ein oder anderen Guss freuen würde, ist Michael Schumacher. Der Altmeister bewies in diesem Jahr schon häufig, dass er auf glattem Untergrund mit seinem Silberpfeil noch nichts verlernt hat. Vor genau 20 Jahren begann Schumi seine glorreiche Formel 1-Karriere in seinem "Wohnzimmer". Natürlich soll das Jubiläum mit einem guten Ergebnis gefeiert werden.

Die Strecke: Circuit de Spa-Francorchamps

Die Extra-Prise Spannung durch Regenschauer sind eigentlich gar nicht nötig. Der Traditionskurs, auf dem 1925 zum ersten Mal Rennwagen unterwegs waren, ist mit Höhepunkten nur so gespickt. Eau Rouge, La Source, Rivage oder Blanchimant klingen Formel 1-Fans wie Musik in den Ohren. Mit einer Distanz von 7,004 Kilometern ist der Circuit de Spa-Francorchamps zudem die längste Strecke im Kalender.

Auf eine ganz spezielle Attraktion müssen die Fans allerdings verzichten. In der berühmten Eau Rouge dürfen die Fahrer den Heckflügel nicht flacher stellen. Die FIA entschied zusammen mit den Fahrern, dass ein DRS-Einsatz in der schnellen Links-rechts-links-Kombination zu gefährlich sei. Mit dem technischen Fortschritt hat die Kurve etwas an Reiz verloren. Trotz Geschwindigkeiten von mehr als 300 km/h und Querbeschleunigungen von bis zu 4G muss niemand mehr den Gasfuß lupfen.

Spannend wird die Frage, wie gut man in diesem Jahr überholen kann. In der Vergangenheit mussten die Piloten viel riskieren, um ein erfolgreiches Manöver zu starten. Hier kommt wieder viel auf die Reifen an. Mit soft und medium bringt Pirelli die beiden mittleren Mischungen nach Belgien. Große Probleme in puncto Verschleiß sind nicht zu erwarten. Neben den niedrigen Temperaturen hilft auch die Eigenschaft der Strecke, über das Wochenende viel Gummi anzunehmen und immer mehr Grip zu entwickeln.

Das Setup für den GP Belgien:

Top-Speed steht bei den Ingenieuren in Spa ganz oben auf dem Zettel. Nach der Haarnadel La Source geht es 23,5 Sekunden lang mit Vollgas den Berg hinauf bis zur Les Combes-Schikane. So lange ist das Bremspedal nirgendwo anders im Rennkalender außer Betrieb. Hier will niemand unnötig steile Flügel fahren, die den Luftwiderstand erhöhen. Nur in Monza wird mit noch weniger Abtrieb gefahren.

Früher bestand die Aufgabe für die Ingenieure vor allem darin, einen guten Kompromiss zwischen den Geraden und den Kurven zu finden. Dank DRS wird die Sache etwas einfacher. Die Fahrer können nun mit etwas mehr Abtrieb fahren und den steileren Flügel auf der Geraden einfach flach stellen. Anspruchsvoll ist der Highspeed-Kurs vor allem für die Motoren, weshalb die meisten Teams wohl auf neue Triebwerke setzen. Die Bremsen und die Kühlung sind dafür nicht so stark gefordert wie gewöhnlich.

Die Updates:

Obwohl die Teams ihre Fabriken in Sommerpause eigentlich für zwei Wochen zusperren mussten, wird kaum ein Auto ohne technische Veränderungen in Belgien auflaufen. Bei McLaren soll ein neuer Heckflügel bei aktiviertem DRS für mehr Top-Speed sorgen. Das Teil wurde schon an den vergangenen Rennwochenenden ausgiebig getestet. Auch Williams kommt mit einem neuen Heckflügel. Im Training soll zudem ein neuer Diffusor getestet werden. Bei Sauber hat man sogar einen speziellen Heckflügel im Gepäck, der nur in Spa zum Einsatz kommt. Auch der Frontflügel wurde überarbeitet.

Die Favoriten:

Nach zwei McLaren-Siegen in Folge muss man Jenson Button und Lewis Hamilton auch in Belgien ganz oben auf die Liste der Siegkandidaten setzen. Vor allem bei wechselhaftem Wetter ist mit Button immer zu rechnen, wie er zuletzt in Montreal und Budapest bewies. Ferrari zeigte sich vor der Sommerpause ebenfalls verbessert. Allerdings spielte das kühle Wetter den roten Autos einen Streich. Fernando Alonso hofft deshalb auf möglichst viel Hitze.

Red Bull spielt wie immer die Unbekannte. Auch im Vorjahr ging McLaren als Favorit nach Spa. Im Qualifying stand dann aber plötzlich Mark Webber ganz vorne. Es wird spannend, wie viel Risiko Sebastian Vettel gehen wird, um seinen ersten Belgien-Sieg zu feiern. Im Vorjahr übertrieb es der Weltmeister etwas, als er beim Überholversuch mit Button kollidierte.

Im Mittelfeld geht es wieder sehr eng zu. Force India zeigte in den letzten beiden Jahren, dass Spa dem Team besonders gut liegt. Mit guten Ergebnissen vor der Sommerpause etablierte sich der Rennstall als sicherer Punktekandidat, der auf Augenhöhe mit dem Mercedes-Werksteam kämpft. Mit fünf Punkteergebnissen in den letzten sechs Rennen zeigte sich auch Toro Rosso zuletzt gut in Form. Bei Renault und Sauber lief es dagegen in die entgegengesetzte Richtung. Beide Teams werden versuchen, den Abwärtstrend zu stoppen.

Expertenmeinung: James Key (Technikchef Sauber)

Die Strecke in Spa erfordert ein niedriges bis mittleres Abtriebsniveau. Noch bei keinem Rennen in dieser Saison haben die Teams ein so niedriges Abtriebsniveau eingesetzt. Aber natürlich hängt viel vom Wetter ab, das in Spa traditionell sehr unberechenbar ist, deshalb müssen wir die Entwicklung jederzeit genau im Auge behalten. Bei den Piloten ist diese Strecke sehr beliebt, und den Ingenieuren macht es Spass, dort ein Auto einzusetzen. Spa-Francorchamps ist eine Hochgeschwindigkeitsstrecke mit langen Geraden und berühmten Kurven. Die Charakteristik sollte unserem Auto entgegenkommen. Pirelli stellt die weiche und die mittlere Reifenmischung zur Verfügung. Der weiche Reifen hat in den schnellen Kurven in Silverstone bestens funktioniert, aber bei der mittleren Mischung gibt es sicher einiges zu tun.

Rückblick: So lief das Rennen im Vorjahr (GP Belgien 2010)

In der vergangenen Saison spielte wieder einmal das Wetter den Zeremonienmeister in Spa. Schon am Ende der ersten Runde öffnete der Himmel über Spa seine Schleusen. Der plötzliche Schauer sorgte für jede Menge Chaos im Feld. Rubens Barrichellos 300. Rennen war schon beendet, bevor er das erste Mal die Ziellinie kreuzte. Der Brasilianer krachte in der Busstop-Schikane in den Ferrari von Fernando Alonso. Der Spanier konnte zunächst weiterfahren, drehte sich beim zweiten Schauer gegen Rennende selbst ins Aus.

Auch Lewis Hamilton musste am Ende durchs Kiesbett und entkam dabei nur knapp der Mauer in der Rivage-Kurve. Sein Vorsprung war allerdings groß genug, so dass er seine Führung trotz des Malheurs nicht verlor. Der Kampf um Rang zwei entschied sich erst beim letzten Wechsel auf Regenreifen. Robert Kubica bremste bei der Anfahrt an seine Box zu spät und verlor wertvolle Sekunden. Mark Webber bedankte sich und staubte den mittleren Podiumsplatz ab. Für die spektakulärste Szene sorgte Sebastian Vettel, der bei einem missglückten Überholmanöver den McLaren von Jenson Button aufspießte.

In unserer Fotogalerie zeigen wir Ihnen noch einmal die schönsten Bilder aus dem Vorjahr.

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